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Die betriebliche Ausbildung

Die praktische Ausbildung findet auf landwirtschaftlichen Betrieben statt. Der dazu ausgewählte Betrieb kann jährlich, muss aber mindestens einmal im Verlauf der Ausbildung wechseln. Der Lehrling bewirbt sich bei den Betrieben seiner Wahl (Demeter NRW kann hierzu beratend mitwirken; siehe auch Höfeliste) und schließt mit dem Betrieb den Ausbildungsvertrag ab.
Der Ausbildungsvertrag beinhaltet die wichtigen Punkte des Ausbildungsverhältnisses auf dem Hof: das konkrete Ausbildungsziel für das betreffende Lehrjahr, Arbeitszeiten, Urlaub, Vergütung (Höhe der Vergütung, Sozialversicherungspflicht durch den Hof, Abzüge für Kost und Logis, Auszahlungsbetrag). Dem Ausbildungsvertrag liegt auch als Anlage der aktuelle Ausbildungsrahmenlehrplan bei, der stichwortartig die Themengebiete benennt, die im Rahmen der Ausbildung vermittelt werden.
Der Lehrling arbeitet während der Lehrzeit im Rahmen der betrieblichen Gepflogenheiten im Betrieb mit und lernt dabei die verschiedenen Tätigkeiten kennen und ausführen. Dabei wird ihm auch das dazu erforderliche Wissen vermittelt, so dass er spätestens zum Ende des dritten Lehrjahres alle wichtigen Fertigkeiten und Kenntnisse beherrscht.
Die theoretische Ausbildung zum Erwerb des notwendigen Wissens findet laufend auf dem Betrieb statt: Neben dem ganz praktischen Wissen, das zur Ausübung einer bestimmten Tätigkeit notwendig ist, muss auf den Betrieben auch das spezielle Fachwissen vermittelt werden. Dazu müssen regelmäßig auch Theoriestunden abgehalten werden (bspw. im Rahmen von wöchentlichen Lehrlingsabenden oder von problemorientierten Hofrundgängen).

Die alltäglichen Ausbildungsschritte und die Arbeit an den Kenntnissen müssen vom Lehrlingen über die gesamte Lehrzeit im Berichtsheft dokumentiert werden (Staatliches Berichtsheft der LWK, ergänzt von der Freien Ausbildung). Auf diese Weise wird der individuelle Ausbildungsweg dokumentiert und der Lehrlinge vertieft seine Ausbildung durch regelmäßige Reflektion der Tätigkeiten. Das Berichtsheft muss vom Ausbilder mind. monatlich kontrolliert werden, was Anlass für ein Gespräch zwischen Ausbilder und Lehrling sein sollte, um den Stand und den Fortschritt der Ausbildung zu besprechen.
Der Lehrling erhält zu Beginn seiner Ausbildung eine Checkliste, die die wichtigsten Ausbildungsinhalte der praktischen Ausbildung enthält. Durch ein regelmäßiges Durchgehen (mind. einmal jährlich, besser halbjährlich) dieser Liste mit dem Ausbilder zusammen können die in der Zwischenzeit bearbeiteten Punkte abgehakt werden, so dass schnell erkennbar wird, welche Punkte über die ganze Ausbildung hinweg noch nicht oder noch unzureichend bearbeitet wurden. Auch dies sollte Anlass zu einem Gespräch über den Stand der Ausbildung sein.
Die vollständige Checkliste und das lückenlose Berichtsheft sind Voraussetzungen zur Teilnahme an den Prüfungen.