Impressionen
Verabschiedung des 4.Lehrjahres der Freien Demeter Ausbildung NRW/Hessen

Im Januar und Februar absolvierte jeder aus dem 4.Lehrjahr die Abschlussprüfung auf seinem Lehrbetrieb. Daraufhin waren wir glücklich, erleichtert, vielleicht auch unzufrieden, aber uns stand nun nur noch der kurze Vortrag bevor. Am 10.März 2013 haben wir, das 4.Lehrjahr, gemeinsam unsere Jahresarbeiten vorgestellt.

Zu Beginn der Vorstellung hielt Leonard Jendgens einen eindrucksvollen Vortrag über die Realitäten und Potentiale der Freien Ausbildung, wofür wir ihm danken.

Dann folgte die Begrüßung des 1.Lehrjahres durch das jetzige 2.Lehrjahr. Die neuen Lehrlinge wurden humorvoll mit den Problemen eines Lehrlings vertraut gemacht und es wurde eine „innovative“, „wirtschaftliche“ Maschine aktionsreich dargestellt. (Bei Interesse wenden Sie sich bitte an das 2.Lehrjahr der Freien Demeter Ausbildung NRW/Hessen.)



Anschließend begann die Demonstration der Jahresarbeiten. Begleitet von künstlerischen Einlagen des jetzigen 4.Lehrjahres haben wir folgende Vorträge gehalten: Kartoffelanbauversuch von Christian Hofmann, Schepershof; Anbauvarianten von Saftobst von Christof Golle, Dottenfelderhof; Bau eines Jäterades von Fabian Stenner, Hof Jens Eichler; Spritzpräparate und Bau eines Präparateturmes von Thilo Becker, Haus Bollheim; Wie belebe ich den Kräutergarten auf Hof Sackern von Lena Dorprigter, Hof Kießecker; Heilpflanzenerkenntnis - Ringelblume und Kamille von Johannes Tritschler, Lebensgem. Sassen; Bodenbelebung im gewerblichen Gemüse-Gartenbau von Malte Hövel, Örkhof; Saatgutbehandlung von Gerste von Florian Holzhaus, Neuer Hof; und Neueinteilung eines Feldes anhand der Bodenarten von Inge von Bonin, Adolphshof.



Wir blickten gemeinsam auf bewegende vier Jahre zurück und zeigten dies in einer Photopräsentation mit Klavierbegleitung. Die routinierten, lebendigen Lehrlingstreffen haben uns geprägt. Wir verabschieden uns von einer intensiven Zeit, die sehr besonders war und uns viel mit auf den Weg gegeben hat!

Dann wurden uns feierlich die Zeugnisse überreicht und von unseren Seminarleitern bekamen wir jeder ein Opinel-Messer mit der Inschrift: freier Gärtner, freie Bäuerin oder freier Bauer.

Nun sind wir frei und endlich keine Lehrlinge mehr! Die Lehrzeit haben wir auf Körtlinghausen ausklingen lassen.

Wir ehemaligen Lehrlinge danken dem Initiativkreis und unseren treuen, verbundenen, lieben, richtig guten Seminarleitern Maike, Kai und Fridel Himstedt!

Lena Dorprigter


Novembertagung 2012 ein Bericht, aus dem Innern

Rückblick auf die Novemertagung 2012 in Loheland von Donnerstag, den 25.10. bis Sonntag, den 28.10.2012

Bauernmut für Erdengut - Lebendige Quellen der bäuerlichen Landwirtschaft So lautete das Thema. Und jede Menge Mut brauchte es auch von uns, um diese uns gestellte Aufgabe zu bewältigen. Im Vorlauf, wie auch auf der Tagung selbst.


Zur Planung: die lag bei den Freiwilligen aus dem 3. Lehrjahr Ostdeutschland und NRW/ Hessen augenscheinlich in befähigten Händen. Vor Ort waren dann aber wirklich alle gefragt Unterkünfte, Kursräume, Vorträge mussten gemanagt werden, Dozenten und Teilnehmer wollten umsorgt werden und in der Küche warteten gefühlte 10 Tonnen Kürbis, Rote Beete, Möhren, Sellerie und Co darauf, geschält und verarbeitet zu werden.


Mit viel Kraft und Freude haben wir zusammen geschnibbelt, geschält und gekocht.
Wir sollen ein Fazit ziehen? ! Unser Fazit: Wir haben es geschafft! Vom Gemüse ist kaum was übrig geblieben, wir haben den Berg bezwungen.
Wir mit den grünen Demeter Buttons, wir vom „Orga-Team“ haben Inhaltlich von der Tagung nur sehr wenig mitbekommen.
Man hörte es aber munkeln, die Tagung sei gelungen!!
Ja gelungen ist sie.

