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Bericht des 4. Lehrjahres - Mai 2017

Wow, nun sind wir auch schon das 4.Lehrjahr. Die Zeit vergeht schnell! Und in dieser Zeit sind so unglaublich viele Dinge passiert. Inge hat eine Tochter geboren und der kleinen Familie geht es sehr gut! Zuvor hat sie sich aus der Lehrjahrsleitung verabschiedet und nun teile ich die Leitung mit Felix Harborth. Meine Rolle als neue Seminarleiterin, das heisst Aufgaben übernehmen und hineinwachsen, ging nun nahtlos über in die Rolle der raumgebenden Person, die hereinwachsen lässt und Aufgaben abgibt. Für uns Seminarleitung ist es noch eine neue Situation, wohingegen wir ein sehr gefestigtes und „altes“ Lehrjahr vor uns haben.
Im November waren die Lehrlinge auf dem Melkerkurs in Kleve und haben ihr Grundlagenwissen fundieren können, sowie praktische Melkerfahrungen an unterschiedlichen Melksystemen sammeln können. Im Dezember waren wir auf Schloß Hamborn wo wir Bodenkunde hatten, was uns so inspiriert hat, dass wir im Juni eine bodenkundliche Exkursion im Wendland machen werden. Auch im Dezember haben wir zum ersten Mal intensiv über die Jahresarbeiten:
Themenwahl, Durchführung und Betreuung gesprochen und die Berichtshefte wurden feierlich abgenommen. Im Januar hatten wir ein Werkstatt-Seminar bei dem Comedy-Duo Marcell & Frank auf dass sich nun alle Lehrjahre freuen können. Der Februarkurs war für das Lehrjahr sehr facettenreich, da der Unterricht ausgesprochen gut war, aber eben die Tage sehr lange und gefüllt mit Unterricht und dies fern von dem eigenen Wohnraum und der täglichen Arbeit. Die Lehrlinge sind durch die Kurse nun umfassend vertraut mit den Grundlangen des bio-dynamischen Landbaus und haben diesen auf das Tier bezogen vertieft.
Im März wehte dann ein ganz anderer Wind. An verschiedenen Stationen auf Röllingsen und Körtlinghausen wurde sich in Kleingruppen auf die Prüfung vorbereitet. Dies war eine intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Wissensstand und Lernbedarf. Von einem kleinen „Komitee“ wurden alle Jahresarbeiten erneut durchgesprochen und Entwicklungen festgehalten.
Nun begann für viele die Durchführung des Versuchsaufbaues. Im April wurden die Fähigkeiten der praktischen Umsetzung von Arbeitsaufträgen auf dem Dottenfelderhof geprüft. Alle Lehrlinge sind sehr an dieser Aufgabe gewachsen. Das Lehrjahr hat an Fürsorge füreinander und Verständnis füreinander gewonnen und es macht sehr viel Freude diese starke Gruppe zu begleiten. Das 4.Lehrjahr, das merke ich schon jetzt, hat wieder einen ganz neuen Charakter. Ich hoffe, dass alle einen guten Einstieg in ihre Jahresarbeiten finden.


Lena Dorprigter, Seminarleiterin 4. Lehrjahr der Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Zwischenprüfung – Bericht 3. Lehrjahr, Mai 2017

Nach einem tollen Seminar in Röllingsen im Februar, bei dem wir Futterberechnungen für Kühe und das Thema Schweine bearbeitet haben, stand bei uns allen, im nun schon 3. Lehrjahr, im April die Zwischenprüfung an. Dazwischen gab es noch einige von uns, die den Hof zum März hin gewechselt haben.
Am ersten April Wochenende trafen wir uns dann auf dem Örkhof im Windarther Tal, um die Zwischenprüfung abzulegen.
Da uns allen nicht ganz klar war, was uns erwartet, vor allem mit welchen Fragen genau wir konfrontiert werden und wie genau alles abläuft, war es doch sehr aufregend, als wir alle am Fahrenscheidt eintrafen.
Am Sonntag direkt schrieben wir den schriftlichen Teil der Prüfung und für den Montag erwartete uns der mündliche Teil. Aufgeteilt wurden wir in 2-er Teams und durchliefen, über den Tag verteilt, die verschiedenen Stationen:
- Ackerbau & Maschinenkunde
- Garten
- Stall
- Bodenkunde

An den einzelnen Stationen hatten wir gemeinsam etwa 20-30 Minuten Zeit und wurden zu verschiedenen Themen befragt. Das Team der Prüfer bestand jeweils aus 2 Landwirten/Gärtnern aus der Praxis.
Am Ende des Tages waren wir alle froh, dass der Tag so schnell vorüber ging. Im Großen und Ganzen sind alle Lehrlinge ziemlich zufrieden mit ihren Ergebnissen (und die Prüfer natürlich auch!)
Jetzt hatten wir eine längere Seminarpause, und viel Zeit, um mal wieder „tief“ in die Arbeit auf den eigenen Betrieben einzusteigen. Nächste Woche treffen wir uns zum Mai Seminar auf Hof Sackern zum Thema „Pflanzensoziologie“. Im Juni treffen wir uns in der Kommune Niederkaufungen und werden dort eine homöopathisch arbeitende Tierärztin als Referentin haben. Im Juli sind wir auf dem Kirchhof und in der SoLawi Oberellenbach zum Thema „Pferdearbeit“.
An dieser Stelle möchte ich Ulrich und Stefan, unseren Seminarleitern, danken, die uns nun schon seit fast drei Jahren so liebevoll und einfühlsam begleiten und unterstützen! Vielen Dank für die vielen tollen Gespräche mit euch, wir freuen uns auf die gemeinsamen nächsten Jahre! :)
Inga Koch, Lehrling 3. Lehrjahr der Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Bericht aus dem 1. Lehrjahr – Januar 2017

Seit unserem letzten Artikel im Rundbrief ist einige Zeit vergangen.
Alle haben wir einen intensiven Sommer gehabt, unsere Betriebe im Jahreszeitenwechsel von verschiedenen Seiten kennengelernt und unterschiedlichste Erfahrungen gesammelt.
Die Seminare nutzen wir nach wie vor auch um uns in der Gruppe auszutauschen, uns gegenseitig zu berichten was bei uns gerade passiert und wie es uns geht.
Aus der Vielfalt an menschlichen Qualitäten entsteht eine wertvolle Gemeinschaft, aus welcher der Einzelne immer wieder Neues lernen kann. Und eine Gruppe, in der wir uns gegenseitig Inspiration und Konstanz bieten können, in einer Findungsphase die bei weitem nicht immer locker und leichtfüßig abläuft.

Auch im zweiten Halbjahr durften wir viele interessante Höfe kennenlernen.
Nach der sommerlichen Seminarpause im August ging es im September mit Schloss Hamborn los, wo wir eine erste Einführung in anthroposophische Themen, wie die Entstehung der Erde und die seelisch-geistige Entwicklung des Menschen bekommen haben. Leo Jentgens hat uns durch einige Erzählungen aus dem geschichtlichen Alltag des Hofes einen sehr lebhaften Einblick in die Entwicklung dieses für die Demeter-Welt durchaus wichtigen Ortes gegeben.
Sehr beeindruckt waren wir auch von den Bienen, die zum Teil in ausgehölten Baumstämmen ihre eigenen Waben bauen dürfen. Ann Kuohn sorgte, zwischen den zahlreichen sehr sitzbetonten Theorieeinheiten, mit aufweckendem Vertrauens- und Kommunikationstraining für viel Spaß und körperliche Bewegung.

Im Oktober ging es nach Gera, bei Jena, um zusammen mit den Demeter-Azubis aller Lehrjahre aus Nord, Ost und NRW/Hessen, die Oktobertagung zu erleben. Nach ihrem Leitsatz „Visionen schlagen Wellen“ erarbeiteten wir gemeinsam unsere Wünsche, Ideen und Ziele für die Zukunft, definierten Bedürfnisse und fragten nach Wegen diese, im Kontext unserer Alltagsrealität und Ideale zu erfüllen. Darüber hinaus nahmen wir an spannenden Kursen mit Themen von Acro- Yoga bis Öffentlichkeitsarbeit teil, tanzten, sangen und lernten neue Menschen und Wege kennen. Vielen Dank dem dritten Lehrjahr für die tolle Organisation!

Das November-Seminar fand auf dem Hof Fahrenscheidt statt, gelegen im Windrather Tal im Bergischen Land, wo derzeit vier erzeugende Demeter-Höfe ansässig sind. Dort lernten wir den Örkhof kennen, hörten Details über die Kompostführung und -präparate und durften hier auch mal selber Hand anlegen (Foto). Ludger Westhues behandelte mit uns das Thema der Zwischenfrucht. Ansonsten wurden wir in die Geheimnisse der Handelsstrukturen des Windrather Tals eingeführt, besichtigten dessen Bäckerei und lernten von Dan Felix Müller wieder sehr inspirierende Kommunikationsphänomene und–methoden kennen.

Unser letztes Seminar im Jahre 2016 fand im Dezember auf Haus Bollheim statt. Die Technik sollte hier unser Hauptthema sein und wurde uns von Manuel Botthof und Frank Sikora auf dem Silbertablett serviert. Bei klirrender Kälte schafften es die Beiden, anhand von hoch kompetentem und lustig-locker-flockigem Unterrichtsstil, unsere Gemüter zu erwärmen. Auch den zuvor nicht so sehr an Technik Interessierten, konnten sie die Handhabung diverser Werkezuge bis hin zur Funktionsweise von Kompressor und Turbolader, sowie die richtige Bezeichnung von Gelenk- und Zapfwelle nahe bringen. Darüber hinaus erarbeiteten wir gemeinsam die Kulturführung von Feldsalat, sprachen über die Kartoffel und schulten beim Zeichnen und Malen unsere Wahrnehmung und Kreativität.

Momentan befinden wir uns auf dem Dottenfelder Hof, wo wir vom 3. bis zum 28.1. unseren Januarkurs besuchen. Hier hat uns Martin von Mackensen unter anderem aus der Biographie Rudolf Steiners erzählt und mit uns zusammen verschiedene Beispiele für innerbetriebliche Berechnungen durchgeführt. Das Verhältnis zwischen Mensch und Tier haben wir mit Hilfe von eigenen Erfahrungsberichten und der Anschauung von verschiedenen Skeletten, auch im Rahmen eines Besuches des Senckenbergmuseums in Frankfurt, erarbeitet. Manfred Klett skizzierte uns die Entwicklung des Menschen, vom urindischen bis zum heutigen Zeitalter, im Hinblick auf die Entwicklung der Landwirtschaft und die Entstehung der Hofgemeinschaft als Organismus.

Die sternenklaren Nächte brachten uns, im Rahmen der Himmelskunde mit Liesbeth Bisterbosch, magische Stunden unter dem glitzernden Firmament. Regina von Mackensen führte uns in das Zeichnen von Pflanzen ein und motivierte somit Einige zum Ausbau ihrer ungeahnten Fähigkeiten.
Das gemeinsame Lesen und Besprechen der „Theosophie“ ließ uns tiefer Eintauchen ins das von Rudolf Steiner beschriebene Menschenbild, brachte viele neue Fragen und auch die ein oder andere Erkenntnis oder neue Motivation hervor. Ganz besonders möchten wir uns auch bei Simone Schuur bedanken, die uns nicht nur bei den bereits vorgesehenen Eurythmiestunden begeistert. Sie hilft uns auch sehr engagiert bei der Vorbereitung der Begrüßungsveranstaltung für die im März beginnenden Lehrlinge.
Bei den eisigen Temperaturen freuen sich Acker und Kursteilnehmer über eine tiefgründige Frostgare.

Für ausgleichende Wärme sorgen die Menschen des Hofes, die uns so wunderbar herzlich empfangen haben und sich sehr bedacht um unser seelisches und leibliches Wohl kümmern. Und so möchte ich meine Freude beim Schreiben über unsere tollen Seminare nicht trüben und die vielerorts vorherrschenden Probleme nur indirekt anzusprechen.

Es sei ein Apell ausgesprochen an alle Ausbilder und Betriebsleiter:
Bitte versucht den Arbeitsalltag mit euren Azubis zusammen so zu gestalten, dass Demeter- Landwirtschaft für junge Menschen immer attraktiver wird und wir uns einer stetig wachsenden Bewegung hin zu einer biologischen, dynamischen und immer lebendiger werdenden Welt erfreuen können.

Abschließend sei nochmals Dank gesagt an all unsere Gastgeber, den tollen Dozenten, allen Köchen und Hauswirtschaftlern, allen Organisatoren unserer Ausbildung und unseren Seminarleiterinnen Lisa Schäfer und Svenja Bruns.


Christa Tichelkamp, Lehrling 1. Lj. der Freien Ausbildung Demeter NRW & Hessen



Novemberkurs auf dem Dottenfelderhof - Bericht aus dem 2. Lehrjahr – Januar 2017

Seit vielen Jahren bietet der Dottenfelder Hof in Bad Vilbel bei Frankfurt Fortbildungen im biodynamischen Landbau an. Im Zuge meiner Ausbildung konnte ich am zweiwöchigen Novemberkurs 2016 teilnehmen. Im Rückblick war es eine der interessantesten und impulsstärksten Fortbildungen seit langem und hat mich sowohl als Lehrling im Gartenbau wie als Mensch extrem bereichert.
Die Inhalte waren vielfältig, angefangen von der Geschichte des landwirtschaftlichen Organismus im geschichtlichen Verlauf über anatomischen Betrachtungen bei Tier und Mensch, außerdem Pflanzenkunde, Bodenentwicklung, Züchtung bis hin zu Betriebsberechnungen. Der Ansatz einer ganzheitlichen, das ganze Wesen des Menschen berücksichtigenden Ausbildung wurde durch tägliche Eurythmie in den Morgenstunden sowie weitere künstlerische Einheiten ergänzt. Auch Textarbeit an der Theosophie sowie Arbeit an der Biographie Rudolf Steiners gehörte zum Programm.
Besonders spannend war die Beleuchtung der Landwirtschaft als Impulsgeber für soziale Entwicklungen, und die damit verbundenen Aufgaben und Anforderungen an die der dort tätigen Menschen.
Besonderen Wert legten alle Dozenten auf eine persönliche Beschäftigung der KursteilnehmerInnen mit den Inhalten des Kurses, um aus sich selbst heraus eigene Bilder und Urteile zu erarbeiten.
Mir blieb als wichtiger Denkanstoß im Gedächtnis, dass man bei aller im Landbau durchaus notwendigen und sinnvollen Planung und alltäglichen Klein- Klein, nicht vergessen sollte, welches Ziel, welches persönlich Ideal, welcher Traum es war, der einen ursprünglich motiviert hat sich mit der Thematik zu beschäftigen.
Den ohne Ziel kein Weg.

Sebastian Loreth, Lehrling 2. Lj. der Freien Ausbildung Demeter NRW & Hessen



Bericht aus dem 4. Lehrjahr – Dezember 2016

Unglaublich. Zu Beginn der Lehre haben wir niemals an den Abschluss gedacht, und jetzt steht er bevor und der Anfang ist so weit weg. So viele Mitlehrlinge sind unterwegs ausgestiegen, dass wir uns anstrengen müssen, um alle zusammen zu bekommen, fast die doppelte Anzahl an Aussteigern zu denen, die jetzt Abschuss machen. Viele sind Eltern geworden, worüber wir doch zu Beginn nur geflachst haben, demeter-Ausbildung, Fruchtbarkeit... Ob der Zusammenhang am Ende doch besteht?

Aber zu unseren letzten Seminaren. In diesem Falle auch wirklich die letzten! Im September haben zum ersten Mal ein Seminar organisiert, das kein landwirtschaftliches Seminar war, sondern in dem erstmalig unser Gruppenprozess und unsere Kommunikation in den Vordergrund gerückt wurde. Das hat uns gut getan, und es hat uns unsere Grenzen gezeigt, gezeigt, wie nahe und vertraut wir uns in den letzten vier Jahren geworden sind, aber auch, welche Hürden noch immer da sind, welche, teils unausgesprochenen, Erwartungen im Raum stehen und welche Missverständnisse wir vielleicht seit Jahren mit uns tragen... ein seltsames Gefühl, dass es jetzt so bald vorbei sein soll!
Aber das Ende ist in Sicht, das letzte Seminar in Bingenheim, wo wir sicherlich über die vier Jahre am häufigsten getagt haben, fand im November statt. Ein letztes Mal Botanik und Pflanzenzucht, ein letztes Mal BWL, ein letztes Mal Rinderhaltung. Und Abgabe der Jahresarbeiten und darauffolgendes stundenlanges Schmökern im Wohnzimmer. Es gab noch nie ein so schweigsames, belesenes Seminar...
Und jetzt, im Januar, unser letztes Seminar überhaupt, noch einmal eine weite Fahrt ins Wendland, und dann im Anschluss direkt die ersten Prüfungen. Ende Januar wird für uns alle dieser Teil der Ausbildung beendet sein und wir freuen uns auf unseren Abschluss am 12. März in Witten und hoffen, dass viele kommen und ihn mit uns feiern!


Tabita Kraft, Lehrling 4. Lj. der Freien Ausbildung Demeter NRW & Hessen



Bericht aus dem 3. Lehrjahr – Oktober 2016

Unser September-Seminar:
Unser Septemberseminar des 3. Lehrjahrs hat dieses Jahr in Witzenhausen stattgefunden. Mir ist der Ort sehr gut vertraut, ich habe einmal dort gewohnt. Meine „Mit-Lernlinge“ waren jedoch sehr gespannt auf Witzenhausen, u.a auch deshalb weil einige von Ihnen sich gut vorstellen können, hier nach der Ausbildung noch zu studieren.

Unterrichtseinheiten gab es zu den Themen Pflanzenkrankheiten und Schädlingen im Gemüsebau, über Kompostwirtschaft, bis hin zu Tierhomöopathie. Vor allem die Einheit über Homöopathie (Klassische Homöopathie) war erhellend für mich, da ich mich zuvor noch nie damit auseinandergesetzt habe.

Zwar haben wir noch fast 1 1⁄2 Jahr Ausbildung vor uns, jedoch macht sich schon ein bisschen Abschluss-stimmung breit, die Berichtshefte und Themen für die Jahresarbeit wollen eingereicht werden und die oder der Andere suchen noch nach einem Ausbildungsbetrieb für das letzte Lehrjahr.

Das die Ausbildung schon so weit fortgeschritten ist, ist mir erst beim Schreiben dieses Textes so bewusst geworden, obwohl Welten dazwischen zu scheinen liegen, zwischen unserem ersten Treffen auf Gut Körtlinghausen vor ein paar Jahren und dem Septemberseminar in Witzenhausen.

An diesem Punkt, will ich zum Abschluss einmal herzlich Danke sagen, an all die, die uns diesen Weg bereitet haben. Danke!


(Ein Bild, entstanden während der Führung im Tropengewächshaus in Witzenhausen)

Jonas Bechtold, Lehrling 3. Lj. der Freien Ausbildung Demeter NRW & Hessen



Bericht aus dem 2. Lehrjahr – September 2016

In vollen Zügen haben wir, das zweite Lehrjahr, den Sommer genossen, auch auf den Seminaren. Angefangen im Juni auf Schloss Hamborn zum Thema Ackerbau mit wunderbarer Stimmung und einem sehr informativem Dozenten. Weiter ging es im Juli in der Lebensgemeinschaft Altenschlirf mit einem eher sozialen Schwerpunkt. Neben Kälberaufzucht, Weideführung und Eurythmie beschäftigten wir uns dort hauptsächlich mit der Gewaltfreien Kommunikation am Beispiel unseres Lehrjahres der Freien Ausbildung, unseren Wünschen, Vorstellungen und Visionen für die Zukunft. Da die Vorstellungen der einzelnen Lehrlinge aus dem Lehrjahr sehr unterschiedlich sind, gibt es ein paar Meinungsverschiedenheiten für die sich in dieser Runde endlich Platz und Raum fand. Inzwischen sind wir alle sehr froh, dass wir über dieses Thema mit Begleitung von Dan- Felix Müller sprechen durften.
Im August fanden wir uns auf Hof Pente zusammen. Dort bearbeiteten wir neben einem anthroposophischen Thema 'Kalk und Kiesel', hauptsächlich das Thema Maschinentechnik, angefangen bei einem Motor, bis hin zu Einführungen ins Schweißen, Flexen und Sensen.
Nun kommen wir alle grade ziemlich frisch vom September Seminar zurück, zudem wir wieder in den Norden gefahren sind, um auf Hof Michael unterzukommen, denn dort hat unser Kettensägenkurs stattgefunden.

    

Nach diesen fünf unglaublich anstrengenden, langen und schweißtreibenden Tagen der Waldarbeit sind wir alle ziemlich glücklich und zufrieden auseinander gegangen, denn wir alle hatten eine Menge Spaß beim Bäume fällen und sind sehr froh, dass wir zum Thema nachhaltigen Waldbau und der Motorsäge so wunderbar beschult wurden.


Euphorisch schauen wir nun der Oktobertagung und dem Januarkurs im November entgegen.
Im neuen Jahr erwartet uns dann die Vorbereitung auf die Zwischenprüfung im April.



Inga Koch, Lehrling der Freien Ausbildung Demeter NRW & Hessen



Bericht aus dem 1. Lehrjahr – Juli 2016

Ein bunter Haufen, so lassen wir uns wohl am besten beschreiben. Wir, das derzeit erste Lehrjahr der Freien Ausbildung NRW/Hessen. 25 Auszubildende auf der Suche nach Erfahrungen, Wissen und Gleichgesinnten, gewillt unseren Alltag den Tieren, Pflanzen und Menschen unserer Hofgemeinschaften zu widmen.
18 – 46 Jahre jung und aus ganz verschiedenen Bereichen kommend, ergeben wir eine bemerkenswert harmonische Gruppe, in der sich, so scheint es, alle gut riechen können. So werden die Seminare zu Ereignissen bei denen wir uns gegenseitig inspirieren und motivieren und zusammen viel Spaß und Freude erleben. Ob singend und philosophierend am Lagerfeuer, planschend im Teich vom Birkenhof oder zusammen sitzend bei den Mahlzeiten, haben die Lehrlingstreffen uns bisher immer eine erfrischende und stärkende Abwechslung zu der meist vielen Arbeit auf den Höfen gegeben.

Und obwohl das alles so wunderbar entspannend und ausgelassen klingt, so bleibt das Lernen dabei ganz und gar nicht auf der Strecke. Hierzu drei kurze Einblicke in unsere ersten drei Seminare:

Auf dem Gärtnerhof Röllingsen bei Soest haben wir Themen zur Jungpflanzenanzucht und dem Gemüsebau im Gewächshaus und auf dem Acker behandelt. Dabei haben wir bemerkenswerte Ergebnisse von Präparateversuchen an Möhren gesehen und durften mit eigenen Augen erfahren wie herausfordernd die Züchtung einer samenfesten Romanescosorte ist. Außerdem haben wir eine Einführung in die Bestimmung von Bodenproben bekommen und erste Berührung mit der Maschinenkunde gehabt. Auf dem benachbarten Eschenhof und dem Hellweghof haben wir unter Anderem Einblicke in die Hühner- und Schweinezucht erhalten.

Das zweite Seminar fand auf dem Birkenhof im Siegerland statt. Dort waren Milchviehhaltung und Wiesen- und Weidenmanagement die zentralen Themen. So haben wir ein spannendes Beispiel für die Freilandhaltung von Schweinen kennengelernt, die Anatomie der Kuh sozusagen „am Objekt“ studiert und verschiedene Typen von Gräsern und Leguminosen für den Futterbau, sowie dessen Anbau und Pflege besprochen. Bei der Besichtigung des Schaf- und Ziegenhofes Kalteiche wurde uns die beeindruckende Hütearbeit mit dem Bordercollie gezeigt. Außerdem durften wir beim Melken der Ziegen dabei sein und haben überzeugende kulinarische Einblicke in die Veredelung von Kleinviehmilch bekommen.

Zurück im Sauerland haben wir auf Gut Körtlinghausen unser drittes Seminar verbracht. Ackerbau war der Themenschwerpunkt, wozu wir neben der Behandlung des BBCH-Codes bei der Getreideentwicklung und der Geschichte der Landwirtschaft, fundierte Maschinenkunde erhalten haben. Bei zwei langen Ackerrundfahrten haben wir Einblicke in die Fruchtfolge auf der rund 150ha weiten Anbaufläche bekommen und dabei zum Beispiel Methoden zur Unkrautregulierung kennengelernt. Zusätzlich haben wir eine Einführung in den Kartoffelanbau erhalten und bei der Herstellung von Kiesel- und Brennesselpräparat mitgeholfen.

Bisher waren die mindestens 1,5-stündigen Unterrichtseinheiten meist zu kurz um alle unsere Fragen zu klären, wodurch das allgemein hohe Interesse an den behandelten Themen deutlich wird. Es ist toll in einer solch engagierten Gruppe zu lernen, von dem bereits gesammelten Wissen und den qualifizierten Fragen jedes Einzelnen zu profitieren und durch den angeregten Austausch von vielen verschiedenen Methoden landwirtschaftlicher Praxis zu hören.
Hierbei sei an dieser Stelle auch großer Dank an all unsere bisherigen Referenten ausgesprochen. Wir waren stets mit Menschen konfrontiert, denen es wichtig war uns möglichst präzise und umfassende Antworten zu geben, die mit Herz und Seelevon ihrer landwirtschaftlichen Praxis erzählt und uns sehr detaillierte Einblicke in ihren Arbeits- und Lebensraum verschafft haben.
Neben dem Unterricht waren auch die Verpflegung und die Unterbringung auf den Höfen durchweg positiv. So wurden wir stets mit köstlichem Essen und einer gehörigen Portion an Kaffee und Kuchen versorgt und immer sehr herzlich von den Menschen auf den Höfen aufgenommen.

Herzlichster Dank auch an Lisa Schäfer und Svenja Bruns, unsere zwei Seminarleiterinnen, die einen wunderbaren Draht zu unserer Gruppe gefunden haben und uns mit zahlreichen Gruppenbildungstechniken, Gesang und Kochen über dem Feuer erfreuen.


Abschließend lässt sich sagen, dass wir erwartungsvoll in die Zukunft blicken. Wir sind gespannt auf das was noch kommt und bereit unsere Ärmel hochzukrempeln und es anzupacken.


Bester Dank an alle Demeter-Landwirte, alle Unterstützer der Ausbildung und an alle Interessierten,

Euer 1. Lehrjahr der Freien Ausbildung NRW & Hessen 2016/17



Bericht aus dem 1. Lehrjahr – Juni 2016

Das erste Lehrjahr hat mit grosser Besetzung und noch größerer Begeisterung begonnen. Eine gute Mischung sehr interessierter Menschen hat sich zusammengefunden, um mit fähigen Nachfolgern oder Neugründern die Demeter Bewegung zu unterstützen. Für uns als Begleiterinnen dieser intensiven Zeit ist es höchst spannend, zu erleben, was jeder einzelne, sowohl Lehrling, als auch Ausbilder und -betrieb, mitbringt. Es fühlt sich nicht so an, als hätten wir erst 2 Wochenenden miteinander verbracht. Schon jetzt hinterlässt jeder, der fehlt, eine spürbare Lücke. Die Neugier aufeinander, auf Themen, Dozenten und Höfe ist groß, und die Freude auf das nächste Treffen wächst mit jedem Tag, den es näher rückt.
Ich hoffe, dass das nicht nur mir so geht, und das der Schwung noch eine Weile anhält und uns so leichtfüßig weiter trägt.


Lisa Schäfer, Seminarleiterin 1. Lehrjahr der Freien Ausbildung NRW & Hessen



Bericht aus dem 4. Lehrjahr – Mai 2016

Nach einem intensiven Februarkurs auf dem Dotti, in dem wir in die Höhen und Tiefen des Landwirtschaftlichen Kurses eingetaucht sind und uns mit dem wundersamen, unglaublichen, verrückten Wesen der Alchimie beschäftigt haben, waren wir dann endlich wirklich alte Hasen – 4. Lehrjahr! Wer hätte das vor drei Jahren gedacht... Es hat sich seither doch einiges verändert in unserer Gruppe. Zum März hin gab es noch ein paar wenige Hofwechsel und zwei von uns ackern seit diesem März auf eigenen Betrieben. Unser „Seminarkind“ wächst und gedeiht und erfrischt uns alle mit ihrer puren Lebensfreude.
Das Märzseminar in Bingenheim stand dann im Zeichen der Prüfungsvorbereitungen und Iris Atrott begeisterte mit intensiven Einheiten zum Gemüseanbau im Gewächshaus. Und dann im April, wieder – und vorerst das letzte Mal – auf dem Dotti: Die Praktische Prüfung. Dabei bestanden alle bis auf zwei in ihren gewählten Bereichen. Angesichts der einen, nur teilweise nachvollziehbaren Entscheidung der Prüfer, die Prüfung als nicht bestanden zu bewerten, drängte sich allen die Frage auf, wie praktisch diese Prüfung tatsächlich ist, wie eine so große Bandbreite an vermittelten Inhalten überhaupt angemessen geprüft werden kann und ob die Kern-Leitfrage der Prüfer („Könnte ich diesen Lehrling einem Kollegen guten Gewissens als Betriebshelfer empfehlen?“) den Lehrlingen wirklich gerecht wird. Dennoch: Ein großes Danke an die Prüfer, die diesen anstrengenden Tag auf sich genommen haben – es war gut, mal ein solches Feedback zu bekommen. Nach der Prüfung waren dann Wahrnehmungsübungen mit Martin Hollerbach angesagt. Sehr angenehm und spannend, dem mal mit genug Zeit und Ruhe nachzugehen und einfach unter Anleitung ein bisschen zu „trainieren“!
Gruppentechnisch stehen wir jetzt auch vor Herausforderungen:
Es scheint so, als würden wir nun das ernten, was wir vor einem guten Jahr gesät haben, als wir uns erstmals selbst mit der Seminargestaltung befassten. Wir wollten unbedingt alles interessante in den Seminaren unterbringen und dabei haben wir übersehen, dass auch Gruppenprozesse und einfach Miteinander-Sein wirklich Zeit brauchen. Die haben wir uns nicht in ausreichendem Maß gegeben und so stehen wir vor der großen Frage, wie wir jetzt mit unserer eher zerfaserten Gruppe umgehen und wie wir dahin kommen, am Ende des 4. Jahres sagen zu können: „Hey, wie schade, dass das vorbei ist – war doch echt schön mit euch!“ Das verlangt die Initiative jedes Einzelnen und wir sind gespannt, ob und wie wir das hinkriegen.
Im Mai werden wir uns ein paar Tage intensiv mit der Mensch-Tier-Kommunikation mit Werner Wecker beschäftigen – und hoffentlich auch wieder mehr Gewicht auf die Mensch-Mensch-Kommunikation legen.

Sabeth Fladt, Auszubildende 4. Lehrjahr der Freie Ausbildung Demeter NRW & Hessen



Bericht aus dem 3. Lehrjahr – April 2016

Nun berichten wir schon als das 3. Lehrjahr.
Hinter uns liegt ein erfülltes 2. Lehrjahr mit dem 4 wöchigen Januarkurs am Ende, der sehr gut ankam.
Zurzeit sind wir mit 22 Lehrlingen immer noch eine recht große Gruppe. In der Gruppe gab es im letzten Jahr kaum Veränderung.
Anders ist es in der Seminarleitung, wo es jetzt einen Wechsel gab. Stefan hat die ersten 2 Jahre mit mir das Lehrjahr begleitet und gibt jetzt die Seminarleitung ab um sich mehr dem Hofgeschehen widmen zu können. Kontakt wird durch Seminare und andere Gelegenheiten aber weiterhin bestehen bleiben.
An seine Stelle ist Lena Dorprigter getreten, die zur Zwischenprüfung im April dazu gestoßen ist. Sie hat uns im letzten Jahr bereits auf einem Seminar vertreten und kannte somit das Lehrjahr schon. Ich werde weiterhin dabei bleiben.
Vor 2 Wochen hatten wir unsere Zwischenprüfung, wo die Lehrlinge sowohl eine praktische als auch theoretische Prüfung hatten. Am Abend vor der Prüfung kam noch mal eine sehr aktive Lernstimmung auf wo gerechnet und diskutiert wurde. Am 11. April versammelten sich dann alle 22 Lehrlinge und 8 Prüfer für die Bereiche Bodenkunde/Bodenbearbeitung, Tierhaltung, Gemüsebau und Ackerbau/Grünland bei strahlendem Sonnenschein auf dem Örkhof. Wie beim Staffellauf erschienen die Lehrlinge an ihren Stationen, wo die Prüfer aufgrund der großen Anzahl an Prüflingen ganz schön viel zu tun hatten. Der Tag war eng getaktet, aber alle haben wunderbar mit gemacht und so waren bei der Abschlussrunde viele zufriedene Gesichter zu sehen. An dieser Stelle möchte wir Seminarleiter noch mal einen großen Dank an den Örkhof aussprechen, der uns diese Prüfung so ermöglicht hat!
Das Lehrjahr hat in dem Rückblick sehr positiv über die Zwischenprüfung gesprochen. „Es ist gut zu wissen, wo ich stehe;- zu wissen was ich schon gut kann und auch zu wissen wo ich einfach nur eine Ahnung habe oder wackeliges Halbwissen.“ „Ich bin richtig motiviert jetzt noch mal viel zu lernen bis zur nächsten Prüfung.“ (Zitate aus dem Lehrjahr) Große Dankbarkeit war von Seiten der Lehrlinge, dass an dem Prüfungstag so eine entspannte Stimmung war, durch das gute Wetter, aber vor allem auch durch gut gelaunte und entspannte Prüfer. – Vielen Dank an euch Prüfer an dieser Stelle für euren großen Einsatz und auch eure positive Rückmeldung. „Mit euch kann es gut weitergehen“ (Zitat Prüfer)
--Wir sind sehr gespannt, was das neue Lehrjahr uns alles bringt und freuen uns auf die nächste Saison.



Inge von Bonin, Seminarleiterin 3. Lehrjahr der Freie Ausbildung Demeter NRW & Hessen



Stimmungsbild Februarkurs – Bericht 3. Lehrjahr, Februar 2016

In diesem noch jungen Jahr fand und findet der Februarkurs auf dem Dottenfelderhof statt, und das was ich jetzt schreibe kommt aus diesem Prozess, der etwa in der Mitte angekommen ist. Es ist meine subjektive Wahrnehmung, jedoch gerne komme ich dem Wunsch nach, ein paar Zeilen für den Rundbrief zu schreiben.
...Eurythmie, CHEMIE, lange und doch im wieder zum Thema führende Ausflüge durch die Geisteswissenschaft mit Manfred Klett mit dem Thema Düngung, spannende junge Menschen aus der Getreidezüchtung, Besuch aus Russland mit Gunther Gebhard (ursprünglich Stuttgart) und seiner Frau, Dieter Bauer einmalig, Martin von Mackensen und wie sie alle heißen und so wunderbar wirken. Dies erstmal vorweg als Versuch ein sprachliches Stimmungsbild entstehen zu lassen.
Zum Februarkurs: dieser ist ein Fortbildungskurs, der genau wie der Januarkurs, als Einstieg in die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise gelten soll, bei Hofneugründung, der aber auch unabhängig davon extern besucht werden kann, der Teil des Landbauschuljahres am Dottenfelderhofes ist und übergreift auf die Freie Ausbildung in NRW-Hessen und teilweise auch in den anderen Regionen der Freien Ausbildung.
...des Weiteren folgen noch Einheiten mit Ansgar Vortmann (Landwirtschaflicher Kurs, 4.Vortrag), David Bauer (vermutlich künstlerische Herangehensweise an das Thema: Metamorphose), Pflanzenkunde mit Dieter Bauer und Bildekräftearbeit bzw. Meditation mit Martin Hollerbach. Was mich persönlich in diesem Jahr bei der Wiederkehr auf den Dottenfelderhof sehr gefreut hat, war, dass die Ergebnisse der wirklich berührenden und intensiven Arbeit mit David Bauer (Kunsttherapeut) und Immo Eyser (Kunstpädagoge) aus dem Januarkurs im letzten Jahr noch zu sehen sind.
Ganz konkret: es hängen einige der Bilder gut sichtbar zum großen Teil an den Außenwänden des Hofes! Daran sind maßgeblich beteiligt u.a. auch das aktuell 4.LJ aus der Region Osten.
Also, wer jetzt zufällig am Dotti vorbeikommen sollte darf ganz umsonst und in schönster Atmosphäre eine Ausstellung voller Farbe genießen, hinter der ein wirklich interessanter künstlerischer Prozess steckt .
So, nun ist das Stimmungsbild farblich abgerundet und ich hoffe, sie haben einen kleinen Eindruck erhalten, von dem was mich und von dem ich weiß, auch viele andere berührt sind, hier aktuell erleben.
Mit freundlichen Frühjahrsgrüßen
Christine van Eikels, Lehrling 3. Lehrjahr der Freie Ausbildung Demeter NRW & Hessen



Vielfalt in der Gruppe! – Bericht aus dem 1. Lehrjahr, Januar 2016

Die Seminare über den Sommer waren vor allem zur Einführung in die Themen des biologisch-dynamischen Landbaus angedacht. Seit dem Herbst sind wir jetzt etwas tiefer in die Details eingestiegen. Im September waren Kompostwirtschaft und Kulturführung im Herbst- und Wintergemüse auf dem Örkhof dran. Für viele von uns war dann die Oktober Tagung eine ganz neue (tolle !!) Erfahrung. Und im November hatten wir Tierkunde und Milchverarbeitung auf Haus Bollheim.

    

Gleich nach der Weihnachtspause ging es weiter auf dem Gärtnerhof Röllingsen. Ruth Mandera präsentierte Botanik auf eine äußerst lebendige Art, die für viele noch einmal einen anderen Zugang zu den Pflanzen eröffnete. Im zweiten Teil des Seminars ging es um Getreideverarbeitung, mit Vorträgen von Müllern und Bäckern. Einen wirklich eindrucksvollen Nachmittag erlebten wir bei der Bäckerei Morgenstern, ebenfalls bei Soest.
Wir sind als Gruppe im Laufe dieser ersten 10 Monate schon ganz gut unterwegs. Es ist keine Frage, dass die Seminare immer eine sehr intensive Zeit für alle sind. Unterricht und soziale Zeiten sind beide wichtig, und trotz der Größe, mit plus minus 28 Leuten, kommen in der Regel alle auf ihre Kosten.
Ich muss auch sagen, dass wir, mit dem Wissensdurst der in der Gruppe herrscht, gerne nicht nur eins sondern auch 2 Seminare im Monat abhalten könnten! Ulrich und ich haben dann eben immer die knifflige Aufgabe, die Themen so zu streuen, dass man die Balance hält. So mancher kriegt vom Feingemüse nie genug, andere hauen dann Sprüche raus wie ‚Kann man das Dreschen oder ist es ein Unkraut ?’
Für mich ist diese Aufgabe so unheimlich spannend! Da ist einerseits der Kontakt mit den vielen jungen Menschen, die - jeder auf seine Weise - so voller Potential stecken, und andererseits die Zusammenarbeit mit den Referenten und Betriebsleitern. Ich bin sehr froh, da mitwirken zu können, und freue mich schon auf die kommende Zeit!

Stefan König, Seminarleiter 1. Lehrjahr der Freie Ausbildung Demeter NRW & Hessen



Eindrücke aus dem Wendland – Bericht 4. Lehrjahr, September 2015

Bunt, alternativ, politisch, landwirtschaftlich – auf unserem letzten Seminar im September haben wir Einblicke in die Vielseitigkeit und Besonderheit des Wendlandes bekommen.
Untergebracht waren wir in der Kommune Meuchefitz, das linksextreme Zentrum der alternativen Bewegung im Wendland - hier trifft sich einmal die Woche der Kern der politisch interessierten, aktiven Wendlandbewohner zur VoKü (Volksküche). Eine sehr warme, schöne Herberge mit bester Verpflegung und freundlichem Punker-Personal. Vermutlich der ideale Ausgangspunkt für eine Wendland-Erkundung.
Von da aus hatten wir zunächst Unterricht bei Jorin Handtmann, der sich dort mit einer Wanderimkerei und seinen Arbeitspferden selbständig gemacht hat. Am ersten Tag haben wir eine Einführung in die Imkerei bekommen und am folgenden einen ausführlichen Einblick in die Haltung und Pflege von Arbeitspferden und Durchführung eines Arbeitseinsatzes, in unserem Fall; Kartoffeln- roden auf dem CSA-Acker der Kommune Güstriz.


Praktische Demonstration zum Pferdeeinsatz im Garten der Kommune Güstritz (Jorin Handtmann und Kai Stolzenburg)

Dienstag haben wir einen größeren Ausflug gemacht und uns das Ökodorf Sieben Linden, in der Nähe von Celle, angeschaut. Auch ein sehr interessanter Einblick. Hier leben ca. 140 Menschen zusammen, die verbunden sind durch ihren hohen Anspruch an ökologisch-nachhaltiger Lebensweise.
Fährt man dort auf dem Parkplatz vor, leuchten einem direkt die Regelschilder entgegen: Handys aus! Rauchen nur in der Raucherecke! Usw.... was auf uns zunächst ganz schön dogmatisch, bis abschreckend gewirkt hat. Möchte man dann aufs Klo, findet man auf dem ganzen Gelände nur Kompostklos auf, die bei so vielen Benutzern leider nicht unbedingt in einem angenehmen Zustand sind. Wenn man es dann aber schafft, die ersten abschreckenden Eindrücke zu überwinden, fällt einem auch auf, wie sauber und ordentlich das ganze Gelände ist. Die schönen Gebäude, die bunten Gärten...und vermutlich ist eine gewisse strenge Struktur und ein gut geregeltes Miteinander entscheidend für das Bestehen einer so großen Gemeinschaft. Die Seminare zum Thema Pferdearbeit, Energie- und Wärmehaushalt, Strohballenhausbau waren sehr informativ und inspirierend, da konnte, glaube ich, jeder von uns etwas mitnehmen.
Am letzten Tag hatten wir dann noch ein ziemliches Kontrastprogramm. Und zwar wurden wir von Alexander Reiske über die Felder des riesigen Nachbarbetriebes der Kommune Güstriz geführt. Ein Biolandbetrieb, der auf seinen knapp 300 ha 5 verschiedene Gemüsekulturen, Kartoffeln und Getreide kultiviert. Darunter ca. 30 ha Schnittlauch, d.h. dort wird der komplette Bedarf an Biolandschnittlauch-Pflanzgut für Deutschland produziert. Der Anblick von so einem 11 ha Schnittlauch-Schlag, mit GPS-Technik gepflanzt und gehackt, ist schon verstörend und es kommt die Frage auf, was hat das noch mit Bio-Anbau zu tun?


Großflächiger Möhrenanbau für Völkel und Hipp im Biolandbetrieb Schäfers, Güstritz (Alexander Reiske)

Und doch war der Eindruck von dem Betrieb differenziert und es kam bei dem Rundgang durch, dass sich die Bewirtschafter darüber viele Gedanken machen und auch ihr eigenes Tun hinterfragen. Und irgendwo müssen ja die Rohstoffe für Bio-Industrieprodukte herkommen. Hinzu kommt, dass das Wendland sehr dünn besiedelt ist, mit einer schlechten Infrastruktur, d.h. eine Direktvermarktung ist nur schwer umsetzbar.
Das Fazit des Seminares: es ist sehr sympathisch, wie im Wendland so viele verschiedene Lebensmodelle nebeneinander existieren können. Nicht nur in einer schlichten Koexistenz, sondern man hat das Gefühl, die verschiedenen Menschen/ Lebensmodelle respektieren sich gegenseitig und nehmen sogar die Vorteile des anderen wahr. Z.B. herrscht eine rege Kooperation zwischen der Kommune Güstriz und diesem großen Biolandbetrieb. Jorin hat einmal die Situation ganz witzig beschrieben, wenn im Sommer manche MitarbeiterInnen der Kommune oben ohne auf dem Acker arbeiten, und die Saisonarbeiter des Nachbarbetriebs von nebenan Stielaugen bekommen, während sie ihre Tonnen Gemüse in die riesige moderne Lagerhalle bringen.
Rundum war es mal wieder ein gelungenes Seminar, um so trauriger, dass jetzt nur noch so wenige für uns folgen...

Judith Peuling, Lehrling 4. Lehrjahr der Freie Ausbildung Demeter NRW & Hessen



Gemeinschaft – Bericht 2. Lehrjahr, September 2015

Das Schöne an den Seminaren der Freien Ausbildung ist, dass sie so unterschiedlich gestaltet sind. Wir Lehrlinge dürfen eine Vielzahl von Hofkonzepten, Anbaubedingungen, Sorten oder Rassen, Themen und Menschen erleben. Immer wieder treffen wir auf richtige Originale: Bauern, Gärtner und Dozenten, die uns begeistern, zum Nachdenken anregen, schwierige Fragen aufwerfen und uns vor allem eine Menge Lehrreiches mitgeben auf unserem Weg in Landwirtschaft und Garten. Auch der Rahmen eines Seminars ist von Mal zu Mal anders geformt, völlig abhängig von den Möglichkeiten des Hofes, der uns empfängt, und auch abhängig von den Seminarleitern, die die Struktur eines Seminars konstruieren und durchziehen. Wenn ich unser Lehrjahr betrachte, dreiundzwanzig junge Menschen mit ganz eigenen Ideen, Motiven und Geschichten, wenn ich die Gruppendynamik wahrnehme, die Entwicklung innerhalb der ersten anderthalb Jahre, dann bin ich oft erstaunt, dass es immer wieder so harmonisch läuft. Keiner steht außen vor. Richtige, von einander abgegrenzte Grüppchen gibt es bisher nicht. Es sind vielmehr „Freundschaftsansammlungen“ entstanden, die untereinander verbunden sind, wo jeder mal mit jedem schwätzt, auch mal mit Leuten, mit denen man sonst weniger zu tun hat. Es gibt ein starkes „Wir“ aus den vielen einzelnen „Ichs“.


Doch wie entsteht so ein verkittetes, stabiles Gefüge, was bindet uns als Gruppe? Es ist sicherlich zuoberst das Interesse an Ökolandwirtschaft und -garten in all seinen Facetten sowie der Wille zum Lernen in nicht-schulischen Formen und der Spaß an aufweckenden Spielen und kreativen Lehrmethoden. Das Grundthema „Landwirtschaft/Garten“ hat uns zu einer Gruppe zusammengeführt. Auf den Seminaren lassen wir diesen Samen wachsen. Doch da ist noch mehr als ein gemeinsames Thema. Es sind die Seminarleiter, die uns zusammenhalten, und es sind die gemeinsamen Aktivitäten in der unterrichtsfreien Zeit, die wir als ganze Gruppe unternehmen. An zwei Seminaren ist dies besonders deutlich geworden:


Im Mai auf Hof Sackern haben Inge und Stefan die Seminarleitung wegen Hochzeitsvorbereitungen an eine Freundin abgegeben. Lena hat uns gut gehütet, auch wenn wir an diesem Seminar sicher nicht einfach waren und sie sich erst darin einfinden musste, was unsere Gruppe an Führung und Leitung braucht. Doch Inge und Stefan haben uns trotzdem gefehlt. Es fühlte sich fast ein bisschen kopflos an. Das Seminar hat bewusst gemacht, dass Inge und Stefan uns durch Kleinigkeiten beisammen halten: Hier eine Ansage, wie viel Pausenzeit noch bleibt, da eine organisatorische Ankündigung, dort ein Gespräch mit dem Einzelnen. Es fällt Verlauf eines Seminars nicht groß auf, es wirkt im Stillen. Dennoch ist es unersetzbar wichtig. Um beim Bild des Schafehütens zu bleiben: Unsre Seminarleiter sind wie Schäfer und Hunde zugleich, wir Lehrlinge sind die Schafe.
Im September hatten wir Seminar in der Lebensgemeinschaft Sassen, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Üblicherweise dienen uns die Mahlzeiten als Gemeinschaftszeit, doch wer hätte gedacht, wie elementar sie für den Gruppenzusammenhalt sind? In Sassen wurde das Café umgebaut, in dem Seminare sonst untergebracht werden. So kam es, dass wir nicht nur das Mittagessen, sondern auch Frühstück und Abendbrot in den Wohngruppen einnahmen. Jeweils zu zweit waren wir den Häusern zugeteilt. Es war interessant, das Hauselternprinzip kennen zu lernen und Erfahrungen mit behinderten Menschen zu machen. Aber auch hier fehlte uns etwas ganz unverzichtbar: Die vertrauten Menschen, der gemeinsame Austausch in Gesprächen, die lebendige Atmosphäre bei den Mahlzeiten, der Baumspruch und das Singen vor dem Essen, kurz: das „Wir“. Also organisierten wir wenigstens für den letzten Abend ein Gemeinschaftsessen, um doch noch ein bisschen Zwischenmenschliches zu pflegen.


Manchmal muss erst etwas fehlen, damit man merkt, wie sehr man es braucht. Wir brauchen im Seminar nicht nur Lernen, Zuhören und Nachdenken, wir brauchen auch Raum und Zeit für Gespräche, für gemeinsame Unternehmungen, für die Entfaltung von Zuneigung und Verbundenheit. Wir brauchen Spiele wie „Wildschweinjagd“, „Lehrling, Chef und Seminarleiter“, wir brauchen Eurythmie, Volkstanz, Korbflechten, Malen und Spaziergänge. Wir als Gruppe brauchen das alles genauso wie wir als Einzelmenschen den Fachunterricht brauchen. Wie schön, dass es in der Freien Ausbildung die bunte Mannigfaltigkeit der Seminare gibt!



Lisa Sanders, Lehrling 2. Lehrjahr der Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Rückblick auf die ersten drei Seminare des ersten Lehrjahres – August 2015

Die erste Begegnung im Ami auf dem Gärtnerhof Röllingsen begann mit der Aufregung: was ist, wenn peinliche Stille entsteht und ich nicht weiß, wie es weiter geht? Aber es entstand keine peinliche Stille. Es war ganz leicht, die rund 26 neuen Auszubildenden zu begrüßen, Organisatorisches zu klären – von dem ich ja auch noch nicht viel Ahnung hatte – und durch die 4 Tage zu führen. Natürlich war es hilfreich, dass die ersten drei Seminare vorgeplant und gebucht sind, Themen feststehen und meist Menschen mit Erfahrung als Referenten und Ansprechpartner dabei waren. Dennoch ist ja jede Gruppe anders und ein Altersspektrum von 18 – 42 Jahre muss sich auch zusammenfinden.
Schon nach dem Maiseminar hat das Lagerfeuer am dritten Abend die Gruppe zusammen geschweißt und auch die Seminarleiter Stefan und mich mitgenommen. Bemerkenswert war die große Aufmerksamkeit, mit der die Unterrichte verfolgt wurden. Auch die Referenten bestätigen immer wieder ,dass diese Gruppe ein reges Interesse am Thema hat.

Am zweiten Seminar auf Gut Körtlinghausen war die Wiedersehensfreude groß. Bei 30° C plus haben die Unterrichte draußen stattgefunden, was durch ein Wandern der Bänke und Tische mit dem Hausschatten gut möglich war. Der Unterricht war auch hier viel, das soziale Miteinander war dadurch aber nicht weniger. Neue Mitlehrlinge wurden herzlich aufgenommen und eigentlich gab es keine Grüppchenbildung, sondern jede/r konnte sich mit jedem verständigen und unterhalten. Dies ist mir sehr wichtig, soll die Gruppe doch vier Jahre gemeinsam verbringen und sich auch gegenseitig tragen können. Hier macht sich auch bemerkbar, dass der Impuls vieler unserer Lehrlinge, in die Landwirtschaft zu gehen ein sozialer ist. SoLaWi-Betriebe gibt es mehrere und Lehrlinge in sozialen Einrichtungen ebenfalls. Äußerlich besonders auffällig war der Kontrast zwischen der halb-italienischen Hochzeitsgesellschaft auf dem Schlosshof nebenan und der Gruppe barfüßiger Landwirtschaftslehrlinge auf dem Gutshof.


Das dritte Seminar hatte leider nicht genügend Schatten und war fast unerträglich heiß. Dies lähmte Seminaristen und Referenten gleichermaßen – prompt kam die Kritik hinterher, das Seminar sei nicht ausreichend interessant oder inhaltsreich gewesen. Das Abschiedsfeuer spaltete sich in zwei Gruppen, diejenigen, die nicht den Verlockungen des nahen, unüberhörbaren Konzertplatzes nachgegangen sind, hatten jedoch eine sehr lustigen Abend unterm freien Himmel. Die Übernachtung war dann am besten auch draußen.
Beim Rückblick an auf dieses Seminar wurde dann die Gruppenverabredung getroffen, nicht, ohne sich abzumelden, dem Unterricht fernzubleiben und auch pünktlich zu erscheinen, damit die anderen und auch die Referenten nicht gestört werden.

In den Bewertungsbögen wurde für meinen Geschmack meine Arbeit, der „organisatorische Ablauf / die Betreuung“ zu häufig noch mit durchschnittlich angekreuzt, da werde ich wohl dran arbeiten. Der persönliche Nutzen der Seminare wurde überwiegend positiv bewertet, das ist die Hauptsache.

Die zweite Seminarreihe hat bereits begonnen und mit jetzt 28 Lehrlingen ist es eine sehr große Gruppe geworden. Ich wünsche mir, das der Zusammenhalt bestehen bleibt.

Ulrich Krämer, Seminarleiter 1. Lehrjahr der Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Bericht 4. Lehrjahr - Praktische Prüfung - April 2015

Die Praktische Prüfung steht bereits am Anfang des 4.Lehrjahres und wird zum Ende der Lehrzeit im Jan/Feb 2016 durch die Vorlage der Jahresarbeit und der Abschlussprüfung auf dem jeweiligen Ausbildungsbetrieb ergänzt bzw. abgerundet.
Am 27. April stellten sich 9 Lehrlinge des 4. Lehrjahres einem kompetenten Prüferteam vom Dottenfelderhof und verschiedenen Regionen NRW’s und Hessens.
Um es gleich vorweg zu nehmen: alle Prüflinge haben bestanden und nach einem aufregenden Tag konnten am Abend sowohl diejenigen, die ihre Grenzen erleben mussten, als auch die ‚Unterforderten‘ ihrer Entspannung freien Lauf lassen und den Tag gemütlich ausklingen lassen.
In den 4 Bereichen der Praktischen Prüfung (Ackerbau, Tierhaltung, Gartenbau und Technik/Werkstatt) zeigten sich durchaus sehr unterschiedliche Leistungen. Während im Technik/Werkstattbereich bis auf wenige Ausnahmen nur ein unterdurchschnittliches Niveau zu erleben war, zeigten sich in den jeweiligen Kernkompetenzen Milchviehhaltung und vor allem auch im Gartenbau ein guter bis sehr guter Ausbildungsstand – dies in einem ohnehin sehr gartenbaulastigen Lehrjahr. Dabei machte sich wohl auch das noch fehlende Technik- und Schweißerseminar, das im Mai nachgeholt wird, bemerkbar. Bei der offenen und selbstkritischen Nachbesprechung zwischen Prüfern, Lehrlingen und Seminarleitern wurde jedoch auch an die Ausbilder appelliert, die Lehrlinge frühzeitig an die technischen Gegebenheiten und Anforderungen in den Betrieben heranzuführen.
Den Gastgebern der Landbauschule, den Mitarbeitern des Dottenfelderhofes und allen Prüfern ein herzliches Dankeschön für ihre Mitwirkung und ihren Einsatz.
Leo Jentgens, Seminarleiter 4. Lehrjahr Freie Ausbildung Demeter NRW & Hessen



Bericht Winter 2014/15 – April 2015

War's der Januarkurs? Oder ist es die Tatsache, dass wir die Hälfte der Ausbildung nun hinter uns haben? Oder liegt's nur am Frühling? ...
Spürbar ist jedenfalls, dass sich etwas verändert hat in den letzten Monaten. Eine Ernsthaftigkeit macht sich bemerkbar, die vorher noch nicht so da war; in der Seminargruppe, aber auch auf den Höfen. Wir sind wohl endlich in die Ausbildung hineingewachsen, denke ich mir, haben festeren Boden unter den Füßen als am Anfang, wissen eher, was wir wollen oder nicht (jetzt und später), was wir schon können und noch lernen müssen. Vor etwa einem halben Jahr haben wir uns zum ersten Mal selbst Gedanken gemacht über die Seminarinhalte und Dozenten, die wir gerne im nächten Jahr hören würden - ein Schritt in Richtung viertes Lehrjahr, in dem wir dann die Seminare komplett selbst gestalten werden. Das macht uns bewusst, dass es in unserer eigenen Verantwortung liegt, dass wir in den Seminaren (und auch sonst) zu den Themen kommen, die uns wirklich interessieren. Mittlerweile haben wir die Folgen unserer Planung zu spüren bekommen und stellen fest, dass es sich lohnt, sich für die eigenen Ideen einzusetzen. Es lernt sich ja ganz klar anders, wenn man - im Rahmen des Möglichen und Sinnvollen – selbst entscheidet, anstatt nur stumpf einen Lehrplan abzuarbeiten.


Im Dezember haben wir uns also eine Woche bei der DEULA mit Landtechnik beschäftigt, es gab Seminare über Obstbau auf dem Neuhollandshof und der Bannmühle und insgesamt wurde der Winter genutzt, um sich intensiver mit theoretischen Inhalten zu beschäftigen: Hofbilanz, Betriebskreisläufe, BWL, Hildegard von Bingen... Spannend waren auch Exkursionen in eine alte Edelsteinmine bei Idar-Oberstein, ins Senkenbergmuseum in Frankfurt und zum Schloss Freudenberg nach Wiesbaden.


Im März stand dann die Zwischenprüfung an, bei der wir in Zweiergruppen zu den Themen Boden, Ackerbau, Gemüse, Stall und BWL theoretisch und praktisch geprüft wurden. Das sollte uns unseren jeweiligen Wissensstand aufzeigen und eine Möglichkeit geben, uns für die nähere Zukunft besser orientieren zu können.
Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Prüfung wurde einmal mehr deutlich, wie sehr wir uns in der Gruppe bezüglich der Lerntypen unterscheiden – nicht für alle ist eine durchstrukturierte, sich nach einem klaren Rahmen richtende Ausbildung der optimale Weg, andere wiederum brauchen genau diese Struktur. Diese Bedürfnisse jedes Einzelnen zu berücksichtigen ist nicht leicht und stellt uns immer wieder vor Herausforderungen, die wir versuchen, gemeinsam anzugehen.
Wie schön, diese Möglichkeit zu haben und in Sachen Eigenverantwortung so gefordert zu werden!

Sabeth & Nico, 3. Lehrjahr Freie Ausbildung Demeter NRW & Hessen



Bericht vom Februarkurs aus dem 4. Lehrjahr - März 2015

Nach dem Februarkurs auf dem Dottenfelderhof sind wir Lehrlinge wieder auf unseren Höfen eingetroffen.
Drei aus unserem Lehrjahr haben zum März nochmals ihren Hof gewechselt. Judith ist nun in der Gärtnerei Grüne 9, Marcel bei der Bingenheimer Saatgut AG und Alex auf Hof Sackern.
Der Februarkurs sollte nochmal einen letzten Versuch starten uns Lehrlinge für die Biologisch Dynamische Landkultur zu begeistern und uns den Zugang zu einer Geistigen, nicht nur Materiellen Landkultur zu vermitteln.
Dieser Kurs bot für uns die Möglichkeit einmal konzentriert am Landwirtschaftlichen Kurs zu arbeiten. Neben dem täglichen Lesen und Besprechen der letzten vier Vorträge konnte dann über den Tag in den anderen Unterrichtseinheiten die entstandenen Fragen nochmals neu aufgegriffen werden.
Wir hatten das große Glück nochmals Unterricht bei Manfred Klett zu haben. Er behandelte mit uns die Düngungsfrage mit Hilfe der Präparate. Dabei war es sehr beindruckend wie er uns mit Hilfe der Willenswissenschaft (Geist, Natur, Wille) einen Zugang zur Herstellung und Anwendung der Präparate näher brachte. Mit dem Begriff der vertikalen und horizontalen Düngung gab er uns ein Bild zum Verständnis der Präparatewirkung.
Der Versuch durch die erste Woche mit der Chemie einen handfesten Zugriff zu den Stoffen Schwefel, Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff und deren Wirkungskräften zu bekommen, ist gelungen und bei jedem blieb etwas hängen.
In der zweiten Woche widmeten wir uns dem Tier. Über Fütterung bis zur Anatomie durch die Sezierung eines Schafes war alles geboten. Zum Abschluss der zweiten Woche hatten wir mit Hannah Spätgens einen ganzen Tag im Zeichen der Pferdearbeit. Danke dir nochmal Hannah.
In der dritten Woche befassten wir uns mit unseren Inneren Fähigkeiten. Das Erfassen der Tiere mit Hilfe des Zeichnens gab neue Einblicke in das Beobachten und Wahrnehmen dieser. Mit der Meditationsanleitung und Praktischen Übung von Robin Schmidt wurde uns ein Handwerkzeug geliefert mit dem wir die Fragen aus dem Kurs nun in ihrem Wesen, als Wesenheiten kennenlernen bzw. ergründen können.
Nach der zweiten Wochen stellte sich bei vielen eine geistige Erschöpfung ein und der Kurs konnte leider oft nur noch aufgenommen statt verstanden werden und viele Fragen blieben bei uns und nun auf unseren Höfen!
Die intensive Betrachtung während dem Februarkurs weckte letztendlich noch bei einigen das Interesse an einer geisteswissenschaftlichen Betrachtung der Landkultur.
„Wirkliche Wissenschaft entsteht erst dann, wenn man die Wirkungskräfte in die Hände bekommt“1
Jetzt geht es darum, das Gehörte auf unseren Höfen auszuprobieren, umzusetzen und Erfahrung zu sammeln!
Ende April findet nun unsere Praktische Abschlussprüfung statt und wir freuen uns unsere vorhandenen praktischen Erfahrungen aus den letzten drei Jahren dort zu zeigen.
1Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft 8. Auflage, 1999, Rudolf Steiner Verlag Dornach/Schweiz
Johannes Bastek, Lehrling im 4. Lehrjahr Freie Ausbildung Demeter NRW & Hessen



Die Wittener Woche – ein Rückblick

Hüft und Atlas kreisen
in des Alexandertechnik weisen.
So kann der Körper ganz allein
Für Gelenk und Muskel schonend sein.
Fragst du ihn nun, wie willst du’s tun,
so antwortet er: Mit Bedacht
und nicht nach Rat der Genossenschaft.

Den Wittner Lichtern sei Dank,
dass am Himmel kaum ein Sterne stand.
Das war für uns sehr angenehm,
denn so erkannten auch die Laien
die Sternbilder in ihren Reihen

In dem Unterricht der Evolution
gabs der manchen Theorien schon.
Wir lernten eine neue,
die nicht nur Scheue,
Angst und Kampfe fasst,
sondern ganz in Goethes Tradition
in ihrer Argumentation
schaut was Wesen wirklich lenkt
und nicht Konzepte großer Meister denkt.

Neue Lernlinge gab es am Sonntag auch,
die wurden getestet nach Schulmeisters Brauch
mit vielen Fragen
zur Landwirtschaft und den großen Demeter Sagen.
Auf das sie wissen was so Gutes kommt
Und nicht verzweifeln als Lehrling ohne Horizont.

Die gute alte Küchenfrau nahm so manches sehr genau
Ein Tipp: Du solltest es nicht wagen
beim spülen keine Schürze zu tragen.

Zu guter Letzt wissen wir nun,
das in guter Kommunikation
Beide Partner Erwachsen sind
Und nicht etwa Mama oder Kind.

2. Lehrjahr Freie Ausbildung NRW & Hessen - März 2015



Bericht des 2. Lehrjahres vom Januarkurs 2015

Wie sieht eine gute Mensch-Tier-Beziehung aus? Wie muss ich eine Pflanze anschauen, damit ich wahrnehme, was sie mir über sich erzählt? Warum genau ist der Regenwurm so unglaublich wichtig, was machen Gräser und Leguminosen mit dem Boden, wie berechne ich, wie viele Tiere ich von meinen Flächen ernähren kann - und was haben Planeten und Geometrie damit zu tun?
Fragen wie diesen gehen wir im Januarkurs auf dem Dottenfelderhof vier Wochen lang nach. Es ist eine intensive Zeit. In den morgendlichen Eurythmiestunden bekommen wir ein erstes Gefühl für diese Bewegungskunst, mit der die wenigsten von uns sich schon wirklich auseinandergesetzt haben. Was sind die Qualitäten der Vokale und welche Form kann diese Qualitäten ausdrücken? Man kann ein A sein mit den Fingern, den Armen, dem ganzen Körper und als Gruppe im Raum... Auch Stäbe, Kugeln, Musik und Sprache werden mit hineingeflochten und die Eurythmie stellt sich als echte Seelengymnastik heraus.
Den Rest des Tages beschäftigen wir uns mit den unterschiedlichsten Thematiken wie Fütterung, Pflanzenkunde, der Betrieb als Organismus, Bodenentwicklung im Jahreslauf, Astronomie, Ernährungskunde, Betriebsberechnungen und den Grundlagen des Pflanzenbaus.
Neben den praxisbezogenen Einheiten gibt es aber auch Unterricht in Dingen, die aus den ersten Blick nicht viel mit der Landwirtschaft zu tun zu haben scheinen. So gestalten wir in einem intensiven, anderthalb Tage dauernden Prozess ein Relief aus Ton (komplett im Dunkeln, sprich ohne Sehsinn) und malen ein Bild zusammen bzw im Wechsel mit einem Partner, den wir erst ganz am Schluss kennenlernen. Es wird viel reflektiert und sich ausgetauscht und so üben wir uns auf künstlerische Weise in Kommunikation.
Auch Wahrnehmungsübungen und Zeichnen stehen auf den Programm, ebenso die Geometrie, die nach Steiner eine gute Denkschule ist.

Da wir nun alle schon mindestens zwei Jahre Erfahrung haben, können wir viel von dem, was im Unterricht erzählt, diskutiert und durchschmeckt wird, mit der praktischen Arbeit auf den Höfen verbinden. Zum Beispiel denken wir uns während den Betriebsberechnungen einen Betrieb aus und jonglieren mit Zahlen - sehr spannend, da für manche die eigene Hofgründung konkreter wird und dem Rest von uns klar wird, was zu so einem Hof ganz pragmatisch betrachtet so alles gehört.
Wir vom 2. Lehrjahr sind aber nicht die einzigen im Kurs. Ein Teil vom 3. Lehrjahr aus dem Osten ist auch dabei, ebenso einige staatliche Lehrlinge und andere Interessierte aus zum Teil ganz anderen Bereichen.
Es ist schön, mal ein Seminar mit noch anderen Leuten zu haben. So füllen wir die Abende mit Gesang, Improtheater, Filmen und Gesellschaftsspielen und da es auf dem Dotti selbst ja auch Veranstaltungen gibt, kommen wir in den Genuss eines Klavierkonzerts, Vorträgen und einer Käse-Reifeprüfung.

Ein bunter und sehr intensiver, aber höchst inspirierender Kurs also, in dem viele Themen nur angeschnitten werden können, der aber einen guten Überblick ermöglicht und der trotzdem so dicht ist, dass uns die Köpfe rauchen.
Jetzt muss erst mal wieder eine Weile „handfest“ gearbeitet werden, das Gelernte in der Praxis erlebt werden - bevor dann im nächsten Jahr der Februarkurs dran ist. Er winkt schon von Weitem... wir sind gespannt!



Bericht aus dem 1. Lehrjahr – Januar 2015

Mit 5 neuen Menschen seit Sommer gehen wir mit 25 Auszubildenden in das Jahr 2015 und freuen uns auf die gemeinsame Zeit und die Aufgaben die kommen mit diesen Menschen. Es ist für die Seminarleitung eine große Herausforderung so viele Menschen unter einen Hut zu bekommen (allen gerecht zu werden) und zugleich eine große Freude zu sehen, wie unser Lehrjahr immer mehr zusammen wächst, was nicht zuletzt an sehr schönen und intensiven Seminaren liegt; also rückblickend, was ist passiert?
Der Wissensdurst durfte sich im letzten Jahr in der 2. Hälfte an verschiedensten Orten stillen oder auch erweitern?! So ging es im September in Bingenheim rund um die Themen Botanik, Zwischenfrüchte, Kleegrasansaat und Stoppelbearbeitung, im Oktober auf dem Hutzelberghof erneut um das große Thema Bodenkunde und –gareaufbau und im November im Windrathertal um Gemüselagerung, Vermarktung und die vielfältige Gestaltung von Höfen (Hofbesuche im Tal). Im Windrathertal kamen neben fröhlichen Volkstanzrunden und Singerunden auch einige Herausforderungen des Lehrlingseins zutage: Oftmals - wie die Betriebsleiter selbst - zwischen viel Arbeit, knappe Geldressourcen und viel Verantwortung gestellt, wurde viel um das rechte Maß, Anerkennung, die Kunst der Kommunikation und konkrete Schritte zur eigenverantwortlichen Verbesserung gerungen. So wünschen wir, dass gute Energie alle bei ihren Aufgaben stärkt und jeden Tag neu gemeinsame Wege gefunden werden.
Zu der 2. Jahreshälfte 2014 gehörte natürlich auch die Oktobertagung, wo die Möglichkeit von unterschiedlichen Arbeitsgruppen die Freude der meisten erweckte und auch Gespräche mit anderen Auszubildenden ihren Raum hatten.
Einen schönen Start hatten wir nach ein bisschen freier Zeit über Feiertage und/oder den Jahreswechsel auf Haus Bollheim. Hier fand das Thema Technik in Werkstatt, Gewächshaus und Milchviehhaltung ihren Platz. Wir sind gespannt auf das was kommt, dann bald als das 2. Lehrjahr. Die „Wittener Woche“ und ein Motorsägenschein stehen an.
Und zu guter Letzt möchte ich nochmal einen herzlichen Dank an all die vielen Höfe aussprechen, die uns mit großer Gastfreundschaft aufnahmen. Wir haben uns immer sehr wohl gefühlt.


Inge von Bonin, Seminarleiterin 1. Lehrjahr Freie Ausbildung Demeter NRW & Hessen



Bericht aus dem 4. Lehrjahr – November 2014

Es war einmal eine Gruppe von Lehrlingen des 4. Lehrjahres,
die sich noch hoch motiviert und äußerst wissbegierig auf den Weg nach Escherode im schönen Hessen machte.
Abends hatten sie sich alle auf Hof Gastwerke getroffen und hörten über die Geschichte des Hofes.
Ein noch junges, aber höchst interessantes Projekt.
Dennoch ist es höchst interessant, dass auch krumme Gurken an den „Mann“ gebracht werden können.
Selbst die gammeligsten Möhren finden ihren Weg in den Suppentopf der feinen Kasseler.
Aber es gibt noch so viel mehr im Leben.
Trotzdem können wir rückwirkend sagen, diese besondere Zeit des Lebens genossen zu haben.
Denn neben den vielen Anstrengungen, haben wir auch viel miteinander gelacht.
Mit viel guter Laune war es dann auch kein Problem die vorwinterliche Kälte zu durchstehen.
Danach gingen wir wieder rein und tranken kurz Kaffee. Als es dunkel wurde, ging der Unterricht über Bodenkunde weiter.
Dort lernten wir konservieren und Pressschokolade aufzulösen.
Spätestens dann haben alle an das köstliche Abendbrot der lieben Helferlein aus der Escheroder Kommune gedacht.
Und was kann man sich schon mehr wünschen, als den Tag mit solchen Köstlichkeiten zu beenden.
Alles in allem eine gelungene Zeit!
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute ...

Autoren: Viola Göpel, Martin Piper, Gideon Brosius, Thomas Penseler, Moritz Hardebusch, Hannah-Theresa Wappler, Annika Roth, Daniel Fitsch



Süddeutschlandtour mit anschließender geologisch-pflanzensoziologischer Exkursion in die Schweiz und angehängter Hochgebirgstour

klingt gut oder? War es auch...

Begonnen hat unser Seminar am 22.8. auf dem Lehenhof am Bodensee. Bis jetzt die weiteste Anreise unserer Ausbildung, aber dafür auch eine der Schönsten.
Nach und nach weicht die Teerlandschaft Mitteldeutschlands, wir verlassen die Autobahn und finden uns in den bergigen Wiesen Süddeutschlands wieder. Am Horizont die ersten Dreitausender.
Einzug in die Jugendherberge „Am Höchsten“, 850 m ü. M., höchster Berg des Bodenseeraumes. Was für ein Ausblick.
Ganz schnell wurde allen klar, dass dies ein ganz besonderes Seminar wird. Fachlich eines des ganz Großen. Die Sommerpause im Juli und der immer enger werdende Kontakt mit dem 4. Lehrjahr, mit welchem wir schon einige Seminare zusammen hatten, machten es auch sozial zu einem der Schönsten.
Mit Futterwerbung und Schweinehaltung schlossen Alexander Reiske und Johannes Simons das Thema Tierhaltung bis auf Weiteres ab. Wir besuchten den neuen Kuhstall des Lehenhofes, die Hofgemeischaft Heggelbach, Hofgut Rengoldshausen und den Andreashof. Auf letzterem deckten wir uns reichlich mit Lichtwurzelknollen ein.
Ach ja.... die Lichtwurzel. Nahrungsmittel, Heilmittel, Mythen umrangt oder doch nur spirituelle Phantasie? Fest steht, die anschließende Rückfahrt zur Jugendherberge, nach ordentlich Lichtwurzel Konsum war denkwürdig. Im Radio lief der passende Soundtrack und trug uns durch die malerische Gegend, weg vom Arbeitsalltag. Sorgenfrei, euphorisch.

Nach sehr herzlichem Dank an die Lehenhöflinge für das organisatorische und fachlich hervorragende Seminar und die ebenso gute leibliche Versorgung in der Bauernstube, ging es weiter in die Schweiz. Natürlich wurden gleich zwei Autos an der Grenze raus gezogen und kontrolliert.
Stück für Stück schraubten wir uns im Nebel über die Serpentinen in luftige Höhen. Rechts der Fels, links Nichts.
In Mörel, an der oberen Rhone angekommen fuhren wir mit der Seilbahn auf die erste Hütte. Riederfurka 2065 Höhenmeter. Wir bezogen nach einem kleinem Aufstieg unser Gemeinschaftsquartier. 15m² für 9 Leute. Privatsphäre Fehlanzeige.
Ohne Gepäck und mit guter Laune ging es einen gut ausgebauten Wanderweg zur ersten Exkursion. Links von uns das Tal, weiter hinten der Gletscher und zum Anfassen nahe 3000 Meter Fels.
Der Weg schlängelte sich durch den Nadelwald, welcher aber schon 100 Meter höher lichter wurde und uns als Baumgrenze klar machte wie hoch wir hier eigentlich sind.

Irgendwann trafen wir dann auf den Schweizer Forstingenieur, Bergwaldpädagogen und Doktor der Ökologie, Christoph Leuthold, unseren Referenten. Spezialist für den Arven-Lärchen Wald, das Aletsch-Gletschergebiet und die verschiedenen Sukzessionsstadien. Nach einigen allgemeinen Erläuterungen zur Gletscherentstehung und seinem Verhalten, lernten wir in dieser malerischen Landschaft zu lesen. Unvorstellbar das der Weg den wir eben gingen im Jahre 1850 die Gletschergrenze bildete. Die Jungmoräne.
Wo doch das Eis gut 2 km weiter hinten und 300 Meter tiefer liegt. So langsam dämmerte uns wie wandelbar diese Landschaft ist. Die Berge sind im ständigen Wandel.

Als wir sichtlich erschöpft auf der Hütte ankamen zeigten sich an einigen Füßen die ersten Blasen.... ... Spätestens hier wurde klar wieso Leo auf gutes Schuhwerk bestand.
Christoph hat uns versucht zu zeigen wo unsere anschließende Wanderung uns hin führen wird, aber unwirklich, in so weiter Ferne lag der Beichpass, dass dieses Vorhaben eher einem Witz glich. Wie weit waren wir an diesem Tag gelaufen? 5Km? Wie viele Höhenmeter? 300? Und im Vergleich dazu...Was stand uns bevor? Unglauben, Vorfreude und Furcht äußerten sich in humorvoller Ironie.
Das Abendessen. Total übertrieben. Genau wie die Preise. So aßen wir mit dem edelsten Panoramablick ein 3 Gängemenü. Wir wirkten so fehl am Platz. Zerrissene T-Shirts, merkwürdige Frisuren, einige barfüßig. Kaum einer war bereit die übertriebenen Getränkepreise zu zahlen. Ablehnung war spürbar. Wir waren total fehl am Platz. Nicht die übliche Klientel.

Am nächsten Morgen eine Tagestour runter zum Gletscher und Gruppenarbeit in den verschiedenen Sukzessionsstadien. Doch was ist das eigentlich und warum geht das uns Flachländer etwas an?
Kurz und knapp. Sukzession beschreibt die Besiedelung von nackten jungfreulichen Felslandschaften durch die Pflanzenwelt. Normalerweise sieht man an einem Ort immer nur das aktuelle Stadium. Doch durch den allmählichen Gletscherrückgang und das dadurch freigegebene Geröll liegen hier Jahrzehnte vegetative Entwicklung vor uns, aufgeschlagen wie ein Buch. Man muss es nur lesen können. Und genau das lernten wir von Christoph. Er ließ uns viel selber schlussfolgern, stieß uns mit der Nase in die richtige Richtung und fügte unsere Erkenntnisse zu einem Gesamtbild zusammen. Langsam begann es. Wir sahen!
Die grotesken Formen der Berge, die Farbunterschiede in der Flora, bisher einfach nur Teil der Schönheit hier oben und wunderlich an zu schauen, gaben ihre Geheimnisse preis. Das wundersame wich der Erkenntnis, wurde erklärbar. Die Demut des Unerklärlichen wich, es entstand ein Gesamtbild, in sich schlüssig, doch in seiner Komplexität neue Wunder erschaffend. Zeit für etwas Anthroposophie. Von einigen belächelt, von anderen aufgesogen wie ein Schwamm.
Ankommen am Gletscher. Bedeckt vom Geröll der umstehenden Berge ruht er dort unten. Doch er ruht nur scheinbar. Langsam, unvorstellbar langsam, gleitet er Richtung Tal, formt die Landschaft und unablässig ergießt sich das Schmelzwasser aus seinem Inneren Richtung Tal. Wird Fluss, schneidet Fels, fließt in Seen, fließt ins Meer. Wird Wolke, spendet Leben.
Am Ende der Erkenntnis wartet es. Ein Wunder. Unendliche Demut überkommt mich.
Das letzte Abendmahl. Wir. 20 Jünger. An einem Tisch, Käsefondue, gönnen uns ein Bier.
Wunderschön wie uns das gemeinsame Vorhaben zusammenrücken lässt. Am nächsten Morgen endet unser Seminar. Es ist Freitag, der 29.


Der Herr der Berge
Die Gefährten

Leo der Graue, ein weiser Förster mit Liebe für die Berge, Bezwinger mancher Gipfel und Hüter des 3. Lehrjahres hatte Großes vor. Die Überquerung des Beichpasses mit 17 tapferen Recken und Reckinnen sowie 2 erfahrenen Bergführern. Start Belalp 2130m ü.M.; Ziel Fafleralp 1750m ü.M.; dazwischen einige Kilometer Gletscher und mehrere Tausend Höhenmeter. Zeitplan 2 Tage. Wetter unsicher aber gut.

Der Weg zum Zwischenlager führte durch Täler, über Moränen, den Gletscherfluss und hinauf auf 2650 Höhenmeter. Mit unseren knallbunten Jacken und Rucksäcken sahen wir aus wie ein bunter Lindwurm der sich die Hügel hinauf schlängelt. Entfernungen werden nicht mehr in Weg sondern in Zeit angegeben. 6 Stunden. Es war ein Test. Der Gefährten und der Ausrüstung. Ankunft Oberaletschhütte. Test bestanden.
Alle wirken optimistisch und spülen sich die Müdigkeit in einer kleinen Gletscherpfütze aus den Gliedern.
Ein spartanisches, aber sehr nahrhaftes Essen füllt die Reserven wieder auf. Es folgt eine Einweisung in die Benutzung der Klettergurte und eine viel zu kurze Nacht.
Nebel zieht auf,
verhüllt die Sicht,
reduziert die eigene Welt auf diese kleine Berghütte.
Die Phantasie lässt im Dunst fiese Fratzen entstehen.
Dunkle Vorahnungen.
Geister der Berge.
Sie beobachten uns.
„Wer wagt es, unsere heilige Ruhe zu stören?
Ihr Niemande wollt uns bezwingen?“
Sie fordern uns heraus, wollen uns prüfen, damit wir daran wachsen oder daran zerbrechen.
Bis hier hin hat uns die heilige Santa Ann begleitet, mütterlich umsorgt und mit ihrem Durchhalten, den Anderen die nötige Kraft gegeben.
Dankend verabschieden wir uns, denn dort wo wir hin gehen, ist wenig Platz für Mütterliches.

Der Aufbruch
Im morgendlichen Nebel beginnt der Abstieg auf den Aletsch. Über schmale Pfade, Leitern und Geröll geht es 200 Meter, fast senkrecht nach unten. Doch von Eis war hier wenig zu sehen. Es ist zum Größten Teil von Geröll bedeckt, der sogenannten Seitenmoräne. Nur hier und da schimmert es durch und man realisiert worauf man hier eigentlich läuft. Wir teilten uns auf, 2 Gruppen, verbunden jeweils mit einem Seil. Die Bergführer voraus. Anspannung macht sich bemerkbar. Jeder Schritt wird sorgsam bedacht. Überall sind kleinere und größere Löcher, kleine Bäche die irgendwo in die Tiefen stürzen. Nach einigen Metern das Blankeis. Durch den Nebel kein Ende in Sicht.
Eine Eiswüste.
Kampf der Elemente.
Die Sonne siegt,
blendet,
wärmt.
Der Pass wird sichtbar. Mehr als 400 Meter Felswand ragen vor uns auf, bedeckt von losem Geröll und Eisfeldern. Ganz oben der Pass. Da geht es hoch?
NIEMALS!
Über Gletscherspalten springend, vorbei an Gletschertischen* an denen Gletschermaulwürfe* speisten, erreichen wir das obere Ende des Eisfeldes. Doch führt hier kein Weg oder Pfad hinauf. Unglauben macht sich breit. Die Bergführer gehen voraus, suchen einen sicheren Weg. Steine lösen sich, rollen, springen, fallen, werden zu Geschossen, kommen zur Ruhe.
In kleinen Gruppen folgen wir. Immer wieder lösen sich Steine. Wir versuchen uns gegenseitig davor zu warnen und es gelingt uns unbeschadet die erste Steigung zu bewältigen. Kurze Pause.
Wer Gesichter lesen kann liest Sorge in denen der Bergführer. Besser nicht beachten. Lieber den Blick zurück auf den Gletscher genießen. Aus dem Tal zieht Nebel auf, treibt uns vor sich her. Will sagen: „Blickt nicht zurück, schaut nach vorn!“ So gehen wir weiter, die 17 Gefährten. Der Pass rückt näher. Das Eisfeld, an dessen unterem Ende, auch. Die ersten Schneebälle fliegen. Das Feld wird steiler. Der Bergführer schlägt Stufen ins Eis. Kurz unter dem Pass sammelt sich die Gruppe.

Der Übergang

Seltsam wie sehr man sich in 3 Stunden Aufstieg an den Fels und das Eis vor seiner Nase gewöhnt. Es gibt dir Halt, trägt dich nach oben, und so lange es nicht rutscht ist es dein Freund.
Und dann.... plötzlich.... ist er einfach weg, lässt dich allein mit dem was folgt. Gibt den Blick frei auf das dahinter liegende Tal. 1500 Meter tief. 5 Kilometer breit. Nichts was dir noch Halt gibt, einen Schritt weiter und du fällst. Wie ein Schlag ins Gesicht trifft einen dieser Ausblick und überwältigt dich. Tief beeindruckend.
Pause.


Ruhe.
Genießen.
Wir haben es geschafft.
Sind am Ziel.
Und jetzt?
Hier wollten wir doch hin oder?
Fehlanzeige.
Unser Ziel liegt 1500 Meter tiefer.
Da müssen wir runter? FUCK!

Der Abstieg

Anspannung macht sich breit. Der alte gut gangbare Weg verschüttet, der Neue eher ein Provisorium. Die Berge sind im Wandel.
Die Bergführer spürbar nervös. „Habt ihr schon mal jemanden verloren?“ „Noch nicht, wir hatten Glück!“ Beruhigend oder?
Also wieder in die Seilschaft, diesmal mit den Bergführen. Links der Fels, Recht der Abgrund, dazwischen 50cm einigermaßen passierbar. Dort drauf: Wir. Verbunden nur mit einem Seil das in etwa soviel Sicherheit verspricht, wie der Notausstieg in einem Flugzeug. Fällt einer, fallen alle.
Ein Stück auf dem Gebirgskamm entlang, weiter nach oben, dann senkrecht nach unten. Mehr klettern als laufen. Abseilen, rutschen, fliegenden Steinen ausweichen.
Abstieg. Grenzerfahrung auf ganzer Linie.
Lehrlinge wurden zu Gefährten, wurden zur Familie, wuchsen zusammen, wuchsen über sich hinaus.

Abkühlung im Gletschersee.
Einzug in die Fafleralp.
„Ein kühles Bier und ein Paar neue Füße bitte!“
Unmöglich das ganze Ausmaß unserer Reise zu fassen. Veränderungen stehen an. Äußerlich wie Innerlich.

Das „Lager“ eher Luxushotel als Herberge. Federbetten, Matratzen, warme Duschen. Abendessen Königlich. Viel zu viel Besteck. Naja alla Pretty Woman einfach von Außen nach Innen.
4 Gänge.
Prunkvoller Rauchersalon.
Eine Reise der Kontraste.

Aber war da nicht noch was? 17 Gefährten, ein weiser Mann aus den Wäldern. Haben wir nicht irgendwas vergessen? Ach Scheiße... Der Ring... Naja dann machen wir das mit dem Welt retten eben das nächste Mal.

Alexander Malik, 3. Lehrjahr Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen

*Für alle Flachländer
Ein Gletschertisch besteht aus einem großen bis riesigen Stein, welcher auf einer Pyramidenförmigen Eiserhebung scheinbar ruht. Die Sonne schmilzt die ihn umgebende Oberfläche und der Stein spendet dem darunter liegenden Eis Schatten und verhindert so das Schmelzen.

*Den Gletschermaulwurf gibt es natürlich nicht, wohl aber seine Maulwurfshügel. Oberflächlich mit Kies bedeckt, darunter aus blankem Eis. 3 Meter und höher. Gletscherwasser lagert Kies ab, dieser schützt das gefrorene Nass vor der Sonne, drum herum taut es weiter. Der Fluss ändert seinen Lauf, fließt vorbei, lagert noch mehr Material ab und immer höher wird dieses unwirkliche Gebilde.



Juli - Seminar des 2. Lehrjahres in Weißenseifen


Zur Einleitung möchte der Verfasser kurz sein Anreiseritual zu den Seminaren schildern:
  1. Samstag Abend vor Seminarbeginn: Strecke wird im Internet betrachtet, wiederholte Feststellung, dass die A3 die wichtigste und die meistbenutzte Autobahn ist um von Bayern zu irgendeinem Seminar zu kommen, ausgiebiges Stöhnen, Mails werden das vermeintlich letzte Mal gecheckt, um Mitfahr- Wünsche zu berücksichtigen
  2. Sonntag früh: Wirklich letzter Blick ins Mail-Fach! Anschließend Abfahrt mit kategorischer Ausblendung des Verkehrsfunks und mit arroganter Nichtbeachtung des Navigationssystems.
  3. Aufnahme des ersten Mitfahrers am Wertheim Village, später Aufnahme des zweiten Mitfahrers am Frankfurter Flughafen
So oder so ähnlich gestaltet sich bis jetzt jede Fahrt zu den Lehrlingsseminaren.
Bei ernsthafter Betrachtung der Fahrt zum Seminar nach Weißenseifen kristallisiert sich für mich im Rückblick jedoch heraus, wie anders so eine Reise zum Seminar ist, ganz anders als ein Fahren in die Berufsschule.
Da brechen 20 Leute überall in Deutschland auf, organisieren Vertretungen und planen Abläufe voraus, suchen sich Züge, trampen oder radeln alle zu einem Ort um die anderen zu sehen, um ihnen Dinge zu erzählen und sich Dinge erzählen zu lassen. Da haben 20 Leute Lust voneinander zu lernen.
Als Lernort war diesmal zum einen das Gelände der Galerie am Pi in Weißenseifen auserkoren worden, wo sich Christiane Hamann um unser leibliches Wohl kümmerte und die uns im kreativen Teil des Seminares unsere Fähigkeiten als Holz- und SteinbildhauerInnen ausprobieren ließ. Der Ort hatte einiges an Inspirationsquellen zu bieten, vor allem die Schönheit der Eifel und die Atmosphäre der Künstlerkolonie war beeindruckend.
Der andere Lernort war der Hof Steinich, der von Christian Harborth und seiner Familie bewirtschaftet wird. Neben einer Hofführung mit Hinweisen auf die seltenen Glan-Rinder, die Pflanzenkläranlage, und den Hinweis, dass sich anthroposophische Architektur nicht zwingend mit Stallgebäuden vertragen muss, sprach er mit uns auch über alternative Einkommensformen, welche sich Höfen eröffnen können. Er sprach aus der eigenen Erfahrung, wie es ist den Hof als sozialtherapeutische Werkstatt zu führen und wir trugen zusammen, was es sonst für Einkommensformen gibt. Wichtig ist es festzuhalten, dass mit einer alternativen Einkommensform neben einigen finanziellen Freiheiten möglicherweise auch neue Verbindlichkeiten wie Gremienarbeit, Vereinsbetreuung Kontakt mit CSAlern usw. aufkommen.
Nicht verschweigen sollte man, dass wir dank Christian auch an dem geschichtsträchtigen Ballgetrete folgen konnten, welches dieses Jahr im Sommer stattfand. Das angenehmste Public-Viewing seit langem.
Weiterhin haben wir uns in den Tagen mit Wild- und Kulturpflanzen, der Pflanzenentwicklung und besonders mit der Blattmetamorphose beschäftigt. Im Hinblick darauf wie sich die Blätter vom Keimblatt bis zur Blüte entwickeln. Außerdem haben wir einen abendlichen Bestimmungsspaziergang gemacht, der für alle Teilnehmenden sehr gewinnbringend war.
Es ist schwierig im Rückblick die einzelnen Einheiten ausführlich inhaltlich zu beschreiben und das nicht weil sie unstrukturiert gewesen wären, nein, aber der Verfasser versteht sie als Impulsgeber die auf den Arbeitsalltag des einzelnen und der einzelnen ausstrahlen und so individuell das tägliche Handeln beeinflussen, und deswegen kann auch nicht gesagt werden was wir gelernt haben.
Vielmehr scheint Folgendes ein Kennzeichen der Freien Ausbildung zu sein: den Teilnehmenden wird die Freiheit gelassen, das Gelernte in ihren Alltag zu integrieren und eigene Erfahrungen zu sammeln.
Und nur so lässt sich das Gebäude des biologisch-dynamischen Landbaus erkunden. Denn ich kann mir noch so oft den Grundriss anschauen, wenn ich das Haus nicht einmal betreten habe, kann ich nicht sagen, ob ich mich darin wohl fühle.
Und so trifft sich im Abstand von vier Wochen dann die bereits oben genannte Gruppe, um sich zu unterhalten, was sie bei der letzten Hausbegehung des biologisch-dynamischen Gebäudes Neues gefunden haben, was sie gestört hat, und ob sie sich ein Wohnen vorstellen können.

Sebastian Loreth (Dorfgemeinschaft Münzinghof), 2. Lehrjahr Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Bericht aus dem 1. Lehrjahr – August 2014

Unsere ersten drei Seminare haben schon erfolgreich stattgefunden – im Mai auf Gut Körtlinghausen im Sauerland, im Juni auf dem Gärtnerhof Röllingsen bei Soest und im Juli auf dem Birkenhof im Siegerland. Die Gruppe im Lehrjahr hat schon einige intensive Stunden zusammen erlebt und wir haben schon ein sehr prägnantes Bild von „unserem“ Lehrjahr. Es macht viel Freude, mit den 25 sehr jungen und auch nicht mehr ganz so jungen Gärtnerei- und Landwirtschaftsbegeisterten die Seminarzeiten zu gestalten. Vor allem freut uns, dass keiner ohne Anschluss bleibt und auch unsere Frohnatur aus dem Senegal dem Unterricht schon gut folgen kann.

Neben den Einstiegen in die Grundzüge des Acker- und Kartoffelbaus (Körtlinghausen), des Freiland- und geschützten Anbaus sowie der Bodenkunde (Röllingsen) und der Milchvieh-, -ziegen- und Schweinehaltung (Birkenhof) fanden auch schon die Geschichte des Ackerbaus, die Getreidestadien, der acker- und futterbauliche Maschinenpark, die Bedeutung der Saatgutarbeit, Stall- und Weidesysteme und die Grünland- und Kleegrasbewirtschaftung Beachtung. Begonnen haben wir auch mit den regelmäßigen Lesestunden, wobei wir im Moment an der Neuerscheinung von Ueli Hurter „Agrikultur für die Zukunft – Biodynamische Landwirtschaft heute, 90 Jahre Landwirtschaftlicher Kurs Koberwitz“ (2014, Verlag am Goetheanum) arbeiten und so einen Einstieg sowohl in die Historie und die Ursprungsmomente als auch in die aktuelle praktische biodynamische Arbeit einiger Kolleginnen und Kollegen finden.

Beim gemeinsamen Singen schallte uns ein kräftiger Chor entgegen und auch ein abendlicher Ausflug an den Möhnesee mit Ruhemomenten in der Drüggelter Kapelle und anschließendem Lagerfeuer bildeten am gemeinsamen Bewusstsein für diesen Lebens- und Lernabschnitt. Manchmal ist auch noch zu spüren, dass der Wechsel von der Arbeit auf den Höfen, den Fahrten und dem intensiven Seminarleben mit neuen Menschen, neuen Orten und vielfältigsten Eindrücken aus dem Unterricht uns alle müde macht. An dieser Stelle sind wir einfach dankbar für die tolle Verpflegung und Betreuung auf den Seminarbetrieben!


Inge von Bonin & Stefan Bidner, Seminarleiter 1. Lehrjahr der Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Dreimal gemeinsam unterwegs… - Juni 2014

Eines heißen Nachmittags in Bingenheim ergab es sich, dass das dritte und vierte Lehrjahr der Freien Ausbildung sich trafen, um das erste von drei gemeinsamen Lehrlingstreffen miteinander zu verbringen.

Das Kernthema dieses Treffens sollte Saatgutgewinnung, -vermarktung und -recht heißen.
Hierzu hörten wir einige spannende Vorträge von Menschen, die in und um die Bingenheimer Saatgut AG herum arbeiten.
Einführend bekamen wir eine Führung durch die heiligen Hallen der Saatgut AG und einen Einblick in die Saatgutgewinnung verschiedener Gemüsekulturen. Des Weiteren wurden uns verschiedene Arten der Züchtungsarbeit vorgestellt. Abschließend zum Thema Saatgut sprachen wir über Saatgutrechte und dessen Richtlinien. Ein Punkt unter vielen, der uns an dieser Stelle erstaunt hat und mit Ratlosigkeit zurück lässt, ist der Fakt, dass Saatgut für uns in Deutschland in Südfrankreich auf seine Sortenmerkmale geprüft wird, obwohl dort ganz andere Anbaubedingungen herrschen.
Abschließend besuchten wir gemeinsam den Quellenhof und befassten uns dort noch einmal mit dem Thema Futterwerbung.
So ging das erste gemeinsame Seminar zu Ende. Alle fuhren nach Hause, beeindruckt von der Arbeit der Bingenheimer Saatgut AG und leicht gerötet von der Sonne.

Mitte Juni befanden wir uns gemeinsam auf dem Hof Michael bei Endeholz; ein sehr gemütlicher Tagungsort, der für große Gruppen viel Platz bietet. Hier traf sich das dritte und vierte Lehrjahr aus NRW und Hessen mit dem dritten Lehrjahr aus Norddeutschland. Wir vom vierten Lehrjahr befassten uns ausführlich mit dem Zwischenfruchtanbau im Gemüse- und Ackerbau, außerdem - gemeinsam mit dem dritten Lehrjahr – mit der Fruchtfolgeplanung. Als fachkundiger Referent stand uns Jorin Handtmann zur Verfügung. Auch wurde die Novembertagung geplant. Wir haben die Tage sehr genossen und freuen uns, dass wir uns als so große Gruppe dort einmal alle gemeinsam treffen konnten.

Ende August sehen wir uns alle noch einmal - dann auf dem Lehenhof am Bodensee. Dort werden uns die Themen Tierhaltung und Futterbau erwarten. Im Zentrum wird die Milchviehhaltung, der neue Stall und der Futterbau inklusive praktischer Futterwerbung vor Ort stehen. Des Weiteren dürfen wir uns auf den Schwerpunkt Schweinehaltung freuen.

Daniel, Moritz und Philip, 3. + 4. Lehrjahr Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Bericht zur Wittener Woche 2014 – März 2014

Vom 4. bis 8. März fand das monatliche Seminar des ersten Lehrjahres der Freien Ausbildung unter dem klangvollen Namen „Wittener Woche“ statt. Untergebracht waren die Seminarteilnehmerinnen und –teilnehmer in den Räumlichkeiten der Rudolf- Steiner- Schule Witten in der Billerbeckstraße.

Warf man einem Blick auf den Seminarverlauf, so reihten sich da Vortragsinhalte aneinander, die im ersten Augenblick schienen, als hätten sie mit dem landwirtschaftlichen Berufsfeld herzlich wenig zu tun.
Doch ziemlich schnell erschloss sich der Gruppe, nicht zuletzt durch die größtenteils hervorragende Didaktik der Referentinnen und Referenten, dass auch das Verständnis von Zusammenhängen die über den eigenen Betrieb, das eigene Berufsfeld, den eigenen Horizont hinausgehen, für uns als Menschen, aber gerade auch als in der Urproduktion Tätige sehr wichtig ist.

Dan- Felix Müller beleuchtete in seinen Einheiten zur Sozialgestaltung Projekte und Initiativen, die bereits auf dem Weg sind, durch ihr Handeln, ihre Impulse und ihre gelebten (scheinbaren) Utopien das Verständnis von Welt und Gesellschaft zu ändern. Obwohl Positivismus teilweise auf Pragmatik traf, versuchte er uns doch Dinge und Inspirationen mit auf den Weg zu geben, an denen wir uns aufrichten könnten, wenn wir mal wieder frustriert vor dem scheinbar unabänderlichem Ganzen stünden.

Bernd Rosslenbroich wies zu Beginn seines Vortrages zur Evolutionsbiologie darauf hin, dass das Verändern eines Elements in einem ökologischen Zusammenhang unüberschaubare Folgen haben kann, und somit Eingriffe und Umgang mit der Natur stets vor diesem Hintergrund zu betrachten sind.
Im Folgenden beschäftigten wir uns mit der Evolution und stellten fest, dass die scheinbare Linearität von Entwicklungsvorgängen schon sehr früh durchbrochen wurde.
Weitere Themenschwerpunkte waren das Spielverhalten von Tieren, dass sich nicht zweckrational erklären ließe, und Tiere manche Dinge einfach täten, weil sie es könnten und im weiteren das Kulturschaffen von Menschen, welches zunächst keinen überlebenswichtigen Grund zu haben scheint.

Eine Einführung in die anthroposophische Menschenkunde bekamen wir von Michael Schmock, der versuchte uns das zugegebenermaßen komplexe Thema nahe zu bringen. Die Diskussion, die sich ausgehend von der Frage des Ichs entwickelte wurde kritisch geführt, es wurden auch missverständliche Inhalte und Reibungspunkte des Menschenbildes diskutiert.

In die Höhen stiegen wir zusammen mit Gerhard Stocker, der uns in der Astronomie einen Crashkurs über die Bewegungen des Mondes und über die wichtigsten Gestirne gab. Weiterhin beantwortete er viele unserer Fragen über Aussaatkalender, Signaturlehre oder den Tierkreis.

In der Astronomie lernten wir, dass unsere Galaxie in einer Spiralstruktur angelegt ist. Auf eine weitere Spiralstruktur, nämlich die im innersten unseres Körpers wies Irene Schlump hin, die unsere sitzmüden Körper mithilfe der Alexander- Technik wieder in Bewegung brachte und uns anleitete, auf unseren Körper zu achten, um unsere körperlich belastende möglichst schonend ausführen zu können.

Nach vielem Diskutieren über teilweise wenig greifbare Dinge führte uns Helmut Reiske in seinen Einheiten zur Betriebswirtschaft wieder an den handfesten Alltag heran. Es wurde deutlich, dass gerade für potentielle Hofgründerinnen und Gründer oder Menschen die einen Betrieb übernehmen möchten, ein betriebswirtschaftliches Grundverständnis unbedingt notwendig ist. Anhand von Beispielen wurde uns das Verständnis von Bilanzen nahegebracht. Wir finden es gut, dass Herr Reiske uns weiterhin auf unserem Weg in die Untiefen der Betriebswirtschaft begleiten wird.

Vier Tage voller hochinteressanter Inhalte gehen vorbei. Was bleibt, was nimmt der und die Einzelne mit zurück auf den Betrieb, in den Alltag? Nun, vielleicht bleibt bei der Anzahl an Eindrücken dieser eine zurück: wir bewegen uns und leben in Zusammenhängen, die durch unser Tun und Handeln beeinflusst werden ob nun sichtbar oder nicht sichtbar. Und auch wenn man sich vielleicht mit seiner Idee als jemand wahrnimmt, der im Meer auf einer Insel steht, so sollte man nicht vor der Größe des Ozeans verzweifeln, sondern in Wasser gehen und vielleicht ein bisschen schwimmen bis man zu einer anderen Insel kommt.
Durch Seminare wie dieses wird in der Freien Ausbildung ein Stück weit so ein Schwimmen ermöglicht und gefördert.

Abschließend bedanken wir uns bei allen, die solche Seminare, solche Dozentinnen und Dozenten und schließlich die ganze Ausbildung ermöglichen.


Sebastian Loreth (Dorfgemeinschaft Münzinghof), 2. Lehrjahr Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Bericht aus dem 3. Lehrjahr – Februar 2014

Wie es der Februar so an sich hat, verbringt das dritte Lehrjahr derzeit die Wintertage auf dem Dottenfelderhof. Den Lehrlingen geht es im Gesamten gut, die Inhalte inspirieren und erfüllen sie. Das alltägliche Pensum an Unterrichtseinheiten verlangt den angehenden praktischen Prüflingen- verglichen mit dem sonst körperlich lastigen Arbeitsalltag auf den Höfen - Einiges ab. Dabei berichten sie von bereichernder bodenständiger Wissensvermittlung im Februarkurs, welcher von den Dozenten in einer weisheitsvollen und ganzheitlichen Betrachtungsweise vermittelt wird. So profitieren sie von den naturwissenschaftlichen Grundlagen, die zur allgemeinen Freude mit anthroposophischen Sichtweisen verknüpft wird. Schön ist es dabei, das sie so liebevoll vom Hof versorgt und beköstigt werden. In absehbarer Zeit dürfen sie wieder auf den Dottenfelderhof anreisen- diesmal um sich praktisch prüfen zu lassen; ein teilweise mit Aufregung erwartetes Ereignis, welches jedoch mit Gelassenheit betrachtet werden darf. Nach drei Jahren intensiver Lehrzeit ist davon auszugehen, dass sich die Auszubildenden im April kompetent und souverän den anstehenden Aufgaben stellen können. Doch bevor dieser Meilenstein erreicht wird, müssen alle Berichtshefte vollständig sein und im März dürfen sie noch einen Motorsägenkurs bei der Deula absolvieren. Bei vielen steht jetzt der Hofwechsel an - somit sind die Lehrlinge angereichert mit vielfältigen Aufgaben, die sie in den kommenden Monaten zu bewältigen haben. Vielleicht träumen sie bei so viel Bewegung nachts davon, wie ein geruhsames Schaf in den Tag zu leben...

Kathrin Bürkle, Seminarleiterin 3. Lehrjahr der Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Bericht aus dem 2. Lehrjahr – Januar 2014

1. Akt:
Vorhang noch zu

Ein Gaukler tritt auf und spricht mit fröhlich überdrehter Stimme:
„Kommen sie her, treten sie näher, erhaschen sie einen Blick, hinein in den Januarkurs.“

Vorhang öffnet sich

Morgengrauen;
Nebel;
sich langsam lichtend,
Im Hintergrund: Der Dottenfelder Hof.

Aus


2. Akt:

herumwuselnde Menschen, einige Bekannte aber noch viel mehr neue Gesichter.
Ein sich vorsichtig abtasten, kennen lernen, Sympathie aufbauen.

Dann der [Donner im Hintergrund] Stundenplan.
Das letzte Mal Stundenpläne hatten wir in der Schulzeit. Ganz schlechte Erinnerung.
Aber gut, drauf einlassen, Offenheit bewahren und den Geist ganz klar machen, dachte er sich.
Hatte ein paar mal davon gehört.
„Januarkurs – das is doch so ein hardcore Anthro-Kram - aber da musste hin - der ist geil !“
Also auf den Weg gemacht und ….... boar.
Kenne ich ja sonst, wenn überhaupt, nur die Arbeit aufm Hof,
oder eben das ganze landwirtschafts- Dingens durchs Studium.
Is dann halt immer der graue Alltag, was das Geistliche angeht.
Viel zu viele Dinge zu tun. Da fehlt einfach die Zeit für !
Aber auf dem Januarkurs, das...das...das war wie eine geistliche,
intellektuelle Oase, in der öden Wüste des Alltags.
Das landwirtschaftliche Wissen wird so knapp wie möglich gehalten und bei der geistigen Arbeit voll rein gehauen. Da geht in so einigen Köpfen - aber mal so richtig - die Post ab.

Es entstehen erste konkrete Zukunfstideen,
oder zumindest ein enorm verstärktes Gefühl zur eigenen Arbeit.
Man sammelt Erkenntnisse, kann Einblicke in höhere Welten erlangen, aber kommt auch an Grenzen, was das Unterrichtspensum angeht sowieso, aber viel eher an Grenzen der Vernunft und des ach so vertrauten Verstandes. Wagt man den Sprung, von dem sicheren Podest des Materialismus, hinein in die tiefsten Höhen des „Übersinnlichen“.

Vorhang zu,

schwarzes Samt verdeckt die Bühne,
wir starren ins Nichts

ein Gaukler lacht

Aus

Alexander Malik 2. Lehrjahr der Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Bericht aus dem 4. Lehrjahr – November 2013

Im März 2010 haben wir mit 6 Lehrlingen zur Begrüßung unseres Lehrjahres auf dem Birkenhof bei strahlend blauem Himmel (flugzeugfrei wegen des Vulkanausbruches) den „Ausbildungsmarathon“ Freie-Ausbildung begonnen. Wir sind dann recht bald auf unsere maximale Teilnehmerzahl von 18 angewachsen und waren über einen langen Zeitraum sehr stabil. Während dieser Ausbildungszeit die sich jetzt so langsam dem Ende nähert sind in unserem Lehrjahr 7 Kinder auf die Welt gekommen, was zur Folge hatte, dass durch diese Familiengründungen der ein oder andere „Verlust“ in Kauf genommen werden musste. Derzeit sind wir mit 11 Lehrlingen unterwegs die mit Volldampf auf das Ende der Ausbildung hin arbeiten.
So langsam beginnt der Endspurt der Ausbildung, die letzten Programme/Seminare sind beantragt und somit auch die letzten theoretischen Ausbildungsinhalte festgezurrt. Zum einen die gerade laufende „Nordtour“ zum Bauckhof in Klein Süstedt und der Bauckhof-Mühle, dem Buschberghof, Gut Rothenhausen und der Domäne Fredeburg. Für diesen „Höfemarathon“ haben wir uns eine Woche Zeit genommen und dafür im Dezember kein Seminar geplant. Im Januar geht es nach Hatzfeld zu Knut Böhling nach Hause und es wird noch einmal ein sehr „Theorie-lastiges“ Seminar zu den Themen Düngung, BWL und Technik, im Gegensatz zu unserer „Nordtour“, die nicht minder inhaltsreich, aber doch mit deutlich mehr Hofrundgängen und „Anschauung“ versehen ist.


Im Februar besuchen wir die Landwirtschaftliche Tagung in Dornach und im März findet mit der Vorstellung der Jahresarbeiten am 09.03.2014 der Abschluss in der Rudolf-Steiner-Schule in Witten statt.
Die Lehrlinge sind damit beschäftigt die Jahresarbeiten fertig zu stellen, denn der Abgabetermin (16. Dezember - Poststempel...) ist in greifbare Nähe gerückt.
Die Prüfer für die im Februar stattfindenden Hofprüfungen, welche die Lehrlinge vorschlagen dürfen und die Prüfer vom Initiativkreis sind ausgewählt und werden jetzt angeschrieben und gefragt, ob sie erstmalig oder auch wiederholt sich der Aufgabe stellen einen angehenden gärtnerischen oder landwirtschaftlichen Gehilfen auf seine Fähigkeiten hin zu prüfen. Es gilt dann 11 Prüfungen zu organisieren, d.h. 22 Prüfer zu finden, die sich einen ganzen Tag Zeit nehmen einen jungen Menschen in seinem Hofzusammenhang wahrzunehmen, anschließend zu spiegeln und ihnen die Qualifikation eines gärtnerischen oder landwirtschaftlichen Gehilfen zuzusprechen.
Am Anfang eines jeden Seminars, an einem der ersten Abende, machen wir eine kurze „Rückblickrunde“ bei der jeder einen kurzen Bericht zu seinem Hof, der momentanen Ausbildungssituation und weiteren Besonderheiten gibt. – Es ist spannend festzustellen dass bei etlichen Lehrlingen schon die „Übernahme-“ oder „Zukunftsgespräche“ stattgefunden haben und doch ein guter Teil als Gehilfe auf den Ausbildungsbetrieben bleiben wird. Es werden wohl – so sieht es bisher aus - die meisten in Ihrer „Branche“ bleiben.

Reinhard Lübbert, Seminarleiter 4. Lehrjahr Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Bericht vom 2. Lehrjahr – September 2013

Seit unserem letzten Beitrag in diesen Mitteilungen zur „Bochumer Woche“ ist ein gutes halbes Jahr vergangen, in dem so allerhand geschehen ist. Am augenfälligsten dürfte die Schrumpfung unseres Lehrjahres von 14 Lehrlingen auf einen jetzt wirklich starken (und hoffentlich stabilen) Kern von 10 jungen, engagierten Menschen sein.
Es dauert eben seine Zeit und bedarf der realen Erfahrung am eigenen Leib, um tatsächlich für sich selbst Gewissheit zu bekommen: ‚Ja, ich möchte diese anspruchsvolle und schöne, aber oft auch sehr schwere Arbeit zu meinem Beruf machen‘.

Die Gründe für eine Beendigung der Ausbildung sind so vielfältig, wie die Menschen eben vielfältig sind. Ich persönlich empfinde das zunächst jedes Mal als Verlust und muss mir dann ins Bewusstsein rufen, dass dies nur eine Seite der Medaille ist. Wer vermag schon die (zukünftige) Bedeutung der vielen intensiven Begegnungen, der geknüpften Verbindungen, der gemachten Erfahrungen übersehen? Und deren nachhaltigen Einfluss auf die weitere Lebensgestaltung, beispielsweise bei der Ernährung oder dem Bestreben einer ökologisch verantwortbaren Lebensweise?

Parallel zum Abgang einiger Lehrlinge geht zurzeit ein erstaunlicher Zuwachs ganz anderer Art von statten: 4 neue Erdenbürger sind innerhalb des letzten halben Jahres innerhalb des Lehrjahres angekommen oder haben Kurs auf die Erde genommen. Entsprechend hat sich die biographische Situation eines Drittels unserer Lehrlinge gravierend gewandelt, was natürlich auch nicht ohne Folgen für die individuelle Ausbildungssituation bleibt. Erfreulicherweise wollen in drei von den vier Fällen die jungen Eltern(teile) ihre Ausbildung fortsetzen: jetzt erst recht! Freilich bedarf es im Einzelfall dazu noch einiger Unterstützung.

In den 6 Seminaren, die der Bochumer Woche gefolgt sind, haben wir eine Fülle von Themen mit ausgezeichneten Dozenten bearbeitet und mehrere neue Betriebe mit ihren Chefs und Mitarbeitern kennengelernt (z.B. Hofgut Sassen, Haus Bollheim, Hofgut Oberfeld). Insbesondere die systematische Arbeit an den grundlegenden Fächern Bodenkunde (Dagmar Werren) und Botanik (Ute Kirchgaesser) und der Fachunterricht in der Tierhaltung (Alexander Reiske + Johannes Simons) sowie dem Ackerbau (Jorin Handtmann) führte Schritt für Schritt tiefer in die Materie und hat zu einer deutlichen Horizonterweiterung geführt. Die kommenden Seminare (Technikkurs Deula, Januarkurs Dottenfelderhof sowie 2 weitere Seminare im Dezember und März) sollen im gleichen Sinne weiterführen, so dass eine profunde Vorbereitung zur Zwischenprüfung im April gewährleistet ist.


Ein weiterer Höhepunkt war sicher auch der Motorsägenkurs in Schloss Hamborn im April, bei dem alle (!) Teilnehmer die anspruchsvolle Abschlussprüfung bestanden haben. Da die Motorsägenausbildung zurzeit auch Thema im Ausbildungsinitiativkreis ist und es auch auf den Betrieben immer wieder Unklarheiten bezüglich der versicherungsrechtlichen Gegebenheiten gibt, möchte ich dazu einige Hinweise geben.
So ist unter anderem die Fusion verschiedener landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften ein Grund dafür, dass zurzeit bundesweit an einer Vereinheitlichung der Mindest-Anforderungen für die Motorsägenausbildung gebastelt wird. Das ist im Grunde auch begrüßenswert, denn die Gefahren insbes. bei der Baumfällung werden in der Regel sehr unterschätzt - mit entsprechend gravierenden Folgen. Was ich so im Laufe der Zeit auf landwirtschaftlichen Betrieben alles zu sehen bekommen habe, spottet jeder Beschreibung.

Wenn man als Unternehmer (gewerblich) für andere Motorsägenarbeiten durchführen will, verlangen die gesetzlichen Unfallversicherungen den Nachweis AS Baum I (Arbeitssicherheit Baum 1), dazu bedarf es eines Lehrganges mit mind. 40 Std. und das Ablegen einer Prüfung nach vorgegebenen Standarts. Diese Lehrgänge/Prüfungen sollen/dürfen in Zukunft nur noch von zertifizierten Ausbildungsstellen abgehalten werden (da rangeln zurzeit die verschiedenen BG´s miteinander - mit zum Teil lächerlichen Auswüchsen bezüglich der Anforderungen).
Der von mir in Zusammenarbeit mit Ausbildern  einer staatl. Waldarbeitsschule durchgeführte Kurs für das 2. Lehrjahr hat sich exakt an die Vorgaben für den AS Baum I gehalten und war entsprechend aufwändig (hier war auch die Fällung von Bäumen inbegriffen).
IN DER REGEL ist es für unsere Lehrlinge jedoch ausreichend, den Umgang mit der Motorsäge am liegenden Holz zu beherrschen. Dazu reicht ein Lehrgang mit geringerem Zeit- und Personaleinsatz (siehe z.B. Deula Kurs Modul 1 und 2 gemäß GUV). Die Fällung von Bäumen sollte in jedem Fall geschultem und erfahrenem  Fachpersonal überlassen werden. Unumgänglich aber ist der Einsatz der MS durch landwirtschaftliche. Mitarbeiter bei Zaunarbeiten oder bei der Brennholzbereitung (Einschneiden von liegendem Holz). Dass ein Lehrling (bzw. später der Geselle) gewerblich und im Auftrag von Dritten im Bereich Baumpflege oder Baumfällungen tätig ist, dürfte eine Ausnahme sein. In diesem Fall müsste er in jedem Fall eine weitere Schulung durchführen.
Übrigens werden unsere Lehrlinge damit besser auf den betrieblichen Alltag vorbereitet, als die  meisten Lehrlinge der staatlichen Ausbildung. Es verhält sich nämlich so, dass bislang den staatlichen Lehrlingen mit Ablegung der Gehilfen-Prüfung AUTOMATISCH die Befähigung nach AS-Baum 1 bestätigt wird - egal, ob sie jemals eine Motorsäge in der Hand hatten oder nicht. Man darf wohl davon ausgehen, dass dieser absurde Sachverhalt in Zukunft abgeschafft wird. Was bei einer Neuregelung dann von den staatlichen Lehrlingen erwartet wird, ist meines Wissens zurzeit noch offen.
Soviel für heute zum Stand der Dinge im 2. Lehrjahr.

Leonhard Jentgens, Seminarleiter 2. Lehrjahr



Erstes Lehrjahr der freien Landwirtschaftlichen Demeter Ausbildung – August 2013

Begonnen hatte das erste Lehrjahr für uns Lehrlingen mit dem ersten Seminar auf dem Gärtnerhof Röllingsen vom 5. bis zum 8. Mai 2013.
Nach einem Betriebsrundgang und einer Stunde Kommunikationstechnik hatten wir unser erstes gemeinsames Abendessen. Hier konnten wir uns ein wenig beschnuppern, bevor es ins Bett ging, um ausgeruht in den neuen Tag zu starten.
Während der nächsten drei Tage lernten wir etwas über die Jungpflanzen-Aufzucht, Maschinen im Freilandbau und die verschiedenen Bodenarten.
Am letzten Tag machten wir dann noch Ausflüge auf den benachbarten Eschenhof und den Hellweghof.
Vom 2. bis zum 5. Juni 2013 hatten wir dann unser zweites Seminar auf Gut Körtlinghausen. Da auf Gut Körtlinghausen als Schwerpunkt Ackerbau betrieben wird, richtete sich das Seminar natürlich auch danach.
Wir lernten etwas über die Grundlagen und die Geschichte des Getreides, eine Menge über den Kartoffelanbau und welche Rolle die Fruchtfolge in der biologisch dynamischen Landwirtschaft spielt. Auch den Kuhstall nahmen wir genauer unter die Lupe.
Wir lasen in Rudolf Steiners Buch „Die praktische Ausbildung des Denkens“ und analysierten gemeinsam deren Bedeutung.
Nachdem wir am letzten Tag alles noch einmal im Rückblick zusammen gefasst hatten, machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause.
Das nächste Treffen hatten wir dann vom 4. bis zum 6. Juli 2013 auf dem Birkenhof. Der Schwerpunkt bei diesem Treffen war die Viehhaltung.
Themen der Unterrichtseinheiten waren die Einführung in die moderne Nutztierhaltung, die Geschichte und die Formen der Rinderhaltung, die Einführung in die Wiesenpflege sowie die Grundlagen des bio.-dyn. Landbaus.
Wir lernten, wie man eine Kuh beurteilt und machten anschließend noch einen Ausflug auf den benachbarten Ziegenhof Kalteiche. Hier bekamen wir eine Einführung in die Ziegen- und Schafshaltung.
Auch bei diesem Treffen lasen wir wieder in Rudolf Steiners Buch „Die praktische Ausbildung des Denkens“ und setzten uns mit dem Gelesenen auseinander.
Nach dem gemeinsamen Rückblick ging es dann wieder auf den Heimweg.
Das nächste Seminar vom 1. bis zum 4. September wird in Bingenheim stattfinden und wir werden uns mit Gesteinsbruch und Bodenkunde beschäftigen.
Wir sind alle gespannt was uns noch so alles dieses Jahr erwartet.

Laura Kim Fischer, 1. Lehrjahr Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Süddeutschland Tour - unser Sommerseminar im 4. Lehrjahr – August 2013

Im 4. Lehrjahr haben wir als Lehrlinge die Möglichkeit, uns an der Seminarplanung zu beteiligen und organisieren sie teilweise selber. Wie das vorherige 4. Lehrjahr entschieden wir uns dafür, einige Höfe in Süddeutschland anzuschauen. Dazu legten wir 2 Seminare zusammen, um knapp eine Woche im Süden zu verbringen.
Wir haben eine sehr schöne Südtour hinter uns, auch wenn der Termin aus gärtnerischer Sicht nicht sonderlich günstig lag und wir kein typisches Juni-Wetter hatten bzw. kein Badewetter.
Wir besuchten den Sonnenhof bei Stuttgart und übernachteten dort. Am Montag hatten wir eine Führung in dem WALA-Garten, wo wirklich alles außer Rasen mähen von Hand gemacht wird. Es war echt spannend und schön zu sehen, mit wieviel Handarbeit und Zuwendung zu den Pflanzen gegärtnert werden kann. Nachmittags waren wir zurück auf dem Sonnenhof und guckten uns den Kräuteranbau im größeren Maßstab an.
Am Abend fuhren wir zum Hofgut Rengoldshausen. Dort hatten wir für die restliche Woche unser Hauptquartier und machten mehrere Tages- oder Halbtages-Touren zu Höfen mit verschiedenen Fragestellungen und Themen.
So besuchten wir den Lehenhof, wo gerade eine Herde aufgebaut wird und mit Linienzucht gezüchtet werden soll. Der Neubau des Stalls und die Rundballentrocknung haben uns doch sehr beeindruckt.
Es folgte der Andreashof der durch seinen Lichtwurzelanbau oder LichtYam-Anbau sehr bekannt ist. Uns wurde die Kulturführung und Verarbeitung dieser interessanten Kultur gezeigt und erläutert.
Im Anschluss an den Andreashof fuhren wir ins Pestalozzi-Kinderdorf, der ehemaligen Wirkungsstätte unseres Seminarleiters Knut Böhling. Mit Kinderdorf hat die inzwischen sehr große Gärtnerei allerdings nur noch die Ausbildung junger Leute gemeinsam. Dort werden auf knapp 3 ha unter Glas Demeter-Gurken und -Tomaten für den Großhandel angebaut. Ebenso werden hektarweise Salat gepflanzt und vermarktet. Diese unglaubliche Betriebsstruktur hat viele von uns beeindruckt und es tauchte die Frage auf, was denken die Kunden wenn sie Demeter kaufen.
Das Seminar ging in Rengoldshausen mit muttergebundener Kälberaufzucht zu Ende.
Es war sehr schon, ein Hauptquartier zu haben und von dort aus mehrere Höfe anzuschauen.
Die Höfe, die wir besichtigten waren gerade alle im Aufschwung und bauten, sodass wir viele Neubauten sahen. Der Investitionsmut war quasi zum Greifen nahe und einfach nur zu bewundern.

Dorothea Schwietering, 4. Lj. Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Bericht aus dem 3. Lehrjahr – Juni 2013

Mit dem Übergang in das 3. Lehrjahr gab es einen Wechsel in der Seminarleitung, zum anderen stand die Zwischenprüfung aller Lehrlinge an.
Birgit Wilhelm, die sich wieder voll auf Ihre Arbeit in Berlin konzentrieren wollte, hat nach der ersten Hälfte der Lehrzeit im April schweren Herzens von den Lehrlingen Abschied genommen. Der Initiativkreis der Freien Ausbildung ist ihr sehr dankbar für all ihr Engagement und die tolle Begleitung der Lehrlinge, Daniel Kusche dankt ihr herzlich für die gute Zusammenarbeit. Neu in das Seminarleitungsteam mit Daniel kommt jetzt Kathrin Bürkle hinzu. Kathrin schloss eine Ausbildung zur Gemüsegärtnerin ab und absolvierte im Anschluss ein Studium der ökologischen Landwirtschaft in Witzenhausen. Eine Woche nach der Diplomprüfung brachte sie ihren ersten Sohn auf die Welt, der heute, neben seiner kleineren Schwester, eine Ihrer Lebensaufgaben in Witzenhausen ist. Sie bildete sich an der Naturschule Freiburg zur Naturpädagogin fort und studiert heute in Teilzeit Psychologie - ihr Anliegen ist es, mit Mensch und Natur in Harmonie zusammenzuarbeiten. Als neue Seminarleiterin freut sie sich, gemeinsam mit Daniel die Lehrlinge in den jetzt kommenden beiden Lehrjahren begleiten zu dürfen und hofft auf eine fruchtbare gemeinsame Zeit.
Die Zwischenprüfung mit praktischen und theoretischen Teil wurde auf dem Örkhof im Windrather Tal von allen 13 Lehrlingen absolviert. Sie dient insbesondere der Standortbestimmung der Lehrlinge selbst und ist eine erste Prüfungskontrolle des erlernten praktischen Handelns und der bisherigen theoretischen Seminarinhalte. Dabei wurde allen, von den dankenswerterweise zusammengekommenen Prüfern, Bäuerinnen und Bauern aus der Region, ohne die es gar nicht möglich gewesen wäre, in den Bereichen Tierhaltung, Landtechnik, Bodenbearbeitung, Ackerbau und Gemüsebau praktisch auf den Zahn gefühlt und ein Feedback zum individuellen Stand gegeben. Zudem die theoretische Prüfung und es wurden auch die Berichtshefte angeschaut und noch Tipps gegeben und Verbesserungen vorgeschlagen. Insgesamt gab es beachtliche Leistungen und Lernerfolge zu beobachten. Zugleich gilt es jedoch weiter die theoretischen und praktischen Kenntnisse bis zur Prüfung in einem Jahr noch weiter zu vertiefen. Für die Fertigstellung und Sammlung der Pflanzen für die Herbarien ist jetzt eine gute Jahreszeit. Allen an der Zwischenprüfung Beteiligten noch einmal herzlichen Dank. Wir sehen gespannt dem neuen Lehrjahr und den Vorbereitungen der Oktobertagung entgegen.

Kathrin Bürkle und Daniel Kusche, Seminarleiter 3. Lehrjahr der Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Praktische Prüfung – April 2013

Wir haben den ersten Teil der Prüfung hinter uns.
Das Seminar, in dem die praktische Prüfung lag, fand auf dem Dottenfelderhof statt. Neben der Prüfung stand noch Meteorologie und Heizungstechnik auf dem Programm.
Im strömenden Regen machten wir mit Matthias König am Sonntag den 28.4. 2013 einen Feldrundgang und waren erstaunt oder auch schockiert wie hoch das Gras schon war. Also ging es fleißig ans Gräser bestimmen, wo die meisten nicht drauf vorbereitet waren, da in anderen Teilen Deutschlands nicht wirklich was wuchs.
So kam es dann auch. dass am Montag das Mähwerk von den Ackerbau Prüflingen mehrfach an und abgebaut wurde. Sonst wurden Getreidebestände beurteilt und die Frage, ob wir das Stück für 500 €/ ha Pachten würden, lockte verschiedenste Antworten hervor.
In der Werkstatt war das Flexen und Bohren hoch im Kurs. Dort hatten die Prüfer für die meisten von uns den Benzin-Kanister und die Batterie so gestellt, dass erst mal aufräumen angesagt war. Wir haben Hackschare arbeitsbereit gemacht und der GT hat viele Abfahrtkontrollen erlebt.
Im Gemüsebau war der Kohlrabi schon zu ernten und zu verpacken und verschiedene Aussaaten und Topfungen standen an. Für alle Gemüseprüflinge fing die Prüfung jedoch gleich an: es wurde Saatgut bestimmt und mit botanischem Namen und der Pflanzenfamilie aufgeschrieben.
Im Stall war der Kuhstall der größte Bereich. Da alle von uns dort geprüft wurden, gab es am Nachmittag dort sogar parallel 2 Prüfungen. Wir haben Futterrationen zusammengestellt und gewogen, Kühe beurteilt, den Stall geschildert und und und. Teilweise ging es auch in Schweinestall.
Als wir mit den Prüfungen fertig waren, waren wir alle noch angespannt, bis alle ihr Ergebnis hatten. Von uns 13 Prüflingen haben 12 bestanden.

Es war ein sehr aufregender Tag und die Aufregung und Anspannung waren teilweise mit Händen greifbar. Doch wir haben den Tag auch dank der Unterstützung von Maike, Laurenz und Reinhard überstanden. Mit einem Lagerfeuer und Grill ließen wir den Tag mit einer schönen Runde ausklingen.

Wir bedanken uns nochmal bei allen Prüfern, die uns teilweise doch auch sehr auf den Zahn fühlten und andererseits uns etwas gezeigt haben, wenn wir es nicht wussten. Einen Dank auch an die Berichtsheftleser/Prüfer.

Dorothea Schwietering, 4. Lehrjahr Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Premiere ‚Bochumer Woche‘

In der 4-jährigen Freien Ausbildung von Demeter NRW-Hessen werden neben den monatlichen Regelseminaren (ca. 3 Tage) mehrere längere Theorieblöcke durchgeführt. Das sind zum einen ausgelagerte fachspezifische Lehrgänge z.B. für Technik (DEULA) oder der Melkerkurs auf Haus Riswick. Zum anderen handelt es sich um den sog. Januarkurs für das 2. Lehrjahr und den Februarkurs für das 3. Lehrjahr, jeweils auf dem Dottenfelderhof und schließlich um den ersten Ausbildungsblock dieser Art zum Ende des 1. Lehrjahres, der sog. ,Wittener Woche‘. Diese wurde in den vergangenen Jahren immer am Institut für Waldorfpädagogik in Witten- Annen abgehalten und hatte u.a. das Ziel, Grundlagen der Anthroposophie als Vorbereitung zum Einstieg in den Landwirtschaftlichen Kurs zu vermitteln. Leider gab es hier in den letzten Jahren zunehmend organisatorische Probleme bei der Planung und Durchführung dieses Kurses, so dass ein ‚neuer Griff‘ notwendig war. Demzufolge hatte der Ausbildungsinitiativkreis im vergangenen Herbst beschlossen, diese Kurswoche neu zu gestalten.
Als Tagungsort fand sich das Anthroposophische Zentrum ‚Kulturhaus Oskar‘ in Bochum, gleich gegenüber vom Schauspielhaus im ehemaligen GLS-Gebäude, also mitten in der Stadt im sog. „Bermuda-Dreieck“. Die Unterbringung erfolgte in der nahegelegenen Jugendherberge. Im Kulturhaus Oskar fanden wir ideale Voraussetzungen zur Durchführung des einwöchigen Seminars (vom 11. bis 15. Februar): ein passender Unterrichtsraum mit zeitgemäßer technischer Ausstattung, ein Saal für künstlerische Aktivitäten, eine Küche mit Aufenthalts- bzw. Speiseraum und eine Bibliothek als Rückzugsraum- das alles in einem Ambiente, das zum Hauptanliegen des Seminars passt: der Vermittlung anthroposophisch-geisteswissenschaftlicher Grundlagen.
Insbesondere das Menschenbild Rudolf Steiners stand dabei im Mittelpunkt. Auch seine Ansätze zur Dreigliederung des sozialen Organismus, zur Evolutionsbiologie und zur Astronomie fanden Eingang in die Programmgestaltung. Für die etwas zur Trägheit neigende Phase nach dem Mittagessen wurde jeweils ein bewegungsbetontes Element in Gestalt eines überaus launigen Tanzunterrichtes oder durch ausgelassene Gruppenspiele und künstlerische Übungen eingefügt.
Schließlich gab es zum Schluss gewissermaßen noch ein Kontrastprogramm in Form eines profunden Einstiegs in die landwirtschaftliche Betriebswirtschaft und Buchführung.

Wir blicken auf eine intensive, konzentrierte und bereichernde Arbeitswoche zurück. Obwohl manche Inhalte dem ein oder anderen Auszubildenden wie ‚von einem anderen Stern‘- also sehr weit hergeholt- erschienen, wuchs im Laufe der Tage das Verständnis dafür, von welch grundlegender Bedeutung das individuelle Menschenbild für das soziale Miteinander und für den Umgang mit der Natur, mit dem Grund und Boden, mit dem ganzen landwirtschaftlichen Organismus ist. Alle Teilnehmer, Seminaristen wie Referenten , aber auch die für das leibliche Wohl sorgende Frau Rasch-Moldenhauer mit ihrem Team, hatten Anteil daran, dass eine fruchtbare, von gegenseitigem Wohlwollen getragene Atmosphäre entstehen konnte. Angesichts der sehr unterschiedlichen Vorbildung bezüglich anthroposophischer Inhalte ist das ein sehr wertvoller Faktor für das Gelingen eines solchen Seminars und liefert konstruktive Anstöße für die Weiterentwicklung desselben.
All jenen, die am Zustandekommen der ‚Bochumer Woche‘ beteiligt waren sei an dieser Stelle Dank gesagt . Dies gilt in besonderem Maße für Michael Schmock, der als Mitbegründer der Initiative ‚FAKT 21‘ und Vorsitzender der Anthroposophischen Gesellschaft NRW , die beide ihren Sitz im Kulturhaus Oskar haben, sozusagen unser ‚Hausherr‘ war. Für seine überaus wohlwollende Unterstützung bei der Planung und Durchführung der ‚Bochumer Woche‘ möchte ich mich auch persönlich ganz herzlich bedanken und im Namen des Ausbildungsinitiativkreises dem Wunsch und der Hoffnung Ausdruck verleihen, die ‚Bochumer Woche‘ zu einer festen Größe innerhalb der Freien Ausbildung NRW-Hessen zu etablieren.


Leonhard Jentgens, Seminarleiter 1. Lehrjahr Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Gedanken zur Bochumer Woche – Februar 2013

Bochumer Woche. Stadt. Bewegung. Bewegung bedeutet Flexibilität, welche doch Ursprung, Sinn und Antrieb aller Evolution ist. Bedeutet Freiheit und ist eine Grundvoraussetzung des Lernens. Also ist Lernen Bewegen. Wandeln. So wie Bochum, und überhaupt das ganze Universum selbst nicht statisch, unbeweglich sind, sollen wohl auch wir Lehrlinge bzw. Lernenden flexibel und beweglich, ja sogar tanzend sein! Was habe ich gelernt? Wie habe ich mich bewegt? Was hat mich bewegt?  Das „Ich“ ernährt sich von den Bewegungen, die es selber macht! Ich ernähre mich von den Bewegungen, die ich selber mache. Jeder ernährt sich von seinen Bewegungen. Wandlungen. Neue Begriffe, andere Ansichten, anders Gedachtes und unterschiedlich zu meiner Welt Dargestelltes und Ausgesprochenes führt zu einer inneren Bewegung. Diese dann zur erwähnten Ernährung und damit verbundenem Wachstum.
  Gut genährt von den fünf Tagen blicke ich zurück auf zum Teil schwere aber auch leichte Kost, die verschieden zubereitet für den Ein oder Anderen mal mehr oder weniger schmackhaft war.
Eine intensive, interessante und für mich doch sehr inspirierende Bochumer Woche.


Marcel Pfeffer, 1. Lehrjahr Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



2. Lehrjahr von März bis Dezember 2012, ein Rückblick – Januar 2013

Traditionell begrüßt das „alte“ 1. Lehrjahr bei der Verabschiedung des 4. Lehrjahrs, das neue 1. Lehrjahr. Mit einem schwungvollen Musikstück und viel Wortwitz gelang den Lehrlingen im März 2012 in Witten zugleich ein wunderbarer Start in ihr verheißungsvolles 2. Lehrjahr. Neues Lehrjahr heißt für die meisten Lehrlinge auch „neuer Ausbildungsbetrieb“ und somit neue Aufgaben, neue Menschen und ein neuer Rhythmus.
Das Ende des 1. Lehrjahres war für manche der Zeitpunkt ihre Entscheidung zur „freien Ausbildung“ zu hinterfragen und gemeinsam mit uns Seminarleitern die weiteren Möglichkeiten und Wege zu bedenken. Zwei junge Frauen entschieden sich eine staatliche Ausbildung in der Landwirtschaft weiterzuführen, andere haben sich Wege ins Studium und in andere Tätigkeiten gesucht. Wir sind zum Ende des 2. Lehrjahres eine Gruppe von 13 Lehrlingen.
Die kleine Prüfung zu Beginn des neuen Lehrjahres in unterschiedlichen Themen zeigte allen, dass sie doch schon einiges gelernt und an Erfahrungen in der Landwirtschaft gesammelt haben und in welchen Bereichen noch Wissensbedarf besteht. Und so starteten die Seminare im April (Hof Pente) und Mai (Gärtnerhof Röllingsen) gleich wieder mit viel theoretischem Stoff und dem Schwerpunkthema „Bodenkunde“.
Im Juni hatten wir ein Seminar auf dem Bornwiesenhof im Hunsrück mit dem Schwerpunkt Tierhaltung und Käseherstellung. Wir lernten den Unterschied von Frisch-, Weich-, Schnitt- und Hartkäse und über die Bedeutung der Fütterung bei der Käseherstellung. Wir konnten drei verschiedene Betriebssysteme kennen lernen, den Bornwiesenhof mit Käserei und Heuballentrocknung, den Schwalbenhof mit Kurzrasenweide und einen konventionellen Milchviehbetrieb mit ganzjähriger Silagefütterung und Melkroboter. Abgerundet wurde das Seminar mit einem Einblick in die biologisch-dynamische Imkerei. Unvergesslich und für uns auch einer der Höhepunkte im letzten Jahr, war die Teilnahme unserer Gruppe am Fußballturnier des Fußballvereins in Hußweiler. Als „Kuhcastle United“ begeisterte unser Team die Zuschauer durch die unkonventionelle (natürlich biologisch-dynamische) Spielweise. Alle waren mit Einsatz und Engagement dabei und so manch einer war wohl selbst überrascht, welche Freude das Jagen nach dem Ball bereiten kann.
Im Juli in Körtlinghausen ging es um Fruchtfolge und Klauenpflege, sowie das stressfreie Treiben von Kühen. Wir erlebten sehr eindrucksvoll – beim Treiben in den Klauenstand -, dass es hierbei besonders darauf ankommt, als Mensch und Treiber, noch mehr Geduld als die Kuh aufzubringen. Dann ist es für beide ein positives Erlebnis, das in guter Erinnerung bleibt. Das gemeinsame Sammeln, Kochen (und Essen) von und mit Wildkräutern war ein weiteres schönes Gemeinschaftserlebnis mit der Gruppe.
Nach der Seminarpause im August, starteten wir mit einem Schwerpunktseminar zu Kommunikation und Potentialentfaltung in Witzenhausen, sowie einem Tag „Anatomie und Physiologie landwirtschaftlicher Nutztiere“.
Ende Oktober fand die „Novembertagung“ in Loheland bei Fulda statt. Hier erfolgte dann schon die Übergabe des 3. Lehrjahrs zur Organisation der Novembertagung 2013. Sehr anschaulich berichteten die Organisatoren von ihren Erfahrungen bei den Vorbereitungen. Trotz aller Tipps und Hinweise, die sie weitergeben wollten, war es ihnen besonders wichtig deutlich zu machen, dass jedes Lehrjahr seine Erfahrungen machen muss und dass es eine Veranstaltung von Lehrlingen für Lehrlingen. Im November folgte der DEULA Kurs in Warendorf und als Ausgleich für den vierwöchigen Januarkurs fand im Dezember kein Lehrlingsseminar statt.
Neu waren im 2. Lehrjahr die Lehrlingsreferate zu einem selbst gewählten Thema. Jeder Lehrling sollte im Laufe des Jahres ein Kurzreferat zu einer Kulturpflanze halten. So lernten wir zum Beispiel mehr über Amaranth, Chicorée, Emmer und Weizen. Einmal übten wir uns sogar in der Tomatenveredelung. Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Lehrjahr war das Führen des Berichtshefts und das Herbarium. Aus unserer Sicht gibt das Berichtsheft einen guten Überblick über die Lehrzeit und in wieweit jeder einzelne sich mit den unterschiedlichen Themen persönlich beschäftigt. Natürlich ist nicht jeder praktisch hart zupackende Lehrling auch gleich ein guter Schreiberling und so kann das Führen des Berichtshefts eine größere oder kleinere Herausforderung sein. Als Vorbereitung auf die Zwischenprüfung im April haben wir alle AusbilderInnen noch einmal gebeten, beim Abzeichnen der Wochenberichte auf wichtige praktische Themen hinzuweisen und diese je nach Bedarf noch einmal im gemeinsamen Gespräch zu vertiefen.
Und so ist das 2. Lehrjahr schon fast wieder vorbei. Auch nach zwei Jahren sind wir immer noch begeistert und dankbar, mit wie viel Engagement die einzelnen Betriebe und Menschen die Seminare auf den Höfen unterstützen. Wie Zimmer und Betten bereitgestellt werden, Räume und Materialien organisiert werden, wie 15 Menschen noch zusätzlich mit Essen und Getränke versorgt werden und vor allem wie selbstverständlich das langjährig gesammelte Wissen und die Erfahrung weitergegeben werden! Darum wollen wir diese Gelegenheit noch nutzen und uns bei allen Referenten, Betrieben, Bäuerinnen und Bauern, Gärtnerinnen und Gärtnern und allen anderen Helfern herzlich für die Gastfreundschaft und Unterstützung bedanken.
Birgit Wilhelm und Daniel Kusche, Seminarleiter 2. Lehrjahr Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



2. Lehrjahr von März bis Dezember 2012, ein Rückblick – Januar 2013>

Traditionell begrüßt das „alte“ 1. Lehrjahr bei der Verabschiedung des 4. Lehrjahrs, das neue 1. Lehrjahr. Mit einem schwungvollen Musikstück und viel Wortwitz gelang den Lehrlingen im März 2012 in Witten zugleich ein wunderbarer Start in ihr verheißungsvolles 2. Lehrjahr. Neues Lehrjahr heißt für die meisten Lehrlinge auch „neuer Ausbildungsbetrieb“ und somit neue Aufgaben, neue Menschen und ein neuer Rhythmus.

Das Ende des 1. Lehrjahres war für manche der Zeitpunkt ihre Entscheidung zur „freien Ausbildung“ zu hinterfragen und gemeinsam mit uns Seminarleitern die weiteren Möglichkeiten und Wege zu bedenken. Zwei junge Frauen entschieden sich eine staatliche Ausbildung in der Landwirtschaft weiterzuführen, andere haben sich Wege ins Studium und in andere Tätigkeiten gesucht. Wir sind zum Ende des 2. Lehrjahres eine Gruppe von 13 Lehrlingen.

Die kleine Prüfung zu Beginn des neuen Lehrjahres in unterschiedlichen Themen zeigte allen, dass sie doch schon einiges gelernt und an Erfahrungen in der Landwirtschaft gesammelt haben und in welchen Bereichen noch Wissensbedarf besteht. Und so starteten die Seminare im April (Hof Pente) und Mai (Gärtnerhof Röllingsen) gleich wieder mit viel theoretischem Stoff und dem Schwerpunkthema „Bodenkunde“.

Im Juni hatten wir ein Seminar auf dem Bornwiesenhof im Hunsrück mit dem Schwerpunkt Tierhaltung und Käseherstellung. Wir lernten den Unterschied von Frisch-, Weich-, Schnitt- und Hartkäse und über die Bedeutung der Fütterung bei der Käseherstellung. Wir konnten drei verschiedene Betriebssysteme kennen lernen, den Bornwiesenhof mit Käserei und Heuballentrocknung, den Schwalbenhof mit Kurzrasenweide und einen konventionellen Milchviehbetrieb mit ganzjähriger Silagefütterung und Melkroboter. Abgerundet wurde das Seminar mit einem Einblick in die biologisch-dynamische Imkerei. Unvergesslich und für uns auch einer der Höhepunkte im letzten Jahr, war die Teilnahme unserer Gruppe am Fußballturnier des Fußballvereins in Hußweiler. Als „Kuhcastle United“ begeisterte unser Team die Zuschauer durch die unkonventionelle (natürlich biologisch-dynamische) Spielweise. Alle waren mit Einsatz und Engagement dabei und so manch einer war wohl selbst überrascht, welche Freude das Jagen nach dem Ball bereiten kann.

Im Juli in Körtlinghausen ging es um Fruchtfolge und Klauenpflege, sowie das stressfreie Treiben von Kühen. Wir erlebten sehr eindrucksvoll – beim Treiben in den Klauenstand -, dass es hierbei besonders darauf ankommt, als Mensch und Treiber, noch mehr Geduld als die Kuh aufzubringen. Dann ist es für beide ein positives Erlebnis, das in guter Erinnerung bleibt. Das gemeinsame Sammeln, Kochen (und Essen) von und mit Wildkräutern war ein weiteres schönes Gemeinschaftserlebnis mit der Gruppe.

Nach der Seminarpause im August, starteten wir mit einem Schwerpunktseminar zu Kommunikation und Potentialentfaltung in Witzenhausen, sowie einem Tag „Anatomie und Physiologie landwirtschaftlicher Nutztiere“.

Ende Oktober fand die „Novembertagung“ in Loheland bei Fulda statt. Hier erfolgte dann schon die Übergabe des 3. Lehrjahrs zur Organisation der Novembertagung 2013. Sehr anschaulich berichteten die Organisatoren von ihren Erfahrungen bei den Vorbereitungen. Trotz aller Tipps und Hinweise, die sie weitergeben wollten, war es ihnen besonders wichtig deutlich zu machen, dass jedes Lehrjahr seine Erfahrungen machen muss und dass es eine Veranstaltung von Lehrlingen für Lehrlingen. Im November folgte der DEULA Kurs in Warendorf und als Ausgleich für den vierwöchigen Januarkurs fand im Dezember kein Lehrlingsseminar statt.

Neu waren im 2. Lehrjahr die Lehrlingsreferate zu einem selbst gewählten Thema. Jeder Lehrling sollte im Laufe des Jahres ein Kurzreferat zu einer Kulturpflanze halten. So lernten wir zum Beispiel mehr über Amaranth, Chicorée, Emmer und Weizen. Einmal übten wir uns sogar in der Tomatenveredelung. Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Lehrjahr war das Führen des Berichtshefts und das Herbarium. Aus unserer Sicht gibt das Berichtsheft einen guten Überblick über die Lehrzeit und in wieweit jeder einzelne sich mit den unterschiedlichen Themen persönlich beschäftigt. Natürlich ist nicht jeder praktisch hart zupackende Lehrling auch gleich ein guter Schreiberling und so kann das Führen des Berichtshefts eine größere oder kleinere Herausforderung sein. Als Vorbereitung auf die Zwischenprüfung im April haben wir alle AusbilderInnen noch einmal gebeten, beim Abzeichnen der Wochenberichte auf wichtige praktische Themen hinzuweisen und diese je nach Bedarf noch einmal im gemeinsamen Gespräch zu vertiefen.

Und so ist das 2. Lehrjahr schon fast wieder vorbei. Auch nach zwei Jahren sind wir immer noch begeistert und dankbar, mit wie viel Engagement die einzelnen Betriebe und Menschen die Seminare auf den Höfen unterstützen. Wie Zimmer und Betten bereitgestellt werden, Räume und Materialien organisiert werden, wie 15 Menschen noch zusätzlich mit Essen und Getränke versorgt werden und vor allem wie selbstverständlich das langjährig gesammelte Wissen und die Erfahrung weitergegeben werden! Darum wollen wir diese Gelegenheit noch nutzen und uns bei allen Referenten, Betrieben, Bäuerinnen und Bauern, Gärtnerinnen und Gärtnern und allen anderen Helfern herzlich für die Gastfreundschaft und Unterstützung bedanken.

Birgit Wilhelm und Daniel Kusche, Seminarleiter 2. Lehrjahr Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Bei uns - im 3. Lehrjahr der Freien Ausbildung NRW/Hessen – ist im Moment viel in Bewegung:

Die letzten Seminare auf dem Neuen Hof bei Düren und dem Schanzenhof in Alpen-Veen, waren vor allem der Tier- und Pflanzenzucht gewidmet, zeigten die verschiedenen Ansatzweisen der Höfe und lehrten interessante Erfahrungen ihrer Betriebsleiter.

Kurz nach der erfolgreichen Zwischenprüfung auf dem Örkhof im Mai kam Knut Böhling als 2. Seminarleiter hinzu, so dass jetzt auch die Gärtner fachliche Unterstützung von höchster Ebene bekommen haben.
Äußerlich sind wir um eine neue Auszubildende (Friederike Koch) aus der norddeutschen Freien Ausbildung gewachsen, doch 2 Lehrlinge haben unser Lehrjahr verlassen.
Zudem arbeiteten wir an der Frage, wie trotz eines vollen, abwechslungsreichen Programms bei den Seminaren, ein intensiver Einstieg in ein Thema zu schaffen ist und dabei der gruppendynamische Prozess nicht zu kurz kommt.

Die intensiven Vorbereitungen für die diesjährige Novembertagung (im Oktober!) laufen auf vollen Touren und mussten nicht nur auf den Seminaren, sondern auch neben der Arbeit auf den Höfen, organisiert werden.
Im Vorblick auf das kommende vierte Lehrjahr, müssen derzeit Themen für die Jahresarbeiten gefunden werden. Die Seminare bieten dafür eine gute Plattform sich auszutauschen, Tipps, Ideen und Unterstützung zu finden.




Bericht aus dem Ausbildungsinitiativkreis – August 2012

Seit drei Jahren besuche ich nun regelmäßig den Ausbildungsinitiativkreis, in dem ich zunächst als Lehrlingsvertreterin wirkte. Ich wusste damals noch kaum was dieser seltsame Initiativkreis eigentlich sein sollte. Ich stellte mir ein nettes Kaffeekränzchen mit den Seminarleitern und ein paar Bauern vor. Da hatte ich mich allerdings getäuscht: Seminarleiter und Bauern waren da, Kaffee und Kuchen gab es auch, aber viel Zeit zum schwatzen gibt es nicht. Im Gegenteil, es wird ordentlich auf die Tube gedrückt, dank Frank Sikora.
Mit den unendlichen langen Zahlentabellen konnte ich nichts anfangen. Warum hat die Ausbildung mit so vielen Zahlen zu tun? Mit der Zeit konnte ich immer besser verstehen was die Zahlen bedeuten, warum die Unterschriften auf den Lehrlingstreffen so wichtig sind, warum es immer wieder so schwierig für die Seminarleiter ist alles zusammen zu bekommen, was wiederum Frau Heringhaus für die Abrechnungen braucht. Es ist ein großflächiges Netzwerk, in dem es einer guten Zusammenarbeit bedarf, damit keine Komplikationen entstehen: Höfe, Lehrlinge, Seminarleiter, Dozenten, Geschäftsstelle. Aber nicht nur die Finanzen werden auf den Treffen betrachtet, sondern alle Lehrlinge spielen noch eine weit wichtigere Rolle – und in diesem Zusammenhang auch die Weiterentwicklung der Ausbildung.

Ich bin jedes mal wieder beeindruckt wie jeder Auszubildende ernst genommen wird und viele Probleme und Anmerkungen der Auszubildenden besprochen werden und engagiert nach Lösungen gesucht wird.
Es ist wunderbar immer wieder neu zu reflektieren: Ist unsere Ausbildung zeitgemäß?
Wo ist der rote Faden? Was sind Dinge die die Lehrlinge brauchen? Was hat sich verändert? Wo soll es hingehen? Zum Glück wird nicht nur philosophiert, viele Anregungen und Ideen werden tatsächlich umgesetzt und gedeihen zu sinnvollen Veränderungen.
So freue ich mich alle zwei Monate erneut auf eine intensive und fruchtbare vierstündige Zusammenarbeit!

Johanna Fellner - Abschlussjahrgang 2012 Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen und Mitglied des Ausbildungsinitiativkreises



Vom dritten in das vierte Lehrjahr – Juni 2012

Seit Beginn dieses Jahres fanden beim jetzigen 4. Lehrjahr besondere Seminare statt. Den Beginn machte der dreiwöchige Februarkurs auf dem Dottenfelderhof. In diesem Kurs übten sich die Lehrlinge neben dem Schwerpunktthema „Pflanze“ auch praktisch im Fach Chemie. Das Seminar im März diente neben dem Fachunterricht der Prüfungsvorbereitung.


Auf dem Gärtnerhof Röllingsen wurden sechs Stationen mit prüfungsrelevanten Situationen zum Thema Gemüsebau aufgebaut. Die prüfungsnahen Situationen im Bereich Werkstatt, Milchvieh, Kälberaufzucht und Schweinehaltung wurden auf Gut Körtlinghausen erprobt. Vielen Dank noch mal an alle Testprüfer. Mit dieser Vorbereitung und den aufgezeigten Lücken hatten die Lehrlinge noch einen guten Monat Lernzeit, bis die Praktische Prüfung auf Haus Bollheim Ende April anstand. Nach einem langen, intensiven und spannenden Tag, bei dem zehn Lehrlinge von acht Prüfern getestet wurden, konnten alle Prüflinge mit einem „Bestanden“ aufatmen. Herzlichen Glückwunsch an die Lehrlinge und ganz lieben Dank an die engagierten Prüfer! Nun ist wieder ein wichtiger Schritt geschafft und die Konzentration kann nun neben dem vertiefen und intensiveren Verstehen der täglichen Arbeit auf die Jahresarbeit gelenkt werden. Außerdem beginnen die Lehrlinge damit die Seminare teilweise selber zu planen, um Themen die bisher noch nicht behandelt wurden, aber von starkem Interesse der Lehrlinge sind, aufzugreifen. Wir als Seminarleiter freuen uns auf dieses letzte gemeinsame Lehrjahr. Zumindest einerseits, denn auf der anderen Seite wird uns langsam der anstehende Abschied bewusst…

Kai Himstedt, Seminarleiter 4. Lehrjahr



Das vierte Jahr - ganz persönlich – April 2012

Rückblickend auf das letzte Jahr der Freien Ausbildung mit dem Lehrjahr, das im März den Abschluss gemacht hat, empfinde ich besonders den Wechsel der Perspektive vom dritten zum vierten Ausbildungsjahr bedeutsam.
Mit den Seminaren, die die Auszubildenden selber vorbereiten und thematisch gestalten, änderte sich für mich deutlich die Wahrnehmung der Seminarleitung. Zum einen war es wie ein Spiegel, zu sehen, auf was die Auszubildenden bei der Vorbereitung Wert legen und auch welchen Schwierigkeiten sie begegnen, wenn sie selber ein Seminar organisieren. Zum anderen kamen Aspekte, die für die Auszubildenden in diesem Moment ihrer Entwicklung wichtig waren viel intensiver zum Ausdruck. So entwickelte ein Seminar in der Eifel zur Betriebsübernahme/ Betriebsgründung eine große persönliche Intensität von den Landwirten, die die Gruppe besucht.
Bei einem Lehrlingstreffen in der Bodenseeregion standen mit dem Besuch sehr unterschiedlicher Betriebe und einem Gespräch mit Brigitte und Eckhard v. Wistinghausen die Zukunftsfragen der bio-dynamischen Bewegung fast greifbar und für die Auszubildenden einerseits ganz persönlich und andererseits in ihrer weit über das persönliche hinausgehenden Bedeutung erlebbar im Raum.
Die Jahresarbeiten erlebte ich wie eine Linse, die den Einzelnen aber auch die Gruppe in ihrem Ziel sich fokussieren lässt. Stärken aber auch Schwächen treten unmittelbarer hervor als bei anderen Ausbildungselementen und das Durchringen durch Durststrecken brachte nach meiner Beobachtung immer einen Entwicklungsschub nicht nur in der Thematik sondern viel mehr auf dem Weg in die Selbstständigkeit im Arbeiten.
Von der Dynamik innerhalb der Gruppe her betrachtet waren die vier Jahre allerdings sehr lang, ja zu lang. Da hätte die Ausbildung kurz nach der Novembertagung enden können, die für dieses Lehrjahr ein Kraftakt und eine Zerreißprobe war, die zunächst zusammenführte, aber auch in diesem Rahmen nicht zu überbrückende Unterschiede aufdeckte.
Persönlich war das letzte Jahr für mich ein schwieriges und zeigte einmal mehr, wie sehr diese Art der Ausbildung auch darauf angewiesen ist von einer Seminarleitung getragen zu werden. Da war es auf paradoxe Weise fast schon passend, dass mich die Windpocken davon abgehalten haben beim Abschluss dabei zu sein. In vier Jahren wachsen viele persönliche Beziehungen zu den Auszubildenden und mich nicht von „meinen“ Lehrlingen verabschieden zu können und sie in der Gesellenzeit zu begrüßen lässt etwas unvollendet. Genauso wie nicht noch einmal die Ausbilder von den Betrieben zu treffen, dieses oft so stille und doch so unglaublich wichtige Gegenüber der Seminarleitung.
Das vierte Jahr hat für mich die Ausbildung rund gemacht – aber nun freue ich mich auch, dass es geschafft ist!

- Katrin Fieberitz, Seminarleiterin 4. Lehrjahr -



Bericht aus dem 1. Lehrjahr – Februar 2012

Seit einiger Zeit darf ich über die Arbeit mit den Tieren und meine persönliche Pflanzenbegeisterung die Liebe zu unserer Erde und zu den Menschen auf dem Hof, auf dem ich gerade lebe, verstärkt wahrnehmen.

Ich lerne nicht nur den Tagesrhythmus einer Kuh, eines Schweins, Huhnes oder sogar eines Käses bis in die letzte Bakterie kennen, sondern mindestens genauso lerne ich, jeden Menschen bedingungslos zu lieben – trotz all seiner Macken. Auch wenn mir diese Werte bereits in die Wiege gelegt wurden, wird mir nun die Möglichkeit geschenkt, dies in einem vollständig neuen Rahmen zu erleben und gespiegelt zu bekommen. Einen bedeutenden Einfluss hatten und haben die jungen Menschen der Freien Ausbildung, geleitet von Demeter NRW und Hessen, wo in vier Jahren die Grundlagen zum Landwirt und/oder Gärtner vermittelt werden. Unsere Seminargruppe, mit der man sich einmal monatlich für den theoretischen Wissenserwerb auf einem Hof der Region trifft, ist in unserer aufgewühlten Welt eine Oase des Einklangs. Obwohl wir kaum unterschiedlichere Biografien und Charaktere mitbringen könnten, herrscht eine unglaublich große Akzeptanz und Ehrlichkeit untereinander. Wie Geschwister liebt jeder den anderen, was alle sehr zu schätzen wissen und als ein Geschenk ansehen. Über diese Zusammenkünfte bekommt man immer wieder einen neuen Impuls, an die Kräfte der Natur zu glauben. Denn bei der Arbeit mit den Nutz – bzw. Kulturtieren und Kulturpflanzen steigen oft Fragen auf, die uns über unsere Verantwortung gegenüber dieser Lebewesen und der mindestens zum Teil künstlich geschaffenen Natur nachdenken lassen. Für diese und ähnliche Gedanken schafft unsere Seminargruppe einen schönen Raum, sich über entsprechende Themen und andere auszutauschen, wofür die freien Abende immer gute Gelegenheiten bieten. Sofern es sich ergibt, entstehen bei den Treffen auch Momente des gemeinsamen Singens und Spielens jeglicher Art, das alle doch immer sehr zusammenbringt. Unser großer Dank gilt jedes Mal auch unseren Gastgebern, die trotz ihres betrieblichen Alltags es immer irgendwie organisieren, uns köstlich zu bewirten und sich somit sowohl für das Kulinarische, als auch für unsere fachliche Weiterentwicklung stets sehr liebevoll Zeit nehmen. Ein Hofrundgang mit allen individuellen Besonderheiten vor Ort steht bei jedem Seminar an erster Stelle und trägt zu einer Horizonterweiterung bei. Wie viel der Einzelne von solch einem Seminar inhaltlich mitnehmen kann, liegt zu einem gewissen Teil in den eigenen Händen. Je nach dem wie abwechslungsreich oder konkretisiert die Themen von unseren gut aufgelegten Seminarleitern gewählt wurden, kann sich jeder je nach Interesse und/ oder Lernbedarf bereichern lassen.

Manchmal wirken diese positiven Energien, die sich auf den verschiedensten Ebenen entwickeln, wie ein Samenkorn der Hoffnung auf eine Welt des Friedens und des natürlichen Gleichgewichts, in der das wahre Menschsein wieder an erster Stelle steht.

Hannah-Theresa Wappler, 1. bzw. 2. Lehrjahr der Freien Ausbildung, Demeter NRW/Hessen



Fragen die uns im 4. Lehrjahr bewegen - Oktober 2011

Die letzten Seminare haben wir als Lehrjahr selbst organisiert. Wir entschieden uns im August eine Bodenseetour zu machen um die dortigen Höfe kennen zu lernen. Wir besuchten den Lehenhof, Heggelbach und Rengoldshausen. Als kulturellen Einstieg besichtigten wir die Insel Reichenau und durften am Abend mit von Wistinghausens ein Kamingespräch führen.
Es ergab sich, dass auf allen Höfen Gespräche entstanden, in denen es um Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft und die Arbeit mit den Präparaten ging. Das Interessante war, dass wir mit verschiedenen Generationen sprachen, die ganz unterschiedliche Meinungen vertraten, so dass in uns viele Fragen entstanden: Der Generationswechsel, der vielen Höfen bevorsteht... Wie können Höfe übergeben werden und wie kann das Vertrauen entstehen, dass die jungen Menschen den "richtigen" Weg gehen?
Wir sind eine Generation, die nicht mehr das Glück hat, von Menschen zu lernen, die dicht am Landwirtschaftlichen Kurs lebten. Wir lernen von Menschen, die von diesen Menschen begeistert und mitgenommen wurden. Können die derzeitigen Betriebsleiter diese Begeisterung weiter geben? Die Impulse wurden weiter gereicht. Jetzt haben wir das Gefühl, neue Impulse setzen zu müssen und aus eigener Erkenntnis zu handeln, die auf der Grundlage des Vergangenen und auf Gedanken, die aus der Zukunft kommen, beruhen. Um Zukünftiges erkennen zu können, müssen wir offen sein und Impulse in die Tat umsetzten.
Was haben wir für ein Verständnis von Präparaten? Wie wird uns diese Arbeit beigebracht? Was hat sie heute noch für einen Stellenwert auf den Höfen? Wird sie nur gemacht weil es dazu gehört? Wird sie überhaupt gemacht? In Diskussionen wurde uns deutlich, dass es wichtig ist, einen inneren Bezug zu unter Umständen nicht direkt sichtbaren Dingen herzustellen, wie z.B. Der Wirkung der Präparate. Somit wird diese Arbeit mit einem selbst zu tun haben und immer individuell verrichtet werden.
Wir stellen oft während der Arbeit fest, dass es schwierig ist, trotz wirtschaftlichem Druck Dingen Raum geben zu können, die auf den ersten Blick nicht dem wirtschaftlichen Fortkommen dienen.
Was ist nun unsere Aufgabe in der Landwirtschaft und was wird von uns erwartet?


Johanna Fellner, 4. Lehrjahr der Freien Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Vorbereitungen zur diesjährigen Novembertagung vom 27. - 30.10.2011 in der Freien Waldorfschule Hannover-Maschsee - August 2011
Gemäß der Tradition findet jedes Jahr im Herbst eine Novembertagung für die Auszubildenden aller Lehrjahre, sowie für alle gelernten Gärtner und Landwirte statt. Die Tagung richtet sich aber auch an junge Menschen, die noch nicht über umfassende Praxiserfahrungen verfügen, aber an der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise interessiert sind. Die Organisation und Durchführung der Novembertagung ist Teil der Freien Ausbildung und wird immer von den Lehrlingen des dritten Lehrjahrs absolviert.1 Ich selber bin gegenwärtig im dritten Lehrjahr meiner Freien Ausbildung und bin insofern in die Vorbereitungen zur diesjährigen Novembertagung eingebunden.
Bereits im Januar beschäftigten wir uns mit der Frage, unter welchem Motto die Tagung stattfinden soll. Es gab verschiedenste Vorschläge, unter welchen sich schnell drei Favoriten herauskristallisierten: "Mensch und Erde", "Individualität und Gemeinschaft" und das letzte sollte "irgendwas mit Vergangenheit und Zukunft" zu tun haben. Wir einigten uns ziemlich bald auf das letzte Thema, was allerdings bedeutete, dass wir noch einen konkreten, kurzen und treffenden Titel als Tagungsmotto finden mussten - leichter gesagt als getan, bei diesem Inhalt. "In der Zukunft liegt die Vergangenheit"? Nein, viel zu lang und hört sich nicht gut an. "Zukunft und Wurzeln!", oder etwa "Zukunft mit Wurzeln", man könnte ja auch sagen: "Zukunft durch Wurzeln" - "Zukunft durchWurzeln", das soll unser Motto sein! Indem die Zukunft durchwurzelt wird, wirkt die Vergangenheit (also die "Wurzeln") in ihr mit, insofern vieles in ihr für die Zukunft veranlagt wurde, und deshalb kann man auch sagen: Die Zukunft findet statt durch die "Wurzeln", die Vergangenheit. Damit steht unsere Tagung auch im Zusammenhang mit einem Ausspruch von Goethe, der einmal formulierte:

"Wer nicht von dreitausend Jahren
sich weiß Rechenschaft zu geben,
bleib´ im Dunkeln, unerfahren,
mag von Tag zu Tage leben."

Nach Goethe muss man also die vergangenen drei Jahrtausende (!) erst einmal überblicken können, um einsehen zu können, was in der Zukunft kommen soll, wie es weiter geht und was man dafür schon jetzt tun kann - andernfalls bleibt man "im Dunkeln, unerfahren, mag von Tag zu Tage leben", ohne Entwicklung, ohne ein wirkliches Ziel. Diesem Prinzip unterliegt auch eine zeitgemäße Bewirtschaftung der Erde; wir können in der Gegenwart in zeitgemäßer Weise nur aktiv werden, wenn wir einsehen, warum die Verhältnisse in der Welt so geworden sind, wie sie geworden sind. Erst dann können wir in rechtem Sinne den Vergangenheitsstrom aufgreifen und ihm in der Gegenwart auf den verschiedensten Feldern das eingliedern, was nötig ist für die Entwicklung in die Zukunft hinein. So formulierte Rudolf Steiner einmal: "Wir tragen die Wirkungen vergangener Taten und wir sind die Sklaven der Vergangenheit, aber die Herren der Zukunft." Wenn wir diesen Satz auf eine zeitgemäße Bewirtschaftung der Erde beziehen, so dürfen wir biologisch-dynamischen Landwirte und Gärtner uns auch in der Gegenwart, im Jahre 2011 und in der Zukunft angesprochen und aufgefordert fühlen. Aber was bedeutet die Verwirklichung dieses Satzes im Konkreten? Mit dieser Frage und weiteren Inhalten wollen wir uns während der Tagung beschäftigen. Vier Referenten haben wir eingeladen, die zu uns über dieses Thema sprechen werden und 15 Dozenten werden in ihren Arbeitsgruppen weitere Vertiefung auf den verschiedensten Gebieten ermöglichen.
In diesem Jahr ist die Novembertagung zum ersten Mal auch für Interessierte aus dem europäischen Ausland geöffnet, weswegen einige Kurse in Englisch gehalten und Vorträge übersetzt werden. Unser Anliegen ist, dass der Impuls unserer Novembertagung auch von den nicht-deutsch-sprechenden Freunden aus dem Ausland wahrgenommen werden kann; somit kommt auch durch die Internationalität eine neue Vielfalt von Blickwinkeln zustande, weil Menschen sich über die Grenzen von Deutschland hinaus begegnen und austauschen können. Wir rechnen in diesem Jahr mit 250 - 300 Teilnehmern.
Neben all der inhaltlichen Arbeit zwischen Kursen und Vorträgen soll aber auch das Heitere nicht zu kurz kommen: Täglich werden wir alle gemeinsam singen, am letzten Abend wird eine Party stattfinden und am Sonntag wird die Tagung durch einen feierlichen Abschluss mit Präsentationen aus den Kursen (Eurythmie, Volkstanz etc.) beschlossen.
Ein Gartenbaulehrer der Waldorfschule in Hannover, an welcher die Tagung stattfindet, baut mit seinen Schulklassen bereits jetzt einen Großteil des Gemüses an, das für die Malzeiten bei unserer Tagung bestimmt ist. Wir haben auch ein eigenes Backteam, welches die Brote für die Tagung unter der Leitung eines Bäckers backen wird.
Da die Tagung sich ausschließlich durch Tagungsgebühren und Spenden finanziert, sind wir für jede Unterstützung sehr dankbar. Geldspenden werden über den "Verein für Fortbildung, Forschung und Fürsorge auf dem Lande (FFF e.V.)" abgewickelt und können steuerlich abgesetzt werden.
Unter www.novembertagung.de finden Sie alle weiteren Informationen zur Tagung.


Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Im Namen der Vorbereiter,
Johannes Tritschler
3. Lehrjahr der Freien Ausbildung Demeter NRW und Hessen

1 In diesem Jahr zählen zu den Organisatoren die Lehrlinge der Freien Ausbildung "Nord", "NRW/HESSEN" und eine Auszubildende der Freien Ausbildung "Ost"



Eingeladen zu einer Klausurtagung - August 2011

Eingeladen zu einer Klausurtagung im Herbst 2009 konnte ich mich, angeregt durch die Arbeit des Initiativkreises sehr schnell als Seminarleiter für das neue erste Lehrjahr berufen fühlen. Welche Aufgabe mich da erwartete war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz klar. Und da sich auf die Schnelle so einfach kein 2. Seminarleiter finden wollte, habe ich die "Reiseleitung" bisher im Alleingang übernommen und wars soweit für den Anfang auch zufrieden.

So konnten wir im April 2010 bei der Begrüßung auf dem Birkenhof bei Wolken und Flugzeugfreiem Himmel mit 6 Lehrlingen an den Start gehen.
Doch so recht war ich von der Gruppengröße (6TN) nicht überzeugt, und habe kräftig an dem Wachstum der Gruppengröße gearbeitet.

Inzwischen, mitten im 2. Lehrjahr sind wir auf die schöne Gruppengröße von 18 Lehrlingen angewachsen. Die Gruppe fast zur Hälfte Gärtner, zur anderen Landwirte zwischen 19 und 35 Jahren, teils Studierte, teils die Lehre als erste Berufsausbildung hat aber inzwischen schön zusammen gefunden.

Es ist schon eine echte Herausforderung für diese Zusammensetzung Seminare zu gestalten, die möglichst allen gerecht werden sollen (Rahmenlehrplan, Förderrichtlinien, Lehrlinge, Ausbildungsbetriebe, eigener Anspruch - Ideal u.v.m).

Neben Astronomie, Pflanzenkunde, Bodenkunde, Betriebswirtschaft, Tierhaltung, Meteorologie, Technik, war die Fruchtfolge immer Thema. Im Künstlerischen Bereich gab es "Trommeln" Schwertkampf, Eurythmie, Theater-Selbstdarstellung und Singen, wobei letzteres bisher noch etwas kurz gekommen ist und das, obwohl ich selber gerne und viel Singe.

Das bisherige Highlight war wohl das Waldbauseminar mit German-Michael Hahn bei Würzburg im Gramschatzer Wald. Auch wenn der Wald auf den meisten Betrieben und dem Lehrplan nur ein schattenspendendes Dasein fristet, war es doch sehr bereichernd für das Verständnis von biologisch-dynamischen Zusammenhängen, dem Begriff der Betriebsindividualität und Präparatewirksamkeit. Hier hat der Förster German-Michael Hahn eine ganz besonderes Seminar gestaltet, welches ich auch zukünftigen Lehrlingen gerne empfehlen möchte.

Im August haben wir was die Seminare angeht eine Sommerpause um dann im September bei Familie Clostermann wieder in die Seminararbeit einzusteigen.


Reinhard Lübbert
Seminarleiter 2. Lehrjahr der Freien Ausbildung Demeter NRW und Hessen



Die praktische Prüfung - Mai 2011

Seit einigen Monaten war das Hauptthema auf den Lehrlingstreffen die Prüfung.
Am 9.5. war es dann soweit. Auf dem Dottenfelderhof trafen sich 9 Prüfer und 13 Prüflinge.
Um 8 Uhr sollte es losgehen. Vorher war die Anspannung sehr hoch. Um es den Prüfern leichter zu machen, uns in unseren Charakteren direkt zu erkennen, hatten wir uns T-Shirts drucken lassen, mit einer typischen Frage eines jeden der geprüft werden sollte. z. B.. " Habt ihr etwa schon angefangen?" oder "Sind wa bald ma feddig?", " Kennt ihr das nicht?"
Durch Martin von Mackensen wurde kurz dargestellt, was Inhalt und Sinn der Prüfung ist. "Hier geht es um Können, nicht um Wissen..."
Wann kann man denn eigentlich etwas? Immerhin machen wir seit drei Jahren diese Ausbildung, in der das Praktische Schwerpunkt ist.
Nach der Einführung ging es los. Es gab 4 Stationen, von denen jede/jeder 3 besuchte, 2 Stationen aus den Bereichen Ackerbau, Stall und Gemüsebau, konnten gewählt werden, Landtechnik mussten alle durchlaufen. Da wir nicht wenige Prüflinge waren, wurde der Zeitplan streng eingehalten, der von unseren Seminarleitern super durchdacht war. An jeder Station hatten wir 40 Minuten Zeit. Ich hatte erst einmal Wartezeit, erhoffte mir dadurch aber von den ersten Geprüften zu erfahren, was dran kam. Nach 40 Minuten. kamen die Ersten wieder. Alle etwas verändert: einer mit Kuhmist beschmiert, der nächste mit einem breiten Grinsen: "die Pfeifen heißen Flöten an der Drille!" Die Diskussion begann und dauerte bis zum Abend denn zur Drille wurden so einige im Ackerbau befragt. Die Dritte kam etwas verstört von der Gemüsebaustation. "Oh je, die haben weder Gießkanne noch Wasser, noch Sieb, aber ich sollte aussäen und angießen!"

In Technik wurde gefragt ob eine Blechschere auch zum Gemüseernten geeignet sei.
Mit diesen Eindrücken konnte ich dann die Stationen durchlaufen und merkte, dass Prüfungen auch Spaß machen können solange Prüfling und Prüfer gemeinsam die Prüfung machen. Alle 13 Lehrlinge haben die Prüfung bestanden. Natürlich waren nicht alle zufrieden, denn eine Prüfung ist nur ein kleiner Ausschnitt, in dem man zeigen kann was man gelernt hat. Wie schafft es ein Prüfer innerhalb dieser kurzen Zeit, den Prüfling so zu prüfen, dass dieser seine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann? Am Abend bekam jeder sein Prüfungsergebnis mitgeteilt, es flossen Tränen, es wurde gelacht. Die Prüfung spiegelt nicht nur das Erlernte auf den Höfen, sondern natürlich auch das, was wir in den Seminaren gemacht haben, wieder. Somit wurde uns bei der Abschlussrunde deutlich, dass Ackerbau ein Schwachpunkt in unserem Lehrjahr ist, im Kuhstall war es ein gutes Ergebnis, im Gemüsebau hatten die Prüfer den Eindruck, dass alle dort Geprüften, gerne Gärtner sein wollen. Technik war nicht besonders gut, was wohl jedes Jahr das Problem ist.
Zum Abendessen wurde gegrillt und der Tag konnte stressfrei enden. Wir sind nun einen Schritt weiter, müssen keine Berichthefte mehr führen, können uns also ganz unseren Jahresarbeiten zuwenden und die letzten Monate als Lehrlinge voll und ganz genießen!

- Johanna Fellner, Auszubildende im 4. Lehrjahr -



Seminar der Freien Ausbildung auf dem Birkenhof - Mai 2011

Im Frühling ein Seminar auf dem Birkenhof ist uns nun schon zur lieb gewonnenen Gewohnheit geworden. Das 3. Lehrjahr der Freien Ausbildung für Demeter Landwirte und Gärtner traf sich im Mai nun schon das 3. Mal auf dem Birkenhof. Der Laden, den wir im letzten Jahr im Bau sahen, ist nun fertig. Auf dem Birkenhof wird weiterentwickelt und geformt mit viel Herz, Verstand und Mut - und viel Arbeitseifer. Eine Stimmung, die auch für ein Lehrlingsseminar genau das richtige ist. Bei diesem Treffen wurde an den komplexen Themen Pflanzennährstoffe und Düngung gearbeitet. Als Dozent war Knut Böhling angereist, der mit seinen umfangreichen Kenntnissen und seiner Erfahrung den Lehrlingen auch dieses nicht einfache Thema näher bringen konnte.
Mit ihrem Wissen und ihrer Liebe zu den Kühen hat Claudia Fischer auch die Gärtner und Gärtnerinnen unter den Lehrlingen für die Milchviehhaltung begeistern können. Sie hat allgemein und auch ganz persönlich das Thema Herdenmanagement mit all seinen Facetten dargestellt. Draußen auf der Weide lernten die Lehrlinge dann, wie sie eine Kuh beurteilen können hinsichtlich Milchleistung und Gesundheit. Besonders wichtig für den ökologischen Landbau ist hierbei die Langlebigkeit und dass die Kühe viel Grundfutter, also Gras und Heu, aufnehmen können. Dies ist besonders auf dem Birkenhof wichtig, denn hier wird kein Kraftfutter (und keine Silage) gefüttert - und das ist auch unter den Demeter Betrieben eine Besonderheit.
Aber nicht auf die Fütterung der Kühe wird auf dem Birkenhof besonders geachtet - auch wir wurden super verpflegt - mit all dem Frischen aus Bäckerei, Käserei und Garten. Dafür noch mal ein herzliches Dankeschön!
Eure Birken waren auch wunderbar um daran und darin verschiedene Spiele zu spielen. Denn das durfte bei diesem Seminar nicht fehlen.
Schließlich hatten die Lehrlinge beim letzten Seminar im April ihre Zwischenprüfung und nach der Anspannung war es wichtig, die Aufmerksamkeit mal wieder auf die Gruppe und die Menschen zu richten. Auch hierfür war der Birkenhof ein guter Ort.
Euch allen vom Birkenhof vielen Dank - und weiterhin alles Gute!

- Maike Himstedt, Seminarleiterin -



4 Jahre Co-Kursleiterin in der „Freien Ausbildung NRW-Hessen“, ein persönlicher Rückblick.

Mit großer Spannung fuhr ich im Frühjahr 07 auf den Birkenhof, wo unsere Begrüßung durch das 2. Lehrjahr unter Christina Arzimanoglou stattfand. „Was seid Ihr für Menschen, die Elisabeth v Bonin und ich auf ihrem Weg zum Gesellen der demeter-Landwirtschaft oder Gartenbau begleiten wollen? „Was sind Eure Ziele, Visionen, Fähigkeiten?“ ging es mir durch den Kopf. Meine Wünsche waren: das Beobachten zu schulen, Interesse für die spezielle biologisch-dynamische Sichtweise auf Lebendes (Lebendiges?) zu wecken, ein herzliches Miteinander zu pflegen. Mein Beitrag für die fachliche Seite beschränkte sich auf botanische Themen. Lieb waren mir morgendliche kurze Exkursionen, bei denen wir heimische Pflanzen in ihrer Umgebung beobachteten. Die 3-4tägigen monatlichen Zusammenkünfte auf wechselnden Demeter-Höfen wurden hauptsächlich von Elisabeth organisiert. Es gab eine Vielzahl von Themen, die bearbeitet werden wollten. Die Fachfragen zum Gartenbau, zu den Tieren, dem Ackerbau, dem Boden, den Maschinen, natürlich auch der Buchführung bei all den unterschiedlichen Interessen und Fragen der Lehrlinge. Nicht zuletzt die künstlerischen oder handwerklichen Kurse, die für das Miteinander immer wieder wichtig waren. Mit den Bauern oder Bäuerinnen gab es Hofrundgänge, so dass wir intensiv in die jeweilige Hofsituation eintauchen konnten. Wir verschafften uns, besonders im 1. Jahr, durch Spatendiagnosen Kenntnis über Boden und Geologie. Als Studentin war ich damals viel mit trockenem, theoretischen Stoff konfrontiert und habe deswegen gerade dieses konkrete Erleben der Situationen auf den Höfen als etwas Besonderes erlebt.
Aufnahmebereitschaft und Lernfreude stieg bei guter Stimmung in der Runde. Hilfen dabei waren Rundengespräche. Am Anfang gab es Gelegenheit über die eigene Verfassung und die Arbeitssituation auf dem Ausbildungsbetrieb zu sprechen, in der Schlussrunde ging es um den Rückblick zu den vergangenen Tagen und Anregungen für die kommenden Treffen.
Mich hat sehr berührt, wie persönlich engagiert jeder bei der Abschlussprüfung war, Anteilnahme zeigte, ein starkes Verbunden-Sein mit der Pflege der Natur. Ganz besonders freut mich, dass alle zunächst in Gärtnerei oder Landwirtschaft arbeiten wollen und wünsche allen von Herzen alles Gute für den weiteren Weg.

- Andrea v. Homeyer -



Wir sind reicher geworden - das dritte Jahr in der Ausbildung - Dezember 2010

Das dritte Lehrjahr hat erst die Zwischenprüfung und dann die Novembertagung erfolgreich hinter sich gebracht. Durch diese Spannungsmomente hat sich die Gruppe sozial durchkraftet nachdem am Ende des zweiten Lehrjahres noch einige Auszubildende die Ausbildung verlassen hatten.
Doch nicht nur die sozialen Fragen beschäftigten uns sondern auch das praktische Denken der Ausbildung. Ganz neue Erfahrungen brachte der Melkerkurs auf Haus Riswick durch den direkten Vergleich konventioneller mit ökologischer Milchviehhaltung. Auch der DEULA -Lehrgang verdeutlichte neben technischen Tatsachen das konventionelle Denken. Ausgleich fand dies in der intensiven Auseinandersetzung mit speziell anthroposophischen Themen beim Januarkurs auf dem Dottenfelder Hof und durch die Arbeit zum ursprünglichen und zukünftigen Impuls der Landwirtschaft mit Peter Guttenhöfer am Lehrerseminar in Kassel.

Eine ganz andere Entwicklung prägte zudem dieses Jahr: drei Auszubildende wurden Väter und auch beim Seminarleiter gab es Nachwuchs. Kinder und Landwirtschaft sind damit ein präsentes Thema für uns.

Dieses Jahr verging wie im Fluge, die Lehrlinge sind selbstständiger geworden, erarbeiten viel eigenständiger Fragen und sehen klarer, wohin es für sie persönlich gehen soll. Gespannt gehen wir jetzt in das letzte Jahr - auf die Zielgerade um selbstständige Gesellinnen und Gesellen zu werden.

- Katrin Fieberitz, Seminarleiterin -



Bericht aus der Freien Ausbildung - August 2010

Im zweiten Lehrjahr der Freien Ausbildung NRW/ Hessen sind 15 Lehrlinge, die sich fast gleichmäßig auf die Schwerpunkte Gärtnerei und Landwirtschaft verteilen. Das letzte Vierteljahr haben viele Lehrlinge den Hof gewechselt, was für alle sehr spannend ist. Der Hofwechsel ist ein wichtiger struktureller Bestandteil der Ausbildung, ermöglicht er doch das Kennen lernen neuer Aspekte, Sichtweisen und Schwerpunkte. Das bisher Erlebte und Erlernte kann reflektiert und eingeordnet werden. Mit dem Einstieg in das zweite Lehrjahr sind die Lehrlinge mehr und mehr angeregt zu fragen und zu hinterfragen. Dies ist auch in den Seminaren spürbar. Die Schwerpunkte der Seminare im Mai, Juni und Juli waren Bodenkunde, BWL, Fruchtfolge und Unkrautregulierung, Milchviehfütterung und Botanik. Alle Themen wurden von sehr guten Dozenten bearbeitet, die gut vorbereitet und mit viel Engagement den Lehrlingen die Themen nahe brachten. Im August findet kein Seminar statt. Im September werden sich die Lehrlinge mit Botanik und Landschaft beschäftigen.

- Kai Himstedt, Seminarleiter -