Impressionen
Novembertagung 2010


Da ich im 3. Lehrjahr der Freien Ausbildung NRW/Hessen bin und es zu einer Tradition geworden ist, in diesem Lehrjahr die Novembertagung zu organisieren, werde ich auch von dieser berichten.
Die Novembertagung ist eine Tagung für Menschen, die sich für Landwirtschaft interessieren. Insbesondere für die Lehrlinge der Freien Ausbildung.Sie soll ein Raum für Begegnung sein, ein Raum wo man Erfahrungen austauschen kann, etwas lernen – lachen – tanzen-und singen kann, um dann mit neuen Impulsen wieder in den Alltag zurück zu kehren.
Unser Motto dieses Jahr hieß „ Augen öffnen - von der Landwirtschaft zur Landbaukultur – welche Impulse können und wollen wir gemeinsam in die Zukunft tragen?“

Wie kamen wir auf dieses Thema? Wir fragten uns ob es noch zeitgemäß sei alleine vor sich hin zu arbeiten. Verändern wir dadurch die Welt? Müssen wir nicht erst einmal die Augen öffnen um überhaupt sehen zu können was in der Welt geschieht, um dann etwas zu verändern? Müssen wir nicht auf uns schauen, wie wir uns verhalten? Ist das nicht der allererste Schritt - bei sich selbst etwas zu verändern, sich zu entwickeln - bevor man in die Welt hinaus geht?
Wir kamen bald zu dem Entschluss dass wir aktiv werden wollten. Wir würden gerne Menschen treffen die ähnliche oder vielleicht gleiche Anliegen haben wie wir selbst. Dafür wollten wir einen Raum auf der Novembertagung schaffen.
Bald mussten wir feststellen, dass die Novembertagungsplanung nicht nur diese sozialen Programm fragen beinhaltet, sondern sehr viel Geld kostet. All die tollen Dozenten müssen ja auch von etwas leben! Die Freie Waldorfschule Kassel, die uns ihre Räume zur Verfügung stellte, muss Miete haben, Lebensmittel für 200 Menschen!
Wir wollten die Teilnehmergebühr nicht erhöhen. Sie ist aus der Tradition heraus sehr gering. (Lehrlinge verdienen nicht all zu viel) also hieß es Spenden suchen!
Tja, welche Firma möchte spenden? Die Großen? Nein, so ein paar Lehrlinge, die eine Tagung organisieren wollen, dass ist doch viel zu klein...die kleineren Firmen? Die haben selber kein Geld!
Wir waren ratlos und frustriert. Zum Glück wurden uns viele Sachspenden zu gesagt so dass wir wussten, verhungern würden wir schon einmal nicht...
Zu Letzt machten wir doch einen Kleinspendenaufruf! Und tatsächlich, wir bekamen recht viel an Geld zusammen. So möchte ich mich bei all den Menschen bedanken die unsere Tagung unterstützt haben!
Am 5.11.2010 sollte die Tagung beginnen... wir reisten am Morgen nach Kassel um vor Ort endlich mal sehen zu können was wirklich alles da sei oder eben fehle.
Dort angekommen, rannten schon die Ersten aus meinem Lehrjahr hektisch herum, diskutierten welches Schild wo hin kommen solle und die Schüler der Kassler Waldorfschule sagten „ Bor, hier stinkts nach Kuh“ Das stimmte wohl, 13 Bauern auf einem Haufen, teilweise wurde am Morgen ja noch gemolken, das kann stinken...
Wir versammelten uns zu einer Lagebesprechung. Eigentlich erwarteten wir unsere parallel Lehrjahre aus Ost-und Norddeutschland, denn die hatten wir voll eingeplant, für Küchendienste und alles was so während einer Tagung ansteht. Doch es kam fast niemand... Eine aus dem Norden, vier aus dem Osten. Wo sind die Anderen? „ Welche Anderen?“ „Na letztes Jahr wo wir uns getroffen haben waren wir alle zusammen doch mindestens 30 Leute!“ Es kamen also nicht mehr um zu helfen. Das war ein Schock. Der Koch teilte uns mit dass er mindestens 8 Personen allein am Vormittag in der Küche bräuchte. In dem Moment zerplatzten unsere Träume an einem Kurs teilnehmen zu können. Unser Kurs wird Küchendienst heißen! Und so war es auch. Uns wurde nicht langweilig denn es gab nicht genug Geschirr, also mussten wir während der Mahlzeiten hin und her, Spülmaschine auf und zu, Geschirr rein und raus. Tee kochen, Oh nein, der Cafe. Wird der bis zum Frühstück fertig? Nee weil die große Maschine 1,5 std. braucht. Leider zu spät angestellt....die Schlangen vor dem Buffet zogen sich...wir bekamen Panik. Der salzige Brotaufstrich schon am 1.Abend fast leer, immer wieder nachlegen. Doch es ließ sich in dem Moment nichts ändern. Am Sonntag Morgen waren wir dann so richtig eingearbeitet.Jeder wusste was er zu tun hatte und alles lief wie am Schnürchen.
Als Highlight sollte es am Sonntag um 8:30 einen Vortrag geben und anschließend eine Podiumsdiskussion. Um 8:35 waren verdächtig wenig Plätze im Saal bestetzt. Mir schossen viele Gedanken durch den Kopf: „die Party gestern Abend, auf dem alten Programm steht 9 Uhr, die Teilnehmer haben genug und ich bin echt am Ende meiner Kräfte“ Trotz allem setzte ich mich in Bewegung, schnappte mir ein Paar Leute die rum standen und rannte noch einmal durch die Schlafräume. Der Vortragsredner hatte mich darauf aufmerksam gemacht dass er bei der Suche nach Kreide, auf ne ganze Horde Schnarchender Menschen gestoßen sei. Wir riefen alle zusammen die wir erreichen konnten und es kamen auch noch immer mehr schlaftrunkene nach Beginn des Vortrages herein.
Voller Schrecken viel mir ein, dass ich schnell in die Küche musste, denn nach dem Vortrag gabs ja wieder Cafe.
Nach dem Cafe schon der letzte Teil der Tagung: die Diskussionsrunde... Leider haben alle Diskussinsteilnehemer abgesagt. Wir sind ja spontan. Unser Moderator veranlasste einen Kreis zu machen und jeder Teilnehmer sollte sagen was er für Impulse in die Zukunft tragen wolle. Ich stellte mir vor wie fürchterlich das werden würde wenn jeder erst einmal beginnt und merkt dass 130 Menschen ihm zu hören, es wird doch kein Ende geben... so kann man sich im Leben täuschen. Es gab wunderbare Beiträge die mich bereicherten und wo ich merkte, dass das, was ich tuhe für mich sehr sinnvoll ist, das es etwas Wunderbares ist, wenn Menschen zu einander finden um gemeinsam in die Zukunft zu blicken.
Johanna Fellner