Draußen war es kalt und es hat sogar 2 Tage geschneit. Umso wärmer waren die Stimmung und die Herzen.
Ein ernstes und wichtiges Thema hatte die Tagung zum Hintergrund. Jeder hat von seinem Kurs was mitgenommen, sei es über Bienenhaltung, die Arbeit mit dem Pferd, die sehr gut für den Boden ist, Dammkultur auch für einen guten Boden, Beleuchtung von kleinbäuerlichen Projekten und ihren Problemen, die Machenschaften der Großagrarier und den Aufbau eines ökologischen Waldes.
Doch das Gefühl, dass man nicht alleine diesen Problemen gegenüber steht, das große Wir, ist das Gefühl, was bei der Tagung und danach mitschwingt. Ja ich bin nicht allein, wir sind zusammen und zusammen sind wir stark.


Sonst war auf der Tagung viel Platz für Gesang, Tanz, Begegnung und Austausch. Zum Vorstellen von eigenen Projekten und Vorhaben. Es wurde rege diskutiert und sich ausgetauscht, Freundschaften und Kontakte geknüpft, neue Ideen und Anregungen gesammelt…
Also freuen wir uns auf das nächste Jahr, dann wieder als TeilnehmerInnen und geben die Organisation an das nächste Lehrjahr ab.

Dorothea Schwietering, 3. Lj. Freie Ausbildung Demeter NRW und Hessen


Praktische Prüfung des dritten Lehrjahres – April 2012

Bestanden! Diese gute Nachricht erhielten die zehn Lehrlinge des neuen vierten Lehrjahres nach ihrer praktischen Prüfung am Freitag, 27. April. Einen ganzen Tag lang waren wir auf Haus Bollheim in den Fächern Ackerbau, Gartenbau, Stall und Werkstatt geprüft worden. Ganz schön spannend war das für die Meisten von uns. Und so waren wir erleichtert, nun eine große Hürde auf dem Weg zum Abschluss gut geschafft zu haben.
Die praktische Prüfung der Freien Ausbildung findet bereits zum Ende des dritten Lehrjahres statt. Hierzu muss auch das Berichtsheft fertig vorliegen. Im vierten Lehrjahr wird noch die Jahresarbeit geschrieben, und ganz am Schluss gibt es noch eine persönliche Prüfung auf dem Betrieb.
Die Prüfung selbst bestand aus vier Stationen, je eine im Ackerbau, im Stall, in der Gärtnerei und in der Werkstatt. An jeder Station wurde der Prüfling eine Dreiviertel Stunde lang von zwei Prüfern geprüft. Jeder musste mindestens drei der vier Prüfungen absolvieren und zwei davon bestehen; Werkstatt war Pflichtprogramm. So wurde der Tag gut gefüllt – um acht morgens begannen die ersten Prüfungen, die letzten endeten um viertel nach vier nachmittags.
Die Stationen waren sehr differenziert gestaltet, damit wir möglichst viel von unserem Können auch zeigen konnten. In der Gärtnerei wurden Pflanzen bestimmt, wurde gesät und pikiert, die Kulturführung von Hauptkulturen abgefragt und geerntet. Im Stall wurde Futter beurteilt, Stallsysteme diskutiert, Kuhalter bestimmt, die Rolle der Kuh im Betriebsorganismus beleuchtet und Melktechnik abgefragt. Der Ackerbau prüfte das Erkennen von Getreide und Präparaten, ließ Grubber einstellen und Sämaschinen abdrehen, Grünland beurteilen, Bodenbearbeitung diskutieren. Und als besonders originell zeigte sich das Team aus der Werkstatt, wo jeder Prüfling eine andere Aufgabe erhielt. Da wurden Bürstenmaschinen repariert, Stecker umgepolt, Elektrik auseinander genommen, Reifen gewechselt, eine Motorsäge startklar gemacht und vieles mehr.
Spürbar war, dass Prüfer und Initiativkreis sich um eine faire Prüfung auf einem hohen Niveau bemühten. Die Prüfungen in der Freien Ausbildung arbeiten ohne Noten. Dafür gab es für jeden Prüfling ein ausführliches Einzelgespräch über seinen Lernstand sowie die Prüfungsprotokolle, die recht detailliert Stärken und Lernbedarf auswiesen.
Persönlich kann ich sagen – ich habe mich in den Rückmeldungen gut wiedergefunden und mich gesehen gefühlt. Gerade auch die Hinweise zum Lernbedarf waren wertvoll. Und ich habe selten Prüfungen erlebt, die in sich bereits so lehrreich waren wie diese.
Erfolgreich bestanden haben: Thilo Becker (Haus Bollheim), Inge von Bonin (Adolphshof), Julienne Czarnowski (Terrenhof), Lena Dorprigter (Hof Sackern), Christof Golle (Dottenfelderhof, Zusatzprüfung Bäckerei), Christian Hofmann (Schepershof), Florian Holzhaus (Neuer Hof), Malte Hövel (Örkhof), Fabian Stenner (bei Jens Eichler) und Johannes Tritschler (Gärtnerei Sassen).





