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Über Uns > Aus den Seminaren
Fragen die uns im 4. Lehrjahr bewegen - Oktober 2011 Die letzten Seminare haben wir als Lehrjahr selbst organisiert. Wir entschieden uns im August eine Bodenseetour zu machen um die dortigen Höfe kennen zu lernen. Wir besuchten den Lehenhof, Heggelbach und Rengoldshausen. Als kulturellen Einstieg besichtigten wir die Insel Reichenau und durften am Abend mit von Wistinghausens ein Kamingespräch führen. Es ergab sich, dass auf allen Höfen Gespräche entstanden, in denen es um Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft und die Arbeit mit den Präparaten ging. Das Interessante war, dass wir mit verschiedenen Generationen sprachen, die ganz unterschiedliche Meinungen vertraten, so dass in uns viele Fragen entstanden: Der Generationswechsel, der vielen Höfen bevorsteht... Wie können Höfe übergeben werden und wie kann das Vertrauen entstehen, dass die jungen Menschen den "richtigen" Weg gehen? Wir sind eine Generation, die nicht mehr das Glück hat, von Menschen zu lernen, die dicht am Landwirtschaftlichen Kurs lebten. Wir lernen von Menschen, die von diesen Menschen begeistert und mitgenommen wurden. Können die derzeitigen Betriebsleiter diese Begeisterung weiter geben? Die Impulse wurden weiter gereicht. Jetzt haben wir das Gefühl, neue Impulse setzen zu müssen und aus eigener Erkenntnis zu handeln, die auf der Grundlage des Vergangenen und auf Gedanken, die aus der Zukunft kommen, beruhen. Um Zukünftiges erkennen zu können, müssen wir offen sein und Impulse in die Tat umsetzten. Was haben wir für ein Verständnis von Präparaten? Wie wird uns diese Arbeit beigebracht? Was hat sie heute noch für einen Stellenwert auf den Höfen? Wird sie nur gemacht weil es dazu gehört? Wird sie überhaupt gemacht? In Diskussionen wurde uns deutlich, dass es wichtig ist, einen inneren Bezug zu unter Umständen nicht direkt sichtbaren Dingen herzustellen, wie z.B. Der Wirkung der Präparate. Somit wird diese Arbeit mit einem selbst zu tun haben und immer individuell verrichtet werden. Wir stellen oft während der Arbeit fest, dass es schwierig ist, trotz wirtschaftlichem Druck Dingen Raum geben zu können, die auf den ersten Blick nicht dem wirtschaftlichen Fortkommen dienen. Was ist nun unsere Aufgabe in der Landwirtschaft und was wird von uns erwartet? Johanna Fellner, 4. Lehrjahr der Freien Ausbildung Demeter NRW und Hessen Vorbereitungen zur diesjährigen Novembertagung vom 27. - 30.10.2011 in der Freien Waldorfschule Hannover-Maschsee - August 2011 Gemäß der Tradition findet jedes Jahr im Herbst eine Novembertagung für die Auszubildenden aller Lehrjahre, sowie für alle gelernten Gärtner und Landwirte statt. Die Tagung richtet sich aber auch an junge Menschen, die noch nicht über umfassende Praxiserfahrungen verfügen, aber an der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise interessiert sind. Die Organisation und Durchführung der Novembertagung ist Teil der Freien Ausbildung und wird immer von den Lehrlingen des dritten Lehrjahrs absolviert.1 Ich selber bin gegenwärtig im dritten Lehrjahr meiner Freien Ausbildung und bin insofern in die Vorbereitungen zur diesjährigen Novembertagung eingebunden. Bereits im Januar beschäftigten wir uns mit der Frage, unter welchem Motto die Tagung stattfinden soll. Es gab verschiedenste Vorschläge, unter welchen sich schnell drei Favoriten herauskristallisierten: "Mensch und Erde", "Individualität und Gemeinschaft" und das letzte sollte "irgendwas mit Vergangenheit und Zukunft" zu tun haben. Wir einigten uns ziemlich bald auf das letzte Thema, was allerdings