Feierliche Eröffnung 1. Lehrjahr Freie Ausbildung NRW-Hessen

Das 2. Lehrjahr und der Ausbildungsinitiativkreis hatten zum 17.04.2010 Freunde, Landwirte, Lehrlinge und eben die "Neuen" der Freien Ausbildung auf den Birkenhof geladen.

Um 14:00 Uhr - nach einer üppigen leckeren Pizza - durften wir den Saal auf dem Birkenhof betreten und wurden mit einer musikalischen Darbietung empfangen. Christoph Golle (Lehrling 2. Lehrjahr) führte durch das Programm und bat als erstes Reinhard Lübbert als neuen Seminarleiter nach vorne.



Reinhard Lübbert stellte sich kurz vor und schilderte wie er die Lehrlinge auf eine Reise, auf einen Streckensegelflug, mitnehmen möchte und was man so alles erleben kann. Danach rief er seine Lehrlinge auf die "Bühne" und jeder stellte sich kurz vor. Bei der Begrüßung waren es allerdings erst 6 Lehrling, eine tolle Truppe, aber die Gruppe darf gerne noch wachsen.

Anschließend wurde Reinhard Lübbert das Seminarleiter-T-Shirt überreicht, damit er jederzeit klar als Seminarleiter erkannt werden kann. Im weiteren Verlauf gab es viele musikalische Einlagen des 2. Lehrjahres, und kleine Vorträge, einen von Herbert Muggli, der sehr persönlich von seiner Ausbildungszeit sprach und einen von Frank Sikora, der die Arbeit des Initiativkreises vorstellte.
Bevor es dann zu reichlich Kaffee und Kuchen überging durften die "Neuen" noch - da Ostern noch nicht weit zurück lag - ihre persönlichen "Demeter-Taschen" auf dem Hofgelände suchen. Zum Abschluss gab es für jung und älter Volkstanz.
Möge uns die Sonne wie an diesem Wolken- und Kondensstreifenfreien Samstag die nächsten vier Jahre begleiten.

Ein ganz großes Dankeschön an alle Beteiligten, die diese schöne Begrüßungsfeier ermöglicht haben.

Reinhard Lübbert.



Artikel ueber die freie Ausbildung in der LZ Rheinland 46

Gemüsebau biologisch-dynamisch

Freitagmorgen 10.00 Uhr auf dem Gärtnerhof Röllingsen in Soest: Sieben Mitarbeiter haben sich zur Arbeitsbesprechung auf dem Gemischtbetrieb mit Schwerpunkt Gemüsebau versammelt. Mit dabei sind Johanna Fellner (21), Brinja Mücke (25) und Heike Martens (33). Annegret Keulen hat mit den drei Auszubildenden im Beruf Gärtnerin, Fachrichtung Gemüsebau, über ihre Arbeit "mit dem grünen Daumen" gesprochen.

Rund 40 Kulturen sowie Kleegras und Leguminosen baut das biologisch-dynamisch wirtschaftende Unternehmen auf 20 ha Freiland, 1 000 m2 in Folienhäusern und 1 300 m2 in Gewächshäusern an. Unter Glas erfolgt auch die Anzucht der Jungpflanzen. Neben gängigem Gemüse, wie Möhren, Blumenkohl oder Feldsalat, produziert der Gärtnerhof auch ausgefallenere Produkte, wie Aubergine, Asiasalat, Fenchel oder Zuckerhut. Die Arbeitsbesprechung war für die drei Frauen nicht der erste Schritt in den Arbeitstag. Schon um 7.00 Uhr geht es jeden Morgen los. Vor der Arbeitsbesprechung haben sie deshalb schon einiges geleistet und unter anderem Basilikum geräumt, Radieschen und Rucola im Folienhaus abgeerntet und danach die freien Flächen bearbeitet. Da alle drei in einer Wohngemeinschaft auf dem Betriebsgelände wohnen, ist der frühe Start in den Tag für sie gut zu schaffen.
Bevor den drei Frauen der Ausbildungsvertrag sicher war, hatten sie bereits eine Woche zur Probe auf dem Betrieb mitgearbeitet
und dabei nicht nur den Gemüsebau, sondern auch die Menschen, mit denen sie zukünftig zusammenarbeiten sollten, kennen gelernt. "Für mich ist es entscheidend, dass die jungen Leute, die sich bei uns bewerben, ein echtes Interesse an den Pflanzen und am Zusammenwirken in der Natur mitbringen. Sie müssen Spaß daran haben, die Natur zu beobachten. Das Beobachten ist nämlich eines der wichtigsten Dinge bei unserer Arbeit, um etwa Pflanzenkrankheiten an einer Kultur frühzeitig zu erkennen, oder auch den Reifegrad des Gemüses richtig einschätzen zu können. Bewerber mit Hauptschulabschluss sind dabei genau so willkommen wie Abiturienten", beschreibt Betriebsleiter Burkhardt Tillmanns die Anforderungen an den Berufsnachwuchs. "Eine normale körperliche Konstitution reicht heutzutage im Beruf aus. Allerdings sollten die jungen Leute auch extreme Witterung aushalten können", betont Betriebsleiter Tillmanns. "Auch bei minus zehn Grad muss man im Winter Spaß daran haben, Rosenkohl zu pflücken" bestätigt Brinja Mücke, die auf dem Betrieb gerade ihr drittes Lehrjahr absolviert.

Früh Verantwortung, übernehmen

Viel Wert legt Ausbilder Tillmanns darauf, den Lehrlingen möglichst früh einen kleinen eigenen Verantwortungsbereich zu übertragen. Brinja Mücke vermarktet zum Beispiel die Produkte des Hofs an einem Tag auf einem Wochenmarkt. "Ich finde es Klasse, den Marktstand mit frischen Produkten zu bestücken und dann mit Kunden ins Gespräch zu kommen", beschreibt sie die Highlights ihrer Arbeit. Johanna Fellner, ausgebildete Schneiderin und nun im zweiten Lehrjahr als Gärtnerin, ist dafür verantwortlich, dass die Gemüsekisten wöchentlich zum Packen bereitstehen. Rund 500 Stück liefert der Gärtnerhof pro Woche an Haushalte. "Viel Spaß hat mir bisher aber auch die Arbeit mit Maschinen gemacht, wie beispielsweise das Pflanzen von Salat oder Fenchel mit der Pflanzmaschine", sagt Johanna Fellner. "Ziemlich nervig ist dagegen das ständige Auf- und Abdecken von Netzen, mit denen zum Beispiel Kohl vor fliegenden Schädlingen geschützt wird", fügt sie hinzu. Das sehen ihre beiden Mitauszubildenden ganz genau so.

"Die Früchte der eigenen Arbeit ernten", wie in diesem Fall Paprika, das macht (v. l. n. r.) Brinja Mücke, Johanna Fellner und Heike Martens viel Spaß.

Einige der Gemüsesorten, wie zum Beispiel Radieschen, müssen vor der Vermarktung gewaschen werden. Johanna Fellner (l.) und Brinja Mücke zeigen, wie es geht.
FOTOS: ANNEGRET KEULEN

Berufsschulluft haben die drei Auszubildenden bisher nicht geschnuppert. Sie durchlaufen die vierjährige so genannte Freie Ausbildung für Biologisch-Dynamischen Landbau in NRW, Hessen und Norddeutschland. Neben der Vermittlung von praktischen Fertigkeiten wird selbstverständlich auch die Theorie, unter anderem in monatlich stattfinden Seminaren, vermittelt. "Die Seminare finden fast immer auf Praxisbetrieben statt, verbunden mit Betriebsrundgängen. Wenn wir unsere Ausbildung abschließen, haben wir deshalb schon in sehr viele Betriebe Einblick erhalten", berichtet Heike Martens. "Eine weitere Besonderheit ist, dass es in den Seminaren nicht nur ums Gärtnern geht, sondern zum Beispiel auch um Tierhaltung und Ackerbau. Wir kommen also auch mit Auszubildenden aus Betrieben mit anderen Schwerpunkten zusammen", fügt sie hinzu. Im Gegensatz zu einem generellen Spezialisierungstrend in der konventionellen Landwirtschaft gelten als Leitbild des biologisch-dynamischen Land- und Gartenbaus vielfältige Gemischtbetriebe mit Tierhaltung, Acker-, und Gartenbau. Durch das intensive Miteinander von Pflanzen und Tieren soll sich auf jedem Betrieb ein betriebsindividueller, aber in sich geschlossener Hoforganismus herausbilden, lautet das Ziel der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise.

Zweifacher Abschluss nicht selten

Freie Ausbildung heißt aber nicht frei von Büffeln, Anstrengung und Prüfungsstress, denn auch zum Ende der freien Ausbildung muss der Berufsnachwuchs seine Kenntnisse und Fähigkeiten unter Beweis stellen: Zu Beginn des dritten Lehrjahres gibt es deshalb eine schriftliche und mündliche Zwischenprüfung. Den Abschluss im vierten Jahr bilden die Jahresarbeit und eine praktische und theoretische Prüfung. Heike Martens geht im Rahmen ihrer Jahresarbeit gerade der Entstehungsgeschichte und den Eigenschaften der Böden des Gärtnerhofes Röllingsen im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund. "Ich habe mir dieses Projekt vorgenommen, weil es mich selbst sehr interessiert, und auch Herr Tillmanns fand es spannend, mehr über die Böden des Betriebes zu erfahren. Bisher habe ich schon ein Bodenprofil gegraben und eine Expertin für Böden hinzugezogen, die mir vieles gezeigt und erläutert hat", beschreibt Heike Martens ihre Aktivitäten im Rahmen der Jahresarbeit.
Nach Beendigung ihrer freien Ausbildung wollen sich Johanna, Brinja und Heike auf jeden Fall auch zur staatlichen Abschlussprüfung anmelden, um sich alle Möglichkeiten für ihr weiteres Berufsleben offen zu halten. "Wenn die jungen Leute die freie Ausbildung durchlaufen haben, schaffen sie in der Regel auch die staatliche Abschlussprüfung", lautet die Erfahrung Tillmanns. Im Gegensatz zum staatlich geregelten Ausbildungsweg kann die freie Ausbildung erst von Jugendlichen ab 18 Jahren begonnen werden. Ein paar Vorstellungen, wie sie nach der Ausbildung arbeiten wollen, haben die drei Auszubildenden schon. "Ich glaube, nach der vierjährigen Ausbildung sollte man in der Lage sein, einen Teilbereich in einem Betrieb zu verantworten und selbstständig zu organisieren. Ich könnte mir vorstellen, dass das ein Betrieb ist mit Schwerpunkt Vermarktung oder aber auch eine Art Schulbauernhof", sagt Brinja Mücke. Johanna Fellner würde auch gerne einen eigenen, möglichst vielseitig aufgestellten Hof bewirtschaften, auf dem gemeinschaftlich gelebt und gearbeitet wird. Und Heike Martens wünscht sich eine Arbeit, bei der sie ihre gärtnerischen Fähigkeiten und ihre Erfahrung als Heilerziehungspflegerin einfließen lassen kann.


Freie Ausbildung oder Ausbildung gemäß Berufsbildungsgesetz?

Die "Freie Ausbildung" wurde in den 90er Jahren in NRW und Hessen ins Leben gerufen, um den im biologisch-dynamischen Landbau geforderten Inhalten gerecht zu werden. Während die klassische Berufsausbildung gemäß Verordnung in drei Jahren ausschließlich in der gewählten Fachrichtung durchlaufen wird, arbeitet die "freie Ausbildung" fachrichtungs- und berufsübergreifend. Neben Ausbildungsinhalten der gärtnerischen Fachrichtung Gemüsebau werden in insgesamt vier Jahren auch landwirtschaftliche Inhalte, wie Tierhaltung und Ackerbau, vermittelt. Die Teilnehmer der "Freien Ausbildung" können, die entsprechende schulische oder berufliche Vorbildung vorausgesetzt, nach vier Jahren auch die staatliche Abschlussprüfung absolvieren. Diese Möglichkeit räumt das Berufsbildungsgesetz mit der Externenprüfung gemäß § 45.2 ein. Neben dem positiven Engagement der Initiatoren, eine Ausbildung im biologisch-dynamischen Landbau motiviert und erfolgreich zu installieren, bleibt die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff "Freie Ausbildung": Da der Begriff "Ausbildung" per Gesetz definiert ist, sollte dieser außerhalb der klassischen Berufsausbildung nicht verwendet werden.
MARTIN BIETENBECK.
LANDWIRTSCHAFTSKAMMER NORDRHEIN-WESTFALEN


Novembertagung 2009

"Wir formen die Zukunft - Vertrauen ins Leben"

In der Freien Ausbildung NRW, Hessen und Norddeutschland ist es Aufgabe der jeweils dritten Lehrjahre, gemeinsam eine landwirtschaftliche Jugendtagung zu organisieren. In diesem Jahr war es nun also unsere Herausforderung, die Novembertagung auf die Beine zu stellen. Die wenigsten von uns hatten Erfahrung diesbezüglich. Zudem haben sich unsere zwei Lehrjahre in der Vorbereitung nur 2mal gesehen. Der Rest der Kommunikation erfolgte über Telefon, Fax oder Email. Es gab so einige Hürden, aber als es nun endlich so weit war, lösten sich Aufregung, Bedenken und Zwistigkeiten fast in Nichts auf. Wir bekamen positive Rückmeldungen unserer Dozenten sowie Gäste und waren selbst begeistert, dass alles so „rund lief“. Unsere Tagung fand unter dem Motto „Wir formen die Zukunft - Vertrauen ins Leben“ in der Waldorfschule Loheland bei Fulda statt. Vom 6.-8. November konnten sich ca. 200 Lehrlinge, Freunde und Interessierte mit der Frage nach verantwortungsvoller, nachhaltiger Landwirtschafts- und Lebensweise beschäftigen. Dazu wurden folgende 11 Kurse angeboten:
  • Agroforst - genutzte Bäume in der Landwirtschaft (Burkhard Kayser)
  • CSA - Gemeinschafts-gestützte Landwirtschaft (Wolfgang Stränz)
  • Pferdearbeit - Mythen und Wirklichkeit (Klaus Strüber)
  • Evolution und Pflanzenzüchtung (Ute Kirchgaesser)
  • Astronomie - Wieso ein Stier am Himmel? Was ist ein Stiermonat? (Lisbeth Biesterbosch)
  • Homöopathie (Anja Hauswald)
  • Briefe an die Natur - Hintergründe der bio.-dyn. Präparatearbeit (Dirk Appel)
  • Beobachtung des Denkens - Ein Weg zur Imagination (Jürgen Strube)
  • Humus - Die Landwirtschaft der Zukunft! (Dominique Blondeau)
  • A capella (Jörg Mall)
  • Volkstanz (Rahel Gerkens)

Von denen einer ausgewählt werden konnte, um sich intensiver mit dem entsprechenden Thema auseinanderzusetzen. Klare Favoriten waren dabei CSA und Astronomie, gefolgt von Humus. Die Eröffnung der Tagung hat Jörg Mall mit Gesangsübungen und dem Einstudieren kleinerer Lieder aufgelockert. Danach begann die Arbeit in den einzelnen Kursen. Den Abend hat Manfred Klett mit seinem Vortrag "Landwirtschaft - quo vadis?" bereichert. Die Zukunft der Landwirtschaft sollte aus seiner Sicht so aussehen, dass man ohne Kapital kommt, eine Zeit lang in einem Betrieb mitarbeitet und irgendwann zwar ohne Kapital, aber mit einem Mehr an Lebenserfahrung, geht. Seine Aussage: "Zukunft ist nichts anderes, als verwandelte Vergangenheit" untermauerte Herr Klett mit einem Zitat von Goethe: "wenn Du dies nicht hast, dieses Stirb und Werde, bist Du stiller Gast dieser dunklen Erde". Sowohl Samstag als auch Sonntag, konnten alle, die Lust hatten, beim Singen mit Jörg Mall, musikalisch in den Tag starten. Anschließend folgte die Weiterarbeit in den Kursen. Der Samstag wurde mit einem reichhaltigen Abendprogramm abgerundet. Zunächst hielt Manfred Wenz einen Vortrag zum "Umgang mit lebendigem Boden" und stand auch im Anschluss noch Rede und Antwort. Wer dort nicht gefesselt war, konnte sich beim Volkstanz austoben. Ab 22:00 war dann "chillout" u.a. mit Teebar und Musik (auch Livemusik) angesagt. Sonntagvormittag ging es ein letztes Mal in die Kurse. Danach gab es ein Abschlussplenum, in dem die einzelnen Gruppen eine Zusammenfassung ihrer Arbeit vorstellen konnten und noch ein gemeinsamer Volkstanz mit allen Teilnehmern und Dozenten stattfand. Ein ganz großer Dank geht an die tolle Küchencrew, die uns bei der Lebensmittelbedarfsplanung geholfen und schließlich auch ein superleckeres Mittagessen für uns alle gezaubert hat. Ebenso an alle Küchenhelfer, die Frühstück, Abendessen und Kaffeetrinken so erfolgreich gemanagt haben! Desweiteren danken wir allen Höfen, Unternehmen und Privatpersonen, für die gespendeten Naturalien, vor allem aber auch für die finanzielle Unterstützung! Einen herzlichen Dank also an alle, die mit ihrer Unterstützung diese Tagung möglich gemacht haben!

das 3.Lehrjahr NRW, Hessen und Norddeutschland


Zwischenstand 1. Lehrjahr

Das erste erlebnisreiche Dreivierteljahr des 1. Lehrjahres der Freien Ausbildung ist schon um. Die Gruppe von nun 15 Lehrlingen (nicht alle auf dem Foto) haben mittlerweile schon einige Höfe und deren Betriebsleiter, handwerkliche Verarbeitungsstätten und kulturelles im Umkreis der Höfe erlebt. Die allmonatlichen Lehrlingstreffen auf den verschiedenen Höfen mit ihren individuellen Praktiken und Persönlichkeiten bieten einen thematisch ergänzenden Rahmen für die dort behandelten landwirtschaftlichen und gärtnerischen Inhalte. Die theoretische Auseinandersetzung ermöglicht die nötige geistige Ergänzung zum arbeitsreichen Hofalltag und hilft bei einem besseren Verstehen und Durchschauen der praktischen Arbeit.
Auf eine weitere gute gemeinsame Zeit in dieser Gruppe aus hart arbeitenden, lernfreudigen und engagierten Lehrlingen!

Seminarleiter Maike & Kai Himstedt


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