Wir danken Haus Bollheim für den Rahmen und das Engagement für die Prüfung und den acht Prüferinnen und Prüfern, die an einem Mammuttag mit viel Feuer uns durch diesen besonderen Tag begleiteten. Es waren dies: Christian Reiske und Heinz Peter Bochröder im Ackerbau, Claudia Fischer und Herbert Muggli im Stall, Arne Mehrens und Martin Grützmacher im Gemüsebau, sowie Frank Sikora und Reinhard Lübbert in der Werkstatt. Und ein ganz besonderer Dank geht an unsere Seminarleiter Maike und Kai Himstedt, die seit drei Jahren mit Herz und Klarheit uns durch die Ausbildung führen.

Malte Hövel, 4. Lehrjahr der Freien Ausbildung, Demeter NRW/Hessen


Ausbilder begeistern – Bericht vom Ausbildertag am 21.03.2012 auf dem Gärtnerhof Röllingsen in Soest

Der diesjährige Ausbildertag am 21. März in Röllingsen war ein gelungenes Treffen von 17 AusbilderInnen, 5 SeminarleiterInnen und 10 Mitgliedern des Initiativkreises. Wir freuen uns sehr dass auch einige neue AusbilderInnen da waren und sich über die Freie Ausbildung und die Arbeit des Initiativkreises informiert haben.



In den schönen Räumen des Gärtnerhofes Röllingsen wurde inhaltlich an dem Thema Grundmotivation gearbeitet. Im Mittelpunkt standen dabei die Ausbilder und Ausbilderinnen. Michael Schmock als Referent hat alle auf den Weg geschickt nachzuforschen warum sie in der Landwirtschaft arbeiten, welche Erlebnisse die einzelnen dazu gebracht haben diesen Weg einzuschlagen. Es gab einen regen Austausch darüber in Kleingruppen und viele konnten Erinnerungen wieder finden, an die sie schon länger nicht mehr gedacht hatten. Wie diese Motivation auch im Arbeitsalltag erhalten bleiben kann war die nächste Frage – und auch in diesem Kleingruppengespräch kamen viele Ideen und Erprobtes aus der Praxis zusammen, die jeweils für die anderen der Gruppe sehr inspirierend waren.
Michael Schmock konnte all die einzelnen Aspekte zusammentragen und wichtige Kernpunkte heraus modellieren. Und da es ja ein Ausbildertag war darf der Blick auf die Lehrlinge auch nicht fehlen. Dazu konnte Michael Schmock mit seinen weitreichenden Erfahrungen und Erkenntnissen die Lebenswelt und Lebenswirklichkeit der heutigen Lehrlinge darstellen und verdeutlichen, woher sie ihre Motivation bekommen.
Eine der zentralen Fragen des Ausbildertages war: Wie können wir den jungen Menschen in der Ausbildung begegnen, sodass unsere und ihre Motivation erhalten bleibt und sie nachhaltig gefördert werden? Hier konnten einige Schritte, Ideen und Erkenntnisse aufgezeigt und gefunden werden. Wir wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern dass einige der angestoßenen Punkte auch im Alltäglichen lebendig bleiben. Nicht zuletzt waren Inhalte der Ausbildung Thema, wie zum Beispiel die Checkliste, die ein Leitfaden für die betriebliche Ausbildung ist und das gut geführte Berichtsheft, dass in Zukunft die Zulassungsvoraussetzung für die Praktische Prüfung am Anfang des 4. Lehrjahres ist. Auch der Ausbildungsvertrag und der Rahmenlehrplan wurden besprochen.
Wir freuen uns, dass der Ausbildertag so gut besucht war und so viel Austausch ermöglicht hat.