bedeutete, dass wir noch einen konkreten, kurzen und treffenden Titel als Tagungsmotto finden mussten - leichter gesagt als getan, bei diesem Inhalt. "In der Zukunft liegt die Vergangenheit"? Nein, viel zu lang und hört sich nicht gut an. "Zukunft und Wurzeln!", oder etwa "Zukunft mit Wurzeln", man könnte ja auch sagen: "Zukunft durch Wurzeln" - "Zukunft durchWurzeln", das soll unser Motto sein! Indem die Zukunft durchwurzelt wird, wirkt die Vergangenheit (also die "Wurzeln") in ihr mit, insofern vieles in ihr für die Zukunft veranlagt wurde, und deshalb kann man auch sagen: Die Zukunft findet statt durch die "Wurzeln", die Vergangenheit. Damit steht unsere Tagung auch im Zusammenhang mit einem Ausspruch von Goethe, der einmal formulierte: "Wer nicht von dreitausend Jahren In diesem Jahr ist die Novembertagung zum ersten Mal auch für Interessierte aus dem europäischen Ausland geöffnet, weswegen einige Kurse in Englisch gehalten und Vorträge übersetzt werden. Unser Anliegen ist, dass der Impuls unserer Novembertagung auch von den nicht-deutsch-sprechenden Freunden aus dem Ausland wahrgenommen werden kann; somit kommt auch durch die Internationalität eine neue Vielfalt von Blickwinkeln zustande, weil Menschen sich über die Grenzen von Deutschland hinaus begegnen und austauschen können. Wir rechnen in diesem Jahr mit 250 - 300 Teilnehmern. Neben all der inhaltlichen Arbeit zwischen Kursen und Vorträgen soll aber auch das Heitere nicht zu kurz kommen: Täglich werden wir alle gemeinsam singen, am letzten Abend wird eine Party stattfinden und am Sonntag wird die Tagung durch einen feierlichen Abschluss mit Präsentationen aus den Kursen (Eurythmie, Volkstanz etc.) beschlossen. Ein Gartenbaulehrer der Waldorfschule in Hannover, an welcher die Tagung stattfindet, baut mit seinen Schulklassen bereits jetzt einen Großteil des Gemüses an, das für die Malzeiten bei unserer Tagung bestimmt ist. Wir haben auch ein eigenes Backteam, welches die Brote für die Tagung unter der Leitung eines Bäckers backen wird. Da die Tagung sich ausschließlich durch Tagungsgebühren und Spenden finanziert, sind wir für jede Unterstützung sehr dankbar. Geldspenden werden über den "Verein für Fortbildung, Forschung und Fürsorge auf dem Lande (FFF e.V.)" abgewickelt und können steuerlich abgesetzt werden. Unter www.novembertagung.de finden Sie alle weiteren Informationen zur Tagung. Alle Interessierten sind herzlich willkommen! Im Namen der Vorbereiter, Johannes Tritschler 3. Lehrjahr der Freien Ausbildung Demeter NRW und Hessen 1 In diesem Jahr zählen zu den Organisatoren die Lehrlinge der Freien Ausbildung "Nord", "NRW/HESSEN" und eine Auszubildende der Freien Ausbildung "Ost" Eingeladen zu einer Klausurtagung - August 2011 Eingeladen zu einer Klausurtagung im Herbst 2009 konnte ich mich, angeregt durch die Arbeit des Initiativkreises sehr schnell als Seminarleiter für das neue erste Lehrjahr berufen fühlen. Welche Aufgabe mich da erwartete war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz klar. Und da sich auf die Schnelle so einfach kein 2. Seminarleiter finden wollte, habe ich die "Reiseleitung" bisher im Alleingang übernommen und wars soweit für den Anfang auch zufrieden. So konnten wir im April 2010 bei der Begrüßung auf dem Birkenhof bei Wolken und Flugzeugfreiem Himmel mit 6 Lehrlingen an den Start gehen. Doch so recht war ich von der Gruppengröße (6TN) nicht überzeugt, und habe kräftig an dem Wachstum der Gruppengröße gearbeitet. Inzwischen, mitten im 2. Lehrjahr sind wir auf die schöne Gruppengröße von 18 Lehrlingen angewachsen. Die Gruppe fast zur Hälfte Gärtner, zur anderen Landwirte zwischen 19 und 35 Jahren, teils Studierte, teils die Lehre als erste Berufsausbildung hat aber inzwischen schön zusammen gefunden.
Neben Astronomie, Pflanzenkunde, Bodenkunde, Betriebswirtschaft, Tierhaltung, Meteorologie, Technik, war die Fruchtfolge immer Thema. Im Künstlerischen Bereich gab es "Trommeln" Schwertkampf, Eurythmie, Theater-Selbstdarstellung und Singen, wobei letzteres bisher noch etwas kurz gekommen ist und das, obwohl ich selber gerne und viel Singe. Das bisherige Highlight war wohl das Waldbauseminar mit German-Michael Hahn bei Würzburg im Gramschatzer Wald. Auch wenn der Wald auf den meisten Betrieben und dem Lehrplan nur ein schattenspendendes Dasein fristet, war es doch sehr bereichernd für das Verständnis von biologisch-dynamischen Zusammenhängen, dem Begriff der Betriebsindividualität und Präparatewirksamkeit. Hier hat der Förster German-Michael Hahn eine ganz besonderes Seminar gestaltet, welches ich auch zukünftigen Lehrlingen gerne empfehlen möchte. Im August haben wir was die Seminare angeht eine Sommerpause um dann im September bei Familie Clostermann wieder in die Seminararbeit einzusteigen. Reinhard Lübbert Seminarleiter 2. Lehrjahr der Freien Ausbildung Demeter NRW und Hessen Die praktische Prüfung - Mai 2011 Seit einigen Monaten war das Hauptthema auf den Lehrlingstreffen die Prüfung. Am 9.5. war es dann soweit. Auf dem Dottenfelderhof trafen sich 9 Prüfer und 13 Prüflinge. Um 8 Uhr sollte es losgehen. Vorher war die Anspannung sehr hoch. Um es den Prüfern leichter zu machen, uns in unseren Charakteren direkt zu erkennen, hatten wir uns T-Shirts drucken lassen, mit einer typischen Frage eines jeden der geprüft werden sollte. z. B.. " Habt ihr etwa schon angefangen?" oder "Sind wa bald ma feddig?", " Kennt ihr das nicht?" Durch Martin von Mackensen wurde kurz dargestellt, was Inhalt und Sinn der Prüfung ist. "Hier geht es um Können, nicht um Wissen..." Wann kann man denn eigentlich etwas? Immerhin machen wir seit drei Jahren diese Ausbildung, in der das Praktische Schwerpunkt ist. Nach der Einführung ging es los. Es gab 4 Stationen, von denen jede/jeder 3 besuchte, 2 Stationen aus den Bereichen Ackerbau, Stall und Gemüsebau, konnten gewählt werden, Landtechnik mussten alle durchlaufen. Da wir nicht wenige Prüflinge waren, wurde der Zeitplan streng eingehalten, der von unseren Seminarleitern super durchdacht war. An jeder Station hatten wir 40 Minuten Zeit. Ich hatte erst einmal Wartezeit, erhoffte mir dadurch aber von den ersten Geprüften zu erfahren, was dran kam. Nach 40 Minuten. kamen die Ersten wieder. Alle etwas verändert: einer mit Kuhmist beschmiert, der nächste mit einem breiten Grinsen: "die Pfeifen heißen Flöten an der Drille!" Die Diskussion begann und dauerte bis zum Abend denn zur Drille wurden so einige im Ackerbau befragt. Die Dritte kam etwas verstört von der Gemüsebaustation. "Oh je, die haben weder Gießkanne noch Wasser, noch Sieb, aber ich sollte aussäen und angießen!" In Technik wurde gefragt ob eine Blechschere auch zum Gemüseernten geeignet sei. Mit diesen Eindrücken konnte ich dann die Stationen durchlaufen und merkte, dass Prüfungen auch Spaß machen können solange Prüfling und Prüfer gemeinsam die Prüfung machen. Alle 13 Lehrlinge haben die Prüfung bestanden. Natürlich waren nicht alle zufrieden, denn eine Prüfung ist nur ein kleiner Ausschnitt, in dem man zeigen kann was man gelernt hat. Wie schafft es ein Prüfer innerhalb dieser kurzen Zeit, den Prüfling so zu prüfen, dass dieser seine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann? Am Abend bekam jeder sein Prüfungsergebnis mitgeteilt, es flossen Tränen, es wurde gelacht. Die Prüfung spiegelt nicht nur das Erlernte auf den Höfen, sondern natürlich auch das, was wir in den Seminaren gemacht haben, wieder. Somit wurde uns bei der Abschlussrunde deutlich, dass Ackerbau ein Schwachpunkt in unserem Lehrjahr ist, im Kuhstall war es ein gutes Ergebnis, im Gemüsebau hatten die Prüfer den Eindruck, dass alle dort Geprüften, gerne Gärtner sein wollen. Technik war nicht besonders gut, was wohl jedes Jahr das Problem ist. Zum Abendessen wurde gegrillt und der Tag konnte stressfrei enden. Wir sind nun einen Schritt weiter, müssen keine Berichthefte mehr führen, können uns also ganz unseren Jahresarbeiten zuwenden und die letzten Monate als Lehrlinge voll und ganz genießen! - Johanna Fellner, Auszubildende im 4. Lehrjahr - Seminar der Freien Ausbildung auf dem Birkenhof - Mai 2011 Im Frühling ein Seminar auf dem Birkenhof ist uns nun schon zur lieb gewonnenen Gewohnheit geworden. Das 3. Lehrjahr der Freien Ausbildung für Demeter Landwirte und Gärtner traf sich im Mai nun schon das 3. Mal auf dem Birkenhof. Der Laden, den wir im letzten Jahr im Bau sahen, ist nun fertig. Auf dem Birkenhof wird weiterentwickelt und geformt mit viel Herz, Verstand und Mut - und viel Arbeitseifer. Eine Stimmung, die auch für ein Lehrlingsseminar genau das richtige ist. Bei diesem Treffen wurde an den komplexen Themen Pflanzennährstoffe und Düngung gearbeitet. Als Dozent war Knut Böhling angereist, der mit seinen umfangreichen Kenntnissen und seiner Erfahrung den Lehrlingen auch dieses nicht einfache Thema näher bringen konnte. Aber nicht auf die Fütterung der Kühe wird auf dem Birkenhof besonders geachtet - auch wir wurden super verpflegt - mit all dem Frischen aus Bäckerei, Käserei und Garten. Dafür noch mal ein herzliches Dankeschön! Eure Birken waren auch wunderbar um daran und darin verschiedene Spiele zu spielen. Denn das durfte bei diesem Seminar nicht fehlen. Schließlich hatten die Lehrlinge beim letzten Seminar im April ihre Zwischenprüfung und nach der Anspannung war es wichtig, die Aufmerksamkeit mal wieder auf die Gruppe und die Menschen zu richten. Auch hierfür war der Birkenhof ein guter Ort. Euch allen vom Birkenhof vielen Dank - und weiterhin alles Gute! - Maike Himstedt, Seminarleiterin - 4 Jahre Co-Kursleiterin in der „Freien Ausbildung NRW-Hessen“, ein persönlicher Rückblick. Mit großer Spannung fuhr ich im Frühjahr 07 auf den Birkenhof, wo unsere Begrüßung durch das 2. Lehrjahr unter Christina Arzimanoglou stattfand. „Was seid Ihr für Menschen, die Elisabeth v Bonin und ich auf ihrem Weg zum Gesellen der demeter-Landwirtschaft oder Gartenbau begleiten wollen? „Was sind Eure Ziele, Visionen, Fähigkeiten?“ ging es mir durch den Kopf. Meine Wünsche waren: das Beobachten zu schulen, Interesse für die spezielle biologisch-dynamische Sichtweise auf Lebendes (Lebendiges?) zu wecken, ein herzliches Miteinander zu pflegen. Mein Beitrag für die fachliche Seite beschränkte sich auf botanische Themen. Lieb waren mir morgendliche kurze Exkursionen, bei denen wir heimische Pflanzen in ihrer Umgebung beobachteten. Die 3-4tägigen monatlichen Zusammenkünfte auf wechselnden Demeter-Höfen wurden hauptsächlich von Elisabeth organisiert. Es gab eine Vielzahl von Themen, die bearbeitet werden wollten. Die Fachfragen zum Gartenbau, zu den Tieren, dem Ackerbau, dem Boden, den Maschinen, natürlich auch der Buchführung bei all den unterschiedlichen Interessen und Fragen der Lehrlinge. Nicht zuletzt die künstlerischen oder handwerklichen Kurse, die für das Miteinander immer wieder wichtig waren. Mit den Bauern oder Bäuerinnen gab es Hofrundgänge, so dass wir intensiv in die jeweilige Hofsituation eintauchen konnten. Wir verschafften uns, besonders im 1. Jahr, durch Spatendiagnosen Kenntnis über Boden und Geologie. Als Studentin war ich damals viel mit trockenem, theoretischen Stoff konfrontiert und habe deswegen gerade dieses konkrete Erleben der Situationen auf den Höfen als etwas Besonderes erlebt. Aufnahmebereitschaft und Lernfreude stieg bei guter Stimmung in der Runde. Hilfen dabei waren Rundengespräche. Am Anfang gab es Gelegenheit über die eigene Verfassung und die Arbeitssituation auf dem Ausbildungsbetrieb zu sprechen, in der Schlussrunde ging es um den Rückblick zu den vergangenen Tagen und Anregungen für die kommenden Treffen. Mich hat sehr berührt, wie persönlich engagiert jeder bei der Abschlussprüfung war, Anteilnahme zeigte, ein starkes Verbunden-Sein mit der Pflege der Natur. Ganz besonders freut mich, dass alle zunächst in Gärtnerei oder Landwirtschaft arbeiten wollen und wünsche allen von Herzen alles Gute für den weiteren Weg. - Andrea v. Homeyer - Wir sind reicher geworden - das dritte Jahr in der Ausbildung - Dezember 2010 Das dritte Lehrjahr hat erst die Zwischenprüfung und dann die Novembertagung erfolgreich hinter sich gebracht. Durch diese Spannungsmomente hat sich die Gruppe sozial durchkraftet nachdem am Ende des zweiten Lehrjahres noch einige Auszubildende die Ausbildung verlassen hatten. Doch nicht nur die sozialen Fragen beschäftigten uns sondern auch das praktische Denken der Ausbildung. Ganz neue Erfahrungen brachte der Melkerkurs auf Haus Riswick durch den direkten Vergleich konventioneller mit ökologischer Milchviehhaltung. Auch der DEULA -Lehrgang verdeutlichte neben technischen Tatsachen das konventionelle Denken. Ausgleich fand dies in der intensiven Auseinandersetzung mit speziell anthroposophischen Themen beim Januarkurs auf dem Dottenfelder Hof und durch die Arbeit zum ursprünglichen und zukünftigen Impuls der Landwirtschaft mit Peter Guttenhöfer am Lehrerseminar in Kassel. Eine ganz andere Entwicklung prägte zudem dieses Jahr: drei Auszubildende wurden Väter und auch beim Seminarleiter gab es Nachwuchs. Kinder und Landwirtschaft sind damit ein präsentes Thema für uns. Dieses Jahr verging wie im Fluge, die Lehrlinge sind selbstständiger geworden, erarbeiten viel eigenständiger Fragen und sehen klarer, wohin es für sie persönlich gehen soll. Gespannt gehen wir jetzt in das letzte Jahr - auf die Zielgerade um selbstständige Gesellinnen und Gesellen zu werden. - Katrin Fieberitz, Seminarleiterin - Bericht aus der Freien Ausbildung - August 2010 Im zweiten Lehrjahr der Freien Ausbildung NRW/ Hessen sind 15 Lehrlinge, die sich fast gleichmäßig auf die Schwerpunkte Gärtnerei und Landwirtschaft verteilen. Das letzte Vierteljahr haben viele Lehrlinge den Hof gewechselt, was für alle sehr spannend ist. Der Hofwechsel ist ein wichtiger struktureller Bestandteil der Ausbildung, ermöglicht er doch das Kennen lernen neuer Aspekte, Sichtweisen und Schwerpunkte. Das bisher Erlebte und Erlernte kann reflektiert und eingeordnet werden. Mit dem Einstieg in das zweite Lehrjahr sind die Lehrlinge mehr und mehr angeregt zu fragen und zu hinterfragen. Dies ist auch in den Seminaren spürbar. Die Schwerpunkte der Seminare im Mai, Juni und Juli waren Bodenkunde, BWL, Fruchtfolge und Unkrautregulierung, Milchviehfütterung und Botanik. Alle Themen wurden von sehr guten Dozenten bearbeitet, die gut vorbereitet und mit viel Engagement den Lehrlingen die Themen nahe brachten. Im August findet kein Seminar statt. Im September werden sich die Lehrlinge mit Botanik und Landschaft beschäftigen. - Kai Himstedt, Seminarleiter - |