Für den Initiativkreis, Maike Himstedt, Seminarleiterin 4. Lehrjahr


Abschluss und Begrüßung – am 11.03.2012 an der Blote-Vogel-Schule in Witten

Der Abschluss des 4. Lehrjahres und die Begrüßung des neuen 1. Lehrjahres fanden gemeinsam in Witten an der Blote- Vogel Schule statt. Zuerst wurde begrüßt: das 2. Lehrjahr begann mit einer heiteren musikalischen Einlage die 10 „Neulinge“ zu begrüßen. Für die Ansagen wurde ein Lichtwurzelmikrofon verwendet. Als wir (diejenigen, die verabschiedet werden sollten) das neue erste Lehrjahr auf der Bühne stehen sahen, wurden wir an unsere Begrüßung erinnert: Damals auf dem Birkenhof, nicht wissend, was wir alles in den vier bevorstehenden Jahren lernen würden. „Es ist schön, auf einem Hof zu arbeiten mit der Natur, den ganzen Tag an der frischen Luft. Aber was ist dann eigentlich nach der Lehre?“. Damals begrüßte uns Martin von Mackensen, der uns an recht wesentlichen Punkten während der Ausbildung begegnete: Begrüßung, Januarkurs, Februarkurs und Novembertagung. Die Punkte,wo wir intensiv mit Martin arbeiten konnten, waren Punkte, wo das Soziale in der Gruppe eine große Rolle spielte. Somit baten wir ihn eine Rede zu unserer Verabschiedung zu halten. Als wir begrüßt wurden, stellte Martin den Übergang von der Schule zur Ausbildung dar. Bei der Verabschiedung stellte er u.a die Schwelle von der Lehre zur Gesellenzeit dar. Zum Beginn der Lehre macht man einfach mit und macht die Dinge nach, die einem vorgemacht werden. Dies wandelt sich, man wird selbstständiger, beginnt zu hinterfragen, aber man ist noch Lehrling! Jetzt hat man einen anderen Stellenwert, Fehler muss man vor sich selbst verantworten. Man kann nicht mehr so einfach sagen: „Pech, erklärs mir halt das nächste mal besser“, denn das Handeln liegt in der eigenen Verantwortung. Dies führt zu einer größeren Selbstständigkeit.




Nach dem Vortrag hieß es für uns, kurze Vorträge halten.Unsere Jahresarbeiten in 10 min. präsentieren. Also das knapp darstellen, woran wir ein Jahr lang gearbeitet hat. Das ist nicht so einfach, dass verständlich wird, wie die Vorgehensweise war, welche Erfahrungen man gemacht hat und was man daraus für Schlüsse zieht.
So hatten wir uns für das Programm überlegt, Themenblöcke zu machen: Begonnen mit der Pflanze (Entwicklung einer CSA-Gemeinschaft und die kontinuierliche Versorgung mit Salat; Düngungsversuch an Kartoffeln; Vergleichender Anbau samenfester und hybrider Tomatensorten) dann ging es mit den Tieren weiter (Ausbildung eines Arbeitspferdes; Neubau der Abtrennungstore der Kälberboxen; Die Herde zum Hof – Kuhfamilienzucht) und zum Schluss ging es um Präparate (Bachblütenbehandlung von Gurken im Erwerbsanbau; Präparateversuch an Möhren; Der Pflanze einen Fuß geben (Fladenpräparat); Planetenbäume als Gestaltungselemente im Präparateturm). Es gab einige von uns die Versuche gemacht haben. Bei dieser Art der Arbeit tauchte immer wieder die Frage der Objektivität auf. Was habe ich für einen Einfluss auf die Dinge?
Insgesamt gab es ganz individuelle Vorträge, zu jedem passend. Das 3. Lehrjahr begleitete unsere Vorträge durch lustige und ernste Einlagen.
Leider konnte unsere Seminarleiterin Katrin bei der letzten Etappe der Ausbildung nicht dabei sein, was sehr schade war, denn man lernt sich auf den Seminaren doch recht gut kennen. Katrin und Tobias ergänzten sich als Seminarleiter ausgesprochen gut und so fehlte am Sonntag ein Teil.



Wir hoffen, dass deutlich wurde, dass wir dankbar sind, dass wir diese Ausbildung machen konnten.
Zum Glück gibt es die Höfe, die die freie Ausbildung unterstützen, wo Seminare stattfinden können, wo Dozenten organisiert werden, damit wir ein möglichst breitgefächertes Wissen erlangen durften. Dies gründet sich auf dem Ausbildungsinitiativkreis.
Wir konnten feststellen, dass man durch eine Freie Ausbildung zu klaren Zielen und Wünschen kommen kann.
So wollen wir fast alle in der Landwirtschaft/Gemüsebau tätig bleiben.

Johanna Fellner


Seiten (8): ... 2 3 4 [5] 6 